Rocco Reitz und die Borussen enttäuschten gegen den VfB vor allem auch offensiv. Foto: Dirk Päffgen
Beim ersten Blick auf die Statistiken scheint Gladbach gegen den VfB Stuttgart eine bessere Leistung gezeigt zu haben, als der subjektive Eindruck der Beobachter gewesen ist. Was besonders ins Gewicht fiel: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Sieht man sich die Werte an, die nach der Niederlage von Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart auf den Sportportalen zu finden sind, könnte man auf den ersten Blick zu dem Schluss kommen, die Fohlen hätten sich einigermaßen gut geschlagen – blendet man vor allem das Ergebnis von 0:3 aus.
Vorne lief es scheinbar akzeptabler
Denn: Laut xGoals-Ergebnis hat Borussia gerade einmal mit 1,17 zu 1,56 xGoals verloren. Den größten Teil davon macht allerdings der verschossene Elfmeter von Haris Tabakovic aus – mit einem Wert von 0,77 xGoals gehen Strafstöße in diese Statistik ein. Bei den Torschüssen sieht es ähnlich aus, hier liegt Gladbach mit 12 zu 17 ebenfalls nur knapp hinter dem VfB.
Der Ballbesitz von 44 Prozent erscheint angesichts des Kräfteverhältnisses und der daraus resultierenden Passivität der Borussen ebenfalls akzeptabel – doch täuscht all das über den eigentlich bleibenden Eindruck einer weitestgehend harmlosen Leistung hinweg. Das untermauert auch die schwache Zweikampfstatistik von gerade einmal 38 Prozent gewonnenen Duellen.
Gladbachs Passquote besonders alarmierend
Der überraschendste Wert war jedoch noch ein anderer. Denn zur Halbzeit kamen die Borussen auf eine Passquote von lediglich 78 Prozent, nach dem Spiel waren es immerhin 81 Prozent – mehr als jeder fünfte Ball also landete beim Gegner. Das bestätigten auch die Minuten nach dem Wiederanpfiff, als sich die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski kaum aus dem Stuttgarter Druck befreien konnte und den Ball im gefühlten Sekundentakt verlor.
Umso mehr mussten sich seine Vorderleute schon wieder auf Moritz Nicolas verlassen. Doch auch der 28-Jährige, um den sich aufgrund seiner starken Leistungen zahlreiche Wechselgerüchte für den Sommer ranken, sah beim dritten Treffer von Deniz Undav unglücklich aus – an der Punkteverteilung hätte es aber wohl nichts geändert, wenn Nicolas den Ball am Kasten vorbeigelenkt hätte. Etwas erfreulicher verlief das Startelf-Debüt von Kota Takai, der, wenn man ein paar anpassungsbedingte Wackler übersieht, einen ordentlichen Eindruck hinterließ.
Bremen könnte vor Gladbach stehen
Nun treffen die Borussen im nächsten Spiel bei Werder Bremen auf einen ebenfalls sorgengeplagten Klub. Allerdings sollten an der Weser nach Möglichkeit drei Punkte her – bei einer Niederlage würde der SVW die Fohlen sogar überholen.

