Marvin Friedrich gilt als heißer Kandidat für einen Winterwechsel. Noch ist nichts konkret. Foto: Dirk Päffgen
Mit einigen Aufgaben ist Rouven Schröder in sein erstes Transferfenster bei Borussia Mönchengladbach gegangen. Dabei ist manches aufgegangen, anderes steht noch in der Schwebe. Ein Überblick mit einer Exklusiv-Info unserer Redaktion, in unserem Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.
Noch bis Montag ist zumindest das Transferfenster in Deutschland geöffnet, bis 20 Uhr müssen die letzten Transfers in trockenen Tüchern sein, danach gibt es keine Möglichkeit auf Zugänge mehr. Bei Borussia Mönchengladbach hat sich in diesem Winter wohl etwas weniger getan, als die meisten erwartet haben – zumindest bis zum aktuellen Zeitpunkt. Das führt zu Spekulationen darüber, dass sich noch etwas tun könnte, wie auch Borussias Sportchef Rouven Schröder auf der Pressekonferenz ausdrücklich sagte.
Kreativität war gefragt
Aber zunächst zu dem, was bereits geschehen ist: In Jan Olschowsky hat Rouven Schröder einen Spieler zurückgeholt, zwei weitere wurden ausgeliehen, einer davon mit Kaufoption, nämlich Kota Takai. Der Japaner hat bei seinem ersten Startelf-Einsatz einen ordentlichen Eindruck hinterlassen und könnte, sofern er verpflichtet werden wird im Sommer, ein Schlüsselspieler für die Zukunft werden in Borussias Defensive. Doch hängt der Transfer maßgeblich vom finanziellen Spielraum ab, der Schröder und Co. zur Verfügung steht – und so ist auch die Leihe von Alejo Sarco von Bayer Leverkusen einzuordnen.
Denn: Einen Stürmer wie Sarco zu verpflichten, hätte Gladbach in diesem Winter nicht stemmen können. Und das nicht nur, weil die finanziellen Mittel an sich fehlen, sondern auch, weil das Risiko zu groß gewesen wäre, erneut einen jungen Spieler (zu) teuer zu kaufen. So geschehen bei Tomáš Čvančara, der einerseits auch zu den „Zugängen“ des Winters zählt, aber prompt die Weiterreise zu Celtic Glasgow antreten musste. Mit seinen rund zehn Millionen Euro an Ablöse gilt Čvančara damit in gewisser Weise als Erinnerung daran, dass – und warum – die Transfers in Zukunft besser
sitzen müssen.
Schröder muss Kosten senken
Neben dem Tschechen verließ auch Oscar Fraulo den linken Niederrhein in diesem Winter. Der Däne erhält endlich die Möglichkeit, sein Können unter Beweis zu stellen, circa 400.000 Euro erhielt Borussia von Derby County. Nun ist all das Teil des größeren Projekts: Kader verkleinern, Kaderkosten senken. Das gelang Schröder auch im Fall Jonas Omlin, der mangels Perspektive bei Bayer Leverkusen in die zweite Reihe rückt und den Borussen somit eine Millionen Euro durch Leihgebühr und Gehaltsübernahme seitens Bayer einbringt.
So wenig spannend diese Maßnahmen auch sind, so wichtig sind sie für die Zukunft des Klubs – Schröder hat folgerichtig das Notwendige zur Priorität gemacht. Doch es gab auch Dinge, die noch nicht funktioniert haben, im Fall Marvin Friedrich zum Beispiel, der bis zuletzt als Wechselkandidat galt. Mainz 05 soll interessiert gewesen sein, doch haben die 05er stattdessen Stefan Posch von Como ausgeliehen. Allem Anschein nach bleibt Friedrich also Innenverteidiger Nummer fünf bei Gladbach, also noch hinter Fabio Chiarodia, dessen Entwicklung durch die Takai-Leihe wohl eine weitere Hürde überwinden muss.
Gladbachs Kader weiterhin zu groß
Auch um eine Leihe Chiarodias gab es daher Spekulationen – auch da ist noch etwas möglich. Doch der kurzfristige Ausfall von Kevin Diks hat für den Italiener eine kleine Chance auf Spielzeit erhöht. Zumindest dann, wenn es weitere Engpässe geben sollte, und er kein ein passendes Angebot findet. Ein solches wird für Luca Netz vermutlich erst im Sommer eingehen – nämlich dann, wenn der Linksverteidiger ablösefrei wechseln kann. Einerseits wäre für Gladbach nach wie vor ein Winterwechsel optimal, um eine weitere Finanzspritze zu erhalten, andererseits würde Netz auf der linken Schiene auch eine Lücke hinterlassen, die Lukas Ullrich dann konkurrenzlos ausfüllen würde.
Etwas anders sieht die Situation jedoch bei Grant-Leon Ranos aus, denn der 22-Jährige ist nach wie vor ein heißer Wechselkandidat, und die passenden Möglichkeiten für Ranos könnten sich auch nach der Deadline am Montag ergeben. Schließlich sind die Transferfenster in der Schweiz, der Türkei oder auch in Tschechien, Österreich, Griechenland und Polen noch über den Montag hinaus geöffnet. Und wie sagte es Rouven Schröder vor dem Spiel in Bremen mit Blick auf die Kader-Reduzierung: »Ich bin sehr positiv, dass es noch weitere Abgänge geben wird.«
Sollte sich für Ranos jedoch keine Chance ergeben, steht ihm eine Rückrunde auf der Tribüne bevor, oder eben bei der U23. Dort wird auch sein Sturmpartner Jan Urbich die Rückrunde über verbringen. Gerüchte um ein Interesse Preußen Münsters an einer Urbich-Leihe gab es, doch nach Informationen unserer Redaktion wird Urbich auch in der Rückrunde für das Team von Oliver Kirch auf Torejagd gehen.

