Gelingen Eugen Polanski und den Fohlen am Samstag eine Überraschung? Foto: Dirk Päffgen
Vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen stand Borussias Trainer Eugen Polanski in der Pressekonferenz Rede und Antwort. Dabei äußerte er sich auch zur Transferphase – und kritisierte einen Ex-Schützling besonders.
Die Pressekonferenz vor dem Heimspiel von Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen (Samstag, 18.30 Uhr) stand zunächst ganz im Zeichen des Deadline-Days, an dem sich der Kader der Borussen noch einmal spürbar verändert hat. Es waren »viele neue Dinge, die man jetzt auch live erlebt hat«, erinnerte sich Trainer Eugen Polanski an den vergangenen Montag. Es sei sogar so gewesen, »dass wir nicht wussten, welche Anzahl Spieler wir am Dienstag sind«, verriet Polanski. Dementsprechend froh sei er darüber, dass das Transferfenster nun geschlossen ist und der Kader für die Rückrunde steht.
Herrmann wollte nur offensiv spielen
Zu diesem zählt bekanntermaßen nicht mehr Luca Netz, der zu Nottingham Forest wechselte. Lukas Ullrich nimmt seinen Platz ein, aber auch Jens Castrop könne auf der linken Schiene spielen, befand Polanski. Die Borussen ebenfalls verlassen haben die zwei Talente Charles Herrmann und Kilian Sauck, für die es am linken Niederrhein keine Perspektive gab – zumindest keine, die ihren Vorstellungen entsprach. »Wir versuchen immer, diesen Gladbach-Weg zum gehen, aber es ist natürlich auch so, dass wir nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen haben. Wir müssen immer gucken: Wer schafft es, wer schafft es nicht?«, sagte Polanski.
Für Charles Herrmann habe sich eine Option geboten, die der 20-Jährige allerdings ausgeschlagen habe. »Gerade bei Charles war es so, dass wir ihn in die defensivere Position bringen wollten, aber er hat sich immer als Offensivspieler gesehen«, erklärte er die Gedankenwelt des Talents. Polanski habe ihn bei der U23 bereits als linken Schienenspieler eingesetzt. »Das wäre bei uns sicherlich auch möglich gewesen, aber das hat er für sich nicht ganz so gesehen«, beschrieb Polanski den Grund für Herrmanns Wechsel.
Polanski über Sauck: »Das hat mir nicht gefallen«
Bei Kilian Sauck seien hingegen nicht nur sportliche Gründe ausschlaggebend gewesen für dessen Schritt zu Fortuna Düsseldorf. »Bei Kili ist es unter anderem so, dass ich grundsätzlich sehr viel von ihm halte und ihn in der U23 auch mit betreuen durfte«, sagte Polanski über den 18-Jährigen. Doch das Talent habe zu oft »Dinge gemacht, die auch nur Kili Sauck macht – das kann etwas positives sein, aber auch etwas negatives«, ließ Polanski durchblicken. In der Lizenzspielermannschaft habe Sauck einen Weg aufgezeigt bekommen wollen, doch seine Trainingsleistungen seien zu schwach gewesen.
Und nicht nur das: »Die Eindrücke von ihm, was für einen Charakter er mitbringt, wie er sich in die Gruppe integriert – das hat mir tatsächlich nicht gefallen«, kritisierte er seinen Ex-Schützling scharf. »Ich glaube schon, dass er Profi wird und seinen Weg geht, aber ich glaube auch, dass er genau das gebraucht hat: auch mal ein ‚Nein‘ zu hören, dass sich vielleicht bei ihm im Kopf etwas ändert. Die Veranlagung hat er, aber es sind einfach Dinge vorgefallen, die nicht brutal schlimm waren, aber auch nicht brutal richtig«, schloss Polanski seinen Kommentar über Sauck ab.
Bolin hat »richtig Bock« auf Gladbach
Schließlich steht am Samstag eine schwierige Aufgabe für die Borussen bevor, gegen Leverkusen gelang Gladbach im Hinspiel ein Last-Minute-Ausgleich durch Haris Tabakovic. Daran mitwirken, dass es zumindest wieder ein Punkt wird, darf Neuzugang Hugo Bolin. »Am Mittwoch hat er einen richtig guten Eindruck gemacht, wie die gesamte Mannschaft am Dienstag und Mittwoch im Training«, lobte Polanski den Schweden. »Er ist jemand, der einfach erstmal macht, keine Star-Allüren hat und richtig Bock hat auf Borussia Mönchengladbach«, sagte Polanski und fügte an: »Der Junge wird uns gut tun.« Er sei zuversichtlich, dass Bolin für das Spiel gegen Bayer im Kader stehen wird, »ob er dann direkt von Beginn an spielt, überlegen wir noch«, sagte er.
Schließlich habe sich Leverkusen wieder mehr in Richtung Alonso-Fußball entwickelt – »das ist eine absolute Top-Mannschaft mit klaren Abläufen«, befand Polanski. »Gleichzeitig konnte man in den letzten Spielen erkennen, dass sie dem Gegner hin und wieder etwas anbieten. Mit einer konzentrierten Defensivleistung, engen Abständen und diszipliniertem Verhalten können wir es schaffen, unseren Fuß in die Tür zu setzen und die Situationen zu nutzen, die sie uns anbieten«, blickte er auf Samstag voraus.
Vertrauen in die eigenen Stärken gefordert
Dann hat Polanski personell mehr Optionen zur Verfügung als noch am Samstag in Bremen. »Kevin Diks hat eine gute Trainingswoche ohne Probleme absolviert. Kota Takai musste am vergangenen Wochenende krankheitsbedingt pausieren, hat in den beiden vergangenen Tagen aber wieder einen richtig guten Eindruck gemacht. Philipp Sander hatte in Bremen einen Schlag abbekommen, spürt inzwischen fast nichts mehr davon und konnte vollständig trainieren. Alle drei machen Fortschritte und werden am Wochenende wieder spielfähig sein«, sagte der Trainer.
Entsprechend fordert er von seiner Mannschaft einen besseren Auftritt als zuletzt. »Ich möchte, dass die Jungs Vertrauen in ihre eigenen Stärken und in den Nebenmann haben und mutig agieren, ohne Angst vor Fehlern zu haben. Es geht nicht nur darum, gut zu verteidigen, sondern das Spiel aktiv zu gestalten«, lautete Polanskis Appell für Samstag.

