Alles reingeworfen. Die Borussen erkämpften sich gegen Leverkusen einen Punkt. Foto: Dirk Päffgen
Mit 1:1-Unentschieden trennte sich Borussia Mönchengladbach am Samstagabend von Bayer Leverkusen. Nach einer guten ersten Hälfte wurde der Borussen steigerte sich Leverkusen im zweiten Durchgang, in dem beide Trainer die gelbe Karte sahen.
Wie schon in den Vorwochen musste Gladbachs Trainer Eugen Polanski an der Weser auf Tim Kleindienst, Robin Hack, Nathan Ngoumou (alle Reha) und Giovanni Reyna (krank und muskuläre Probleme) verzichten. Dafür standen Kevin Diks und Kota Takai wieder zur Verfügung. Zudem stand Neuzugang Hugo Bolin im Aufgebot.
Vier Änderungen in der der Startelf gab es im Vergleich zum Remis in Bremen: Kevin Diks, Jens Castrop, Kevin Stöger und Lukas Ullrich begannen für Fabio Chiarodia, den gewechselten Luca Netz, Florian Neuhaus und Joe Scally. Mehr Wechsel gab es unter Coach Eugen Polanski von Bundesliga-Spiel zu Bundesliga-Spiel nie.
Auf der Gegenseite gab es gleich drei Ex-Borussen, zwei davon standen in der Startelf: Janis Blaswich hütete das Tor, Leihgabe Jonas Omlin saß auf der Bank und Jonas Hofmann spielte von Beginn an.
Geburtstagskind Engelhardt bringt Borussia früh in Front
Die Anfangsphase im Borussia-Park war ruhig. Beide Mannschaften ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen und warteten auf den richtigen Moment. Der erste Abschluss gehörte dann den Borussen. Stöger probiere es aus der Distanz, allerdings landete der Ball genau in den Armen von Blaswich (7.).
Drei Minuten später klingelte es dann aber! Nach einem zu kurzen Pass von Blaswich blieben die Borussen dran und eroberten den Ball. Tabaković scheiterte dann erst mit seinem Abschluss an Blaswich, den Nachschuss versenkte Engelhardt dann zum 1:0 in den Maschen (10.). Insofern ein verdientes Tor für die Fohlen, weil sie eben gierig blieben und nachsetzten.
Borussen werfen sich rein und lassen kaum etwas zu
Der Treffer tat den Fohlen richtig gut. Sie zogen sich nicht gänzlich zurück, sondern lauerten ich auf Konter. So wie sechs Minuten später, als Blaswich eine normale Honorat-Flanke von der rechten Seite nur nach vorn abwehren konnte. Allerdings stand kein Gladbacher parat (16.). Unterdessen hatte die Werkself zwar mehr Ballbesitz, konnte damit aber herzlich wenig anfangen. Was aber auch daran lag, dass die Fohlenelf kompakt verteidigte.
Man konnte absolut zufrieden sein mit den Borussen. Auch weil sich Reitz und Co. stark in die Zweikämpfe warfen und selbst immer mal wieder Aktionen landeten. Eine Top-Statistik von Castrop unterstrich das gute Herangehen der Fohlen bis dahin: Der Mittelfeldmann gewann bis dahin alle seine Zweikämpfe (12.).
Leverkusen hatte weiterhin deutlich mehr Ballbesitz und versuchte sich nach vorne zu kombinieren. Im letzten Drittel biss sich die Werkself aber immer wieder gegen tief stehende Fohlen die Zähne aus. Dann mal wieder ein Abschluss der Fohlen. Castrop faste sich auf Höhe des Strafraum ein Herz, Sein Flachschuss war aber zu zentral, so dass Blaswich keine Mühe hatte (35.).
Sander unglücklich in die eigenen Maschen zum Ausgleich
Eigentlich sah alles nach einer knappen, dann aber verdienten Pausen-Führung für die Fohlen aus, doch eine Minuten vor dem Pausenpfiff kamen die Gäste doch noch zum Ausgleich. Eine Flanke von Hofmann blieb zunächst hängen, landete dann über Umwege aber doch bei Tillman. Mit dem Rücken zum Tor legte dieser den Ball zurück auf García, dessen Schuss Sander unglücklich in das eigene Tor abfälschte (44.).
So ging es mit einem aus Sicht der Borussen unglücklichen 1:1 in die Kabinen. Dennoch konnte man mit dem bisherigen Auftritt zufrieden sein. Sie machten ein richtig gutes Spiel, gewannen vor allem mit dem galligen Castrop extrem viele Zweikämpfe und kamen nach frühem Fehler von Blaswich zum verdienten 1:0. Bitter nur, dass die Werkself letztlich einmal vorn auftauchte mit Sanders Mithilfe zum 1:1 kam.
Werkself kommt entschlossen zurück aufs Feld
Die zweite Hälfte begann mit entschlossenen Leverkusenern. Die Werkself kam entschlossen mit einer personellen Änderung zurück auf den Rasen und machte gleich deutlich, dass sie das Spiel komplett drehen möchte. Das erste Ausrufezeichen dahin setzte Schick. Der Angreifer bekam die Kugel und zog trocken ab – die Kugel knallte aus zwanzig Metern an den Außenpfosten (48.). Wenige Minuten später setzte García seinen Schlenzer nur knapp neben das Tor (54.).
Dann aber mal die Borussen mit einem starken Konter. Honorat bediente Castrop im Strafraum. Dieser versuchte es rechts im Strafraum mit dem Abschluss in das kurze Eck, doch Blaswich hatte aufgepasst. Ansonsten passiere nicht viel in den Gefahrenzonen. Beide Abwehrreihen verteidigten aufmerksam ließen kaum etwas zu. Gerase die Borussen machten gegen den Ball zu und verteilte im 5-4-1.
Polanski nahm dann den ersten Wechsel vor und brachte Leverkusen-Leihgabe Sarco für Tabaković (68.). Wenig später hatte Castrop dann die Möglichkeit, die Borussen wieder in Führung zu bringen – doch nach einer wuchtvollen Hereingabe beförderte er den Ball über das Tor (78.). Mit der verpassten Chance durfte schließlich Neuzugang Hugo Bolin sein Debüt geben, er kam gemeinsam mit Joe Scally auf den Platz.
Bolin gibt Debüt, Hjulmand und Polanski sehen gelb
Doch gegen Ende wurde die Partie noch einmal hitziger. Leverkusens Trainer Hjulmand sah die gelbe Karte, ebenso wie der zu diesem Zeitpunkt bereits ausgewechselte Patrick Schick. Auf dem Platz wurde es jedoch nicht mehr gefährlich, Leverkusen probierte es noch einmal über einen Konter, den Nicolas jedoch problemlos entschärfen konnte (86.). Kurz vor Schluss hatte dann auch Bolin seine beste Aktion, doch seine Flanke fand in der Mitte keinen Abnehmer (90.+4).
Letztlich holte sich auch Polanski unmittelbar vor dem Schluss die Gelbe Karte ab. Für die Borussen bleibt es am Ende ein verdienter Punkt, der nach der starken ersten Halbzeit durch eine deutliche Leistungssteigerung der Gäste im zweiten Durchgang noch einmal in Gefahr geriet. Mit dem Auftritt insgesamt kann man aber durchaus zufrieden sein. Genau so muss man im Abstiegskampf auftreten, um erfolgreich sein zu können. Wenngleich offensiv nach wie vor die Mittel beschränkt sind. Die nächste Möglichkeit gibt es am kommenden Wochenende. Dann geht es für die Fohlenelf am Samstag (15.30 Uhr) bei Eintracht Frankfurt um die nächsten Punkte.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Diks – Castrop (78. Scally), Reitz, Engelhardt, Ullrich (88. Chiarodia) – Honorat (88. Machino), Stöger (78. Bolin) – Tabaković (68. Sarco)
Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Neuhaus, Takai, Mohya
Bayer 04 Leverkusen: Blaswich – Quansah, Badé (46. Poku), Tapsoba, Arthur, Grimaldo – Fernández (65. Palacios), Hofmann (80. Kofane), Tillman, García (88. Andrich) – Schick (80. Terrier)
Auswechselbank: Omlin (ETW), Lomb, Tape, Vázquez
Tore:1:0 Engelhardt (10.), 1:1 Sander (44., Eigentor)
Gelbe Karten: Diks, Stöger, Polanski / Palacios, Terrier, Schick, Hjulmand
Bes. Vorkommnis: Keine
Schiedsrichter: Christian Dinget (Lebecksmühle)
Zuschauer: 47.599 (Borussia-Park)

