Für Eugen Polanski und Rouven Schröder zählt einzig und alleine der Klassenerhalt. Foto: Dirk Päffgen
Borussias Sportchef im ‚Aktuellen Sportstudio‘
Einen Punkt ergatterte Borussia Mönchengladbach im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Somit beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz drei Punkte. Die kommenden Aufgaben werden nicht weniger kniffliger als die gegen die Werkself. Borussias ‚Head of Sports‘ Rouven Schröder weiß zwar um die kritische Situation, behält dennoch die Ruhe und stärkt Eugen Polanski den Rücken. Auch zu den Spekulationen um Rocco Reitz äußere sich Schröder im Aktuellen Sportstudio.
So richtig zufrieden war in der Mixed Zone des Borussia-Parks und in den diversen Interviews nach dem Remis gegen Leverkusen kein Borussen. Absolut nachvollziehbar. Schließlich war gefühlt mehr drin als dieser eine Punkt. Unter dem Strich ging die Punkteteilung wohl aber in Ordnung. »Wenn du im unteren Tabellendrittel bist, willst du natürlich die Spiele gewinnen. Nach der ersten Halbzeit hätte ich definitiv gesagt, sind wir enttäuscht. Nach der zweiten Hälfte gemischte Gefühle. Wahrscheinlich ist es am Ende des Tages ein gerechtes Remis«, resümierte Rouven Schröder im ‚Aktuellen Sportstudio‘ des ZDF.
»Entscheidend ist, dass das der Standard sein muss«
Ärgerlich ist es insofern allemal, weil die Borussen in der ersten Hälfte durch Yannik Engelhardt verdient in Führung gingen, und kurz vor der Pause den Ausgleich kassierten. Und das nicht durch ein Tor des Gegners, sondern durch ein unglückliches Eigentor von Philipp Sander. »Die erste Halbzeit war sicherlich eine der besten von uns. Alles in allem ist es nach hinten raus für uns ein gewonnener Punkt, weil es ein weiterer Punkt gegen eine Top-Mannschaft ist«, war Schröder einverstanden. »Es war eine runde Leistung. Aber die war auch der Maßstab und nur ein Punkt. Entscheidend ist, dass das der Standard sein muss.«
Was muss sie sich denn nach den zweiten 45 Minuten vorwerfen lassen muss? »Gar nicht so viel, weil Leverkusen umgestellt hat, dementsprechend noch mehr den Ball hatte und sehr sicher war in ihren Aktionen. Du merkst jederzeit, dass Bayer Leverkusen einfach eine Top-Mannschaft ist«, sagte Schröder. »Wenn du dann unglücklich das 1:1 kassiert ist, es fast normal, dass Leverkusen die Überhand gewinnt. Da musst du clever sein und die Räume eng halten. Du hast immer das Thema, dass die Möglichkeit besteht, hinten einen zu bekommen, wenn du aufmachst. Das hat die Mannschaft gut gelöst.«
»…dann haben wir in Frankfurt definitiv eine Chance, da zu gewinnen«
Nach dem Remis gegen die Werkself ist die Fohlenelf seit fünf Bundesliga-Spielen sieglos und holte aus diesen Partien nur drei der 15 möglichen Punkte. So richtig vom Fleck kommt man eigentlich nur dann, wenn Siege eingefahren werden. »Wenn ich mir die erste Halbzeit anschaue, dann kann es schon nächste Woche sein«, ist Schröder überzeugt.
»Wir wissen, dass Frankfurt im Heimspiel mit dem neuen Trainer unbedingt die Punkte haben möchte. Mit der Leistung aus der ersten Halbzeit können wir sehr selbstbewusst dahinfahren. Das brauchen wir auch. Wir sind eine richtig gute Fußball-Mannschaft und das muss die Mannschaft transportieren«, fordert Borussias Sportchef. »Es ist ein Stück weit auch eine Kopfsache. Wenn man sieht, wie wir Fußballspielen können und wie intensiv wir sein können, dann haben wir in Frankfurt definitiv eine Chance, da zu gewinnen.«
»Wir lassen uns da aber auch nicht treiben«
Unabhängig davon sitzt Eugen Polanski weiter fest im Sattel – zumindest aktuell. »Man muss einen Trainer auch bewerten, wenn es mal nicht so läuft und die Stimmung um ihn herum auch schonmal was kritischer wird. Das nimmt er ganz sachlich auf«, sagte Schröder. »Eugen ist sehr selbstkritisch, aber auch ehrgeizig. Die Mannschaft ist perfekt eingestellt, das hat man heute gesehen. Ich glaube, es ist völlig normal, das Borussia Mönchengladbach nach diesem Zwischenhoch jetzt nicht durch die Liga rauscht. Von daher hat er jetzt schon sehr wertvolle Erfahrungen gesammelt und er weiß auch, dass der Klub komplett hinter ihm steht.«
Dennoch ist die Lage kritisch. Zumindest der Auftritt gegen Leverkusen lässt die Hoffnung zu, dass es die Mannschaft begriffen hat, wie man im Abstiegskampf zu Werke gehen muss. Denn genau in diesem stecken die Fohlen und sind mittendrin. Wie gefährlich denn die Situation ist? »Sie war gestern gefährlich, heute und sie wird auch morgen gefährlich sein. Wir sind da sehr sachlich und pragmatisch. Wir lassen uns da aber auch nicht treiben«, wurde Schröder deutlich. »Wir gehen jedes Spiel an, keiner kann sich in Sicherheit wiegen. Die Tabelle ist so eng zusammen. Es wird eine spannende Runde. Wir sind dabei, möchten natürlich aber auch frühzeitig raus.«
Spekulationen um Reitz
Und dann sind da noch die Spekulationen um Rocco Reitz, um den RB Leipzig buhlt. Die Sachsen sollen bereit sein, im Sommer die Ausstiegsklausel zu ziehen. Rouven Schröder steht den Gerüchten um das Eigengewächs (noch) gelassen gegenüber. »Die spielen keine Rolle. Rocco ist unser Kapitän und ein Vorbild. Erst ist Borusse durch und durch. Der Sommer ist noch weit weg«, so Borussias Sportchef.
Ob Reitz denn gehen möchte? »Da müssen Sie ihn fragen, entgegnete Schröder. Er ist für uns ein Spieler. Es ist völlig notmal und für uns sogar auch gut, dass Spieler von uns gefragt sind», sagte Schröder. »Wir wollen ja Spieler, die gefragt sind. Von daher ist das kein Problem». Mittlerweile soll Reitz laut ‚Rheinischer Post‘ allerdings seinen Wechselwunsch hinterlegt haben, die Borussen wissen bescheid. Somit dürfte der Wechsel-Poker beginnen. Zunächst haben die Borussen sowieso das „Problem“ zu lösen, nicht in arge Abstiegsnöte zu gelangen…

