Der nächste Rückschlag: Gladbach unterliegt Frankfurt mit 0:3

Wael Moyha hatte in Durchgang zwei die beste Gelegenheit für die Fohlen, am Ende stand es 0:3. Foto: Dirk Päffgen

Im Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt musste sich Borussia Mönchengladbach mit 0:3 geschlagen geben. Obwohl die Borussen spielerisch präsent waren, fehlte es ihnen offensiv an Durchschlagskraft. Ein Patzer markierte den Tiefpunkt in einer womöglich wegweisenden Partie. 

Das Gastspiel der Borussen in Frankfurt gestaltete sich auch personell ähnlich zu dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen. Gladbachs Trainer Eugen Polanski musste in der Banken-Metropole auf Tim Kleindienst, Robin Hack, Nathan Ngoumou (alle Reha) und Giovanni Reyna (Aufbautraining) verzichten. Zudem standen Kevin Diks (Gelbsperre) und Alejo Sarco (Kapselriss im Fußgelenk) nicht zur Verfügung. Eine Änderung gab es demnach im Vergleich zur Leverkusen-Partie: Kota Takai rückte in die Dreierkette und ersetzte den gesperrten Diks. 

Nach wenigen Minuten hatte die Eintracht die erste Möglichkeit, doch Nicolas war im Eins-gegen-Eins mit Stürmer Arnaud Kalimuendo noch rechtzeitig zur Stelle (3.). Frankfurt drückte die Borussen, doch die spielten sich mit Honorat und Tabakovic zu ihrer ersten Gelegenheit nach einer guten Balleroberung von Sander gegen Mario Götze im Mittelfeld (6.). Insgesamt schien der Plan Polanskis in den Anfangsminuten aufzugehen, da die Eintracht noch wenig mit dem Ball anzufangen wusste.

Frankfurt früh mit Wechsel – und der Führung

Und dann mussten die Gastgeber, bei denen verletzungsbedingt schon Jonathan Burkhardt und Can Uzun fehlten, nach einer Viertelstunde den ersten Wechsel vornehmen: Kalimuendo war bei einem Zusammenstoß mit Nicolas unglücklich auf die Schulter gefallen. Für ihn kam in Mo Dahoud ein Ex-Borusse ins Spiel (17.). 

Unbeirrt von dem Wechsel machte Gladbach mutig weiter, hatte seine beste Chance durch Takai, der nach einem Standard im Strafraum an den Ball gekommen war und von halbrechts Kaua Santos im Tor der Gastgeber prüfte (19.). Wenig später klingelte es dann – allerdings im Kasten der Borussen. Jean-Matteo Bahoya zog über links an allen vorbei, behielt die Übersicht und bediente Nathaniel Brown im Sechzehner, der nur noch rechts einschieben musste (24.).

Dabei hatte sich der Treffer nicht angekündigt, die Borussen waren ordentlich in das Spiel gestartet. Auch nach dem Rückstand probierten sie es weiter, Sander zog aus gut 30 Metern nur knapp am Tor vorbei (29.), auch Castrop sorgte im Mittelfeld für Unruhe. Nach einer halben Stunde hatte Gladbach mehr Ballbesitz und auch mehr Abschlüsse – nur das Ergebnis spiegelte das nicht wider. 

SGE trifft erneut

Ganz im Gegenteil: Frankfurt erhöhte auf 2:0. Von der rechten Strafraumkante zog Ayoube Amaimouni-Echghouyab ab, der Ball flog abgefälscht und damit unhaltbar für Nicolas ins linke Toreck (34.). Und wieder war es Bahoya, der die Vorlage gab. Sichtlich verunsichert machten die Borussen in den Folgeminuten weiter, Engelhardt probierte es aus der Distanz, doch der Ball flog weit am Kasten vorbei (39.).

Nur zwei Minuten später hatte Sander die Möglichkeit auf den Anschlusstreffer, nachdem er von Honorat im Strafraum angespielt wurde. Ein Frankfurter schmiss sich noch zwischen den harten Schuss und verhinderte so schlimmeres aus Sicht der Eintracht (41.). Auch Reitz kam nach einem Konter, wieder bedient von Honorat, zum Abschluss im Strafraum – wieder kam ein Frankfurter dazwischen (42.). Es fehlte den Borussen nicht an Möglichkeiten, sondern vielmehr an Kaltschnäuzigkeit. So auch Stöger, der die nächste gute Möglichkeit nach einem Eckball hatte, doch einen guten Meter neben das Tor zog (45.).

Das galt auch für die fünfminütige Nachspielzeit, in der Sander nach einem Freistoß aus dem Halbfeld direkt in die Mitte zog und Tabakovic nur knapp am Abschluss gehindert wurde (45.+2). So blieb es bis zum Pausenpfiff beim Zwei-Tore-Rückstand aus Sicht der Borussen, obwohl diese immer besser ins Spiel fanden. 

Polanski wechselte offensiv

Zur zweiten Halbzeit musste die Eintracht dann erneut wechseln. Rasmus Kristensen war bereits im ersten Durchgang angeschlagen und musste in der Kabine bleiben, für ihn kam Nnamdi Collins in die Partie. Und auch Polanski wechselte zum Wiederanpfiff, brachte Shuto Machino für Sander und stellte seine Mannschaft offensiver auf. 

Folglich gehörte Gladbach auch die erste Chance nach dem Seitenwechsel, nachdem Honorat eine Flanke aus dem Spiel heraus auf Tabakovic schlug, doch dessen Kopfball konnte Kaua Santos zur Ecke entschärfen (47.). Im Gegenzug hatte die Eintracht eine gute Möglichkeit, doch Nicolas war gegen Aurele Amenda zur Stelle (50.). 

Was folgte waren ein paar ruhigere Minuten, in denen Frankfurt den Ball laufen ließ und die Borussen oft nur hinterherliefen. In der Folge wechselte Polanski erneut, brachte Hugo Bolin und Joe Scally für Castrop und Stöger (65.). Die Gastgeber traten nur zwei Minuten später durch Amaimouni-Echghouyab erneut offensiv in Erscheinung, doch stellte der Torschütze Nicolas nicht vor eine Herausforderung. 

Knauff nutzt Takais Fehler eiskalt 

Da passte es ins Bild, dass die Eintracht durch einen Fehler der Borussen auf 3:0 stellte. Takai versprang der Ball bei der Annahme, der eingewechselte Ansgar Knauff überholte den Japaner, legte die Kugel vorbei an Nicolas und chippte ein (75.). Spätestens jetzt war klar, dass die nächste Niederlage für Gladbach unvermeidbar wurde.

Einen Lichtblick gab es aus Sicht der Borussen dennoch: Wael Mohya, eingewechselt für Tabakovic, dribbelte mit dem Ball über das halbe Feld bis an die Strafraumgrenze, von wo aus er den Ball beinahe in den rechten Winkel schlänzte – Kaua Santos hatte jedoch etwas dagegen (83.). 

Beinahe hätte es noch zur Ergebniskosmetik gereicht: Nach einem Freistoß von Reitz kam Engelhardt zum mit dem Hinterkopf zum Abschluss, doch dieser flog erneut über das Gehäuse (88.). Nach der vierminütigen Nachspielzeit war somit klar, dass die Krise bei Borussia sich weiter verschärft. Beim kommenden Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg wird darüber hinaus Rocco Reitz fehlen – der Kapitän hatte sich die fünfte gelbe Karte abgeholt. 

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

Eintracht Frankfurt: Kaua Santos – Koch, Amenda, Kristensen (46. Collins) – Brown, Larsson (79. Arrhov), Götze (70. Knauff), Doan – Bahoya, Amaimouni-Echghouyab (79. Skhiri)- Kalimuendo (17. Dahoud)

Auswechselbank: Grahl (ETW), Zetterer, Kosugi, Baum

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander (46. Machino), Elvedi, Takai – Castrop (65. Scally), Reitz, Engelhardt, Stöger (65. Bolin), Ullrich – Honorat, Tabaković (79. Mohya)

Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Friedrich, Chiarodia, Neuhaus, Urbich

Tore: 1:0 (Brown, 24.), 2:0 (Amaimouni-Echghouyab, 34.), 3:0 (Knauff, 75.)

Gelbe Karten: Götze, Arrhov / Reitz, Engelhardt

Bes. Vorkommnis: Keine

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Zuschauer: 59.500 (Deutsche-Bank-Park, ausverkauft)