Ein gewohntes Bild: Enttäuschte Gesichter bei Borussia. Foto: Dirk Päffgen
Borussia taumelt nach der 0:3-Niederlage weiter vor sich hin. In Frankfurt zeigten die Fohlen zwar in der ersten Hälfte ein ordentliches Auswärtsspiel, präsentierten sich offensiv wieder einmal viel zu harmlos. Der Trend geht nur noch nach unten. Wie die Verantwortlichen die Niederlage einschätzen, verraten wir in unserem Nachbericht.
Trotz Karneval herrscht bei Borussia Mönchengladbach alles andere als Partystimmung. Ganz im Gegenteil: Schaut man auf die Spiele und die nackten Zahlen, herrscht schon seit Wochen Aschermittwoch. Seit sechs Spielen wartet die Elf vom Niederrhein auf einen Sieg. In den letzten zehn Partien durften die Borussen sogar nur einmal als Sieger den Platz verlassen.
Alles eine Frage der Qualität
Zunächst sah es recht ordentlich aus, was die Fohlenelf im Waldstadion anbot. Man stellte die verunsicherte Frankfurter Hintermannschaft vor Probleme, verpasste es aber mal wieder, sich für den Aufwand zu belohnen. »Gerade in der ersten Hälfte haben wir das gut gemacht und hatten auch genug Chancen. Aber die Frankfurter haben sich in alles hineingeworfen und nahezu jeden Schuss geblockt. Und dann bekommen wir zwei unnötige Gegentore. Frankfurt war in beiden Strafräumen am Ende einfach konsequenter«, resümierte Haris Tabaković.
Auch Yannik Engelhardt fand, dass die Fohlen »gut ins Spiel gekommen sind, druckvoll waren und Chancen hatten.« Doch was fehlte, war ein Tor. Stattdessen zeigte die Eintracht auf der anderen Seite, wie einfach es gehen kann. »Dann sind wir einmal nicht konsequent genug und bekommen das Gegentor. Dann geht das Spiel so weiter, wir sind wieder am Drücker – und bekommen das zweite Gegentor. Ich kann uns eigentlich wenig vorwerfen, außer dass wir die Tore nicht gemacht haben. Die Chancenüberlegenheit hätten wir in Tore ummünzen müssen, da waren wir nicht konsequent genug«, fand Engelhardt.
Zahlen des Schreckens
Im Toreschießen liegt derzeit wohl das Hauptproblem von Borussia. Schon seit Wochen mangelt es in der Offensive an Quali- und Kreativität. Das Spiel von Eugen Polanski ist, so knallhart muss man es sagen, zu berechenbar. Es scheint auch, als glauben die Spieler ab dem Sechzehner plötzlich nicht mehr an sich selbst und können ihre Fähigkeiten nicht abrufen. Das verrät auch das Torverhältnis der letzen sechs Spiele: Nur mage drei Treffer brachten die Fohlen zustande, bei gleichzeitig 13 kassierten Gegentoren. Mit nur sieben unterschiedlichen Torschützen im Kader stellen die Gladbacher den schlechtesten Wert der Bundesliga.
»Am Ende hatten wir einfach zu wenige Abschlüsse, die wirklich auf das Frankfurter Tor gingen, da waren wir nicht zwingend genug. So kann man dann keine Tore schießen, obwohl wir bis zum Strafraum eigentlich einiges gut gemacht haben«, erklärte Rocco Reitz. Borussias Kapitän kam deshalb zum Fazit, dass »der Sieg für Frankfurt schon gerecht war, weil sie das einfach besser gemacht haben.« Laut dem 23-Jährigen »ist jedem die Situation bewusst, in der wir uns befinden. Wir müssen uns gemeinsam dagegen wehren, nicht weiter unten rein zu rutschen.« Worte, die man Woche für Woche hört, aber Taten vermissen lassen.
Punkteschnitt spricht Bände
Und so wird auch langsam der Druck auf Polanski größer. Sicherlich wäre es vermessen, jetzt die zweite Trainerdiskussion der Saison zu eröffnen. Der Coach ist auch bei weitem nicht das alleinige Problem, aber immerhin Teil von diesem. Und so wird sich der 39-Jährige ärgern, dass er seinen mageren Punkteschnitt von 1,14 pro Spiel (zuletzt war nur Michael Frontzeck mit 1,05 schwächer) nicht verbessern konnte.
»Ich bin extrem enttäuscht, weil die Niederlage total unnötig war. Eigentlich ist alles aufgegangen, wie wir uns das vorgestellt hatten, wir haben zwischen den Sechzehnern ein gutes Auswärtsspiel gemacht und uns am Ende nicht belohnt, weil in beiden Strafräumen am Ende der Gegner besser war. Das war vermeidbar und eine Frage der Qualität bei den Abschlüssen. Da war heute deutlich mehr drin«, gestand Polanski. Nun hat er eine Woche Zeit, seine Mannschaft auf das schier unmögliche Vorzubereiten: Den ersten Auswärtssieg in Freiburg seit fast zwei Jahrzehnten.

