Zwei Torschützen: Matthias Ginter und Haris Tabaković. Das bessere Ende hatte Ginter. Foto: picture alliance / Foto Huebner | Foto Huebner
Erneut muss sich Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga geschlagen geben. Beim SC Freiburg setzte es am Sonntag eine 1:2-Niederlage. Wieder präsentierten sich die Borussen offensiv zu ideenlos, ein Ex-Gladbacher traf indes zur Freiburger Führung.
Historisches musste am Sonntag erreicht werden, schließlich hat Borussia Mönchengladbach zuletzt im Jahr 2007 beim SC Freiburg gewonnen. Ein 3:1 gab es damals aus Borussen-Sicht in der Saison 2007/08, als der Verein letztmals in der zweiten Liga spielte. Doch für die Aufgabe am Sonntag musste Trainer Eugen Polanski weiterhin auf Tim Kleindienst, Nathan Ngoumou (beide Reha), Alejo Sarco (Kapselriss im Fußgelenk), Robin Hack und Giovanni Reyna (beide Aufbautraining) verzichten. Zudem fehlten Stürmer Jan Urbich (angeschlagen) und Kapitän Rocco Reitz – er hatte sich bei der 0:3-Niederlage in Frankfurt die fünfte gelbe Karte abgeholt.
Zurück von einer Gelbsperre kehrte dafür Kevin Diks in die Startaufstellung, an der Polanski zwei weitere Änderungen vornahm. Jens Castrop musste etwas überraschend auf der Bank Platz nehmen, für ihn startete Joe Scally auf rechts, ebenso ersetzte Hugo Bolin in seinem Startelf-Debüt Kevin Stöger. Weiterhin verteidigten Kota Takai und Nico Elvedi als Kapitän in der Dreierkette vor Torhüter Moritz Nicolas, Lukas Ullrich begann auf der linken Schiene neben der Doppelsechs aus Yannik Engelhardt und Philipp Sander. Offensiv starteten Franck Honorat und Haris Tabakovic neben Bolin.
Gladbach beginnt behäbig
Dabei übernahmen die Gastgeber zu Beginn die Kontrolle, spielten früh um den Gladbacher Strafraum herum und zwangen die Borussen, es über Konter zu probieren. Der erste Abschluss gehörte Freiburgs Igor Matanovic, flog aber weit am Tor von Nicolas vorbei (11.). Auf der anderen Seite fehlte es Gladbach wie schon in der Vorwoche an Durchschlagskraft, Noah Atubolu im Freiburger Tor erlebte einen weitgehend ruhigen Spielbeginn.
Erst in der 25. Minute musste der Keeper einen ungefährlichen Distanzschuss von Honorat parieren, Tabakovic stand zuvor jedoch im Abseits. Dafür musste auch Nicolas nur drei Minuten später erstmals zupacken, doch sowohl den Flachschuss von Yuito Suzuki als auch die Hereingabe von Patrick Osterhage fing Borussias Schlussmann sicher ab. Und auch offensiv trat Nicolas in Erscheinung, als er Engelhardt mit seinem Abschlag über links schickte, der wiederum auf Honorat ablegte. Der Franzose fand Tabakovic in der Mitte, der Bosnier traf den Ball aber nicht richtig (31.).
Ex-Borusse Ginter bringt Freiburg in Führung
Das gelang dem Ex-Borussen Matthias Ginter auf der anderen Seite dafür umso besser: Nach einem Einwurf verlängerte Diks unglücklich per Kopf, in der Mitte drückte Ginter den Ball technisch anspruchsvoll über die Linie zur Freiburger Führung (38.). Bis zur Pause probierte es Gladbach über hohe Bälle, doch suchten seine Mitspieler Tabakovic vergebens – es blieb beim Rückstand zum Halbzeitpfiff.
Etwas mutiger begannen die Borussen im zweiten Durchgang, drängten Freiburg zeitweise in die eigene Hälfte, zu klaren Chancen kam es dennoch nicht. Das änderte sich auch nach einer Stunde nicht, weswegen Polanski gleich dreifach wechselte. Shuto Machino, Jens Castrop und Wael Mohya kamen für Engelhardt, Bolin und Ullrich in die Partie (61.). Schnell lag die Aufmerksamkeit aber wieder auf dem Spielgeschehen, als Nicolas seine Mannschaft auf der Linie herausragend in der Partie hielt (64.).
Tabakovic kontert Matanovic
Erst in der 68. Minute trat Gladbach wieder vor dem gegnerischen Tor in Erscheinung, es war eine missglückte Hereingabe von Mohya. Und nur zwei Minuten später folgte gleich der zweite Versuch durch Diks, der Atubolu im kurzen Eck aus halbrechter Position testete und dem damit der erste Gladbacher Schuss auf das Tor der Gastgeber gelang.
Besser machten es die Freiburger: Nicolas lenkte einen Schuss von Maximilian Eggestein zur Seite ab, wo Matanovic lauerte und nur noch zum 2:0 einschieben musste (74.).
Einmal jubelten die Borussen vergebens, nachdem ein geblockter Schuss von Mohya bei Tabakovic landete, doch der Stürmer stand hauchzart im Abseits, als er die Kugel über die Linie brachte (82.). Drei Minuten später zählte der Treffer dann aber – der eingewechselte Kevin Stöger schlug eine Ecke punktgenau auf Tabakovic, der per Kopf auf 1:2 verkürzte (85.).
Gladbacher Bemühungen kommen zu spät
Das gab den Borussen noch einmal Energie, die jetzt ihr Mögliches probierten. Mit einem großen Zettel in der Hand lief Castrop in der fünfminütigen Nachspielzeit über das Feld und wies seine Kollegen im Auftrag Polanskis an, alles nach vorne zu werfen. Beinahe wäre das auch gelungen, als Mohya einen Ball von Treu eroberte und Tabakovic in der Mitte bediente, Christian Günter kam diesem jedoch zuvor (90.+2).
Wenig später ertönte der Schlusspfiff im nächsten Negativ-Ergebnis für die Borussen. Sieben Spiele dauert die Sieglos-Serie nun an, Gladbach steckt weiter fest im Abstiegskampf und muss am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Union Berlin unbedingt einen Dreier landen.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
SC Freiburg: Atubolu – Treu, Ginter, Ogbus, Günter – Eggestein, Osterhage – Beste, Suzuki (79. Höhler), Grifo (79. Scherhant) – Matanovic
Auswechselbank: F. Müller (ETW), A. Jung, Makengo, Steinmann, Tarnutzer, Irié, Philipp
Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Diks (83. Stöger), Elvedi, Takai – Scally, Sander, Engelhardt (61. Castrop), Ullrich (61. Mohya) – Honorat, Tabakovic, Bolin (61. Machino)
Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Sippel (ETW), Friedrich, Chiarodia, Neuhaus
Tore: 1:0 (Ginter, 38.), 2:0 (Matanovic, 74.), 2:1 (Tabakovic, 85.)
Gelbe Karten: Beste / Engelhardt, Takai
Bes. Vorkommnis: Keine
Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)
Zuschauer: 34.700 (Europa-Park-Stadion, ausverkauft)

