VollGAS-Analyse nach Freiburg: »Sie spielen und spielen, aber kreieren sehr wenig«

Franck Honorat und die Borussen enttäuschten in Freiburg. Foto: Dirk Päffgen

Bei der Niederlage in Freiburg offenbarten sich die Probleme von Borussia Mönchengladbach einmal mehr. Vor allem offensiv fehlt es an Mitteln, Spiele zu gewinnen. Welches klare Urteil ein Experte trifft: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach. 

Eine Überraschung ist die Niederlage von Borussia Mönchengladbach beim SC Freiburg angesichts der Historie keineswegs. Während die Partie bereits von Anfang an nur schleppend verlief, fanden die Borussen ein weiteres Mal keine Mittel, um zielstrebig nach vorne zu spielen. Sinnbildlich dafür war der Torschuss von Franck Honorat in der 25. Minute, der erste von Gladbach überhaupt auf das Tor von Noah Atubolu, der in die Statistik hätte eingehen können – doch Haris Tabakovic stand unmittelbar zuvor im Abseits, der Schuss wurde also gar nicht gewertet. 

Diks gelingt erster Torschuss in der Schlussphase 

Es dauerte weitere 45 Minuten, bis Atubolu einen direkten Schuss auf seinen Kasten parieren musste, Kevin Diks probierte es aus der Distanz. Nur vier Minuten später stand es bereits 2:0 für die Gastgeber, die bis dahin keine Überleistung benötigten, um ihre Gäste vom eigenen Tor fernzuhalten. Denn auch nach 90 Minuten ergibt sich ein klares Bild: Borussia weiß mit dem Ball zu wenig anzufangen, es fehlt offensiv an Kreativität und Konsequenz.

Insgesamt zwölf Schüsse der Borussen auf und neben das Tor der Freiburger führten zu lediglich einem Treffer, auf der anderen Seite waren es zehn Torschüsse, von denen zwei ihren Weg in das Tor von Moritz Nicolas fanden. Vergleicht man die xGoals, bestätigt sich das tatsächliche Ergebnis, denn auch hier gewinnt der SCF mit 1,73 zu 0,72 xGoals. Wie schon bei der Niederlage der Borussen bei Eintracht Frankfurt gelangen Gladbach paradoxerweise mehr xAssists, also erwartete Torvorbereitungen, nämlich 1,49 zu lediglich 0,56 xAssists auf Freiburger Seite.

Schweinsteiger mit klarem Gladbach-Urteil

Das zeigt: Der SC machte viel aus seinen Möglichkeiten, profitierte speziell beim 2:0 von der Gladbacher Nachlässigkeit, die Borussen auf der anderen Seite konnten wiederum so viele Bälle wie möglich in die Gefahrenzone bringen – ein Treffer wollte lange Zeit nicht fallen. Das bestätigt auch der Ballbesitzwert, der bei Gladbach bei 63 Prozent lag, was für ein Auswärtsspiel umso ungewöhnlicher ist, aus dem das Team von Eugen Polanski aber keinen Vorteil schlagen konnte.

Fazit: Von VollGAS-Fußball fehlt derzeit jede Spur. Eine Aussage von DAZN-Experte Tobias Schweinsteiger fasst die derzeitige Lage gut zusammen: »Wir haben vor dem Spiel gehört, dass es eine ‚richtig gute Trainingswoche’ war. Ich kenne das aus meiner Erfahrung: Du trainierst innerhalb deiner Mannschaft gegen die vermeintlich nicht so Guten und es entwickelt sich ein falsches Gefühl. Borussia Mönchengladbach spielt genau so Fußball: Sie spielen, spielen, spielen, aber sie lassen sehr viel zu und kreieren sehr wenig«, lautete Schweinsteigers deutliches Urteil.

Darf Mohya gegen Union beginnen? 

Deshalb werden im kommenden Heimspiel gegen Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr) andere Mittel gefragt sein. Gezeigt hat beispielsweise Wael Mohya, dass er mit seiner Unbekümmertheit der Mannschaft helfen kann, schließlich hätte Mohya beinahe den Last-Minute-Ausgleich vorbereitet, als Freiburgs Christian Günter Tabakovic jedoch zuvorkam. Diese letzten zehn Minuten sollte Gladbach mitnehmen in die Partie gegen Union – als Beweis, dass die Borussen doch noch treffen können und als Erinnerung, dass es nur mit Entschlossenheit gelingen wird im Kampf gegen den Abstieg.