Lichtblick am Freitagabend: Wael Mohya erzielte sein erstes Profitor. Foto: Dirk Päffgen
Am Ende war es zwischen den Bayern und Borussia eine klare Sache. Den Fohlen fehlten letztlich die Mittel, um dem Rekordmeister Paroli bieten zu können. Besonders ärgerte die Fohlen die Rote Karte und das zweite Gegentor kurz vor der Halbzeitpause.
»Es ist keine Schande, beim FC Bayern München mit 1:4 zu verlieren«, sagte Nico Elvedi kurz und knackig. Damit hat der Abwehrspieler von Borussia Mönchengladbach in erster Linie komplett recht. Der Schweizer schob aber nach, dass »uns diese Niederlage trotzdem ärgert.« Es waren immer wieder Kleinigkeiten, die sich letztlich summierten und Borussia die Niederlage brachten.
Zweites Tor der Bayern als Knackpunkt
Besonders der Gegentreffer kurz vor der Halbzeit, das 2:0, wurmte die Fohlenelf. Im übrigen war es das erste Kontertor der Saison, dass sich die Gladbacher einhandelten. »Das zweite Tor ist ärgerlich, weil es so kurz vor der Pause gefallen ist. In dieser Phase lassen wir uns auskontern, das darf uns nicht passieren. Wären wir mit 0:1 in die Halbzeit gegangen, wäre in der zweiten Halbzeit vielleicht noch etwas möglich gewesen«, bemerkte Elvedi.
Sein Schlussmann Moritz Nicolas pflichtete ihm bei. »Wären wir mit 0:1 in die Kabine gegangen, hätten wir uns noch einmal sammeln können, so wurde es natürlich extrem schwer«. Der 28-Jährige wusste genau, dass man »gegen eine Top-Mannschaft nicht alles verhindern kann. Dennoch haben wir eine ordentliche erste Halbzeit gezeigt, besonders im Spiel gegen den Ball.« Was den Fohlen, wie in den Spielen zuvor, fehlte, waren Entlastungen in der Offensive. Sicherlich erwartete gegen den Rekordmeister niemand ein Offensivfeuerwerk, aber die Verantwortlichen müssen dieses Kernproblem dringend in den Griff bekommen.
Eine fragwürdige Rote Karte
Der größte Aufleger des Spiels war jedoch der Platzverweis von Rocco Reitz. Borussias Kapitän musste eine ganz harte Entscheidung gegen sich hinnehmen. Zudem wurden die Fohlen mit dem Elfmeter und der Roten Karte doppelt bestraft. »In der zweiten Halbzeit wurde es spätestens nach der Roten Karte extrem schwierig für uns, aber ich habe auf jeden Fall eine Mannschaft gesehen, die sich gewehrt hat«, erklärte Eugen Polanski. Borussias Trainer wies vor dem Spiel darauf hin, »dass bei uns alles stimmen muss, um bei den Bayern erfolgreich zu sein. Das war leider nicht der Fall. In der ersten Halbzeit haben wir ein ordentliches Spiel gemacht, haben aber nicht mutig genug die Tiefe gesucht, wie wir es uns vorgenommen hatten.«
Wochen der Entscheidung
In der Tabelle richtete die Niederlage erstmal keinen größeren Schaden an, da sie gewissermaßen einkalkuliert wurde. Das könnte sich im Laufe des Spieltages allerdings bei entsprechenden Ergebnissen der Konkurrenz noch ändern. Für Borussia stehen nun überlebenswichtige Spiele gegen direkte Konkurrenten an. »Jetzt stehen entscheidende Wochen für uns an, die wir erfolgreich bestreiten wollen«, blickte Nicolas nach vorne. Am Freitagabend gastiert der FC St. Pauli im Borussia-Park und die Spannung ist bereits jetzt greifbar. Borussia hat es in der eigenen Hand, in welche Richtung sich die restliche Saison entwickelt.

