Rocco Reitz steht vor einem Wechsel zu RB Leipzig. Foto: Dirk Päffgen
Medial wird bereits von einer Einigung gesprochen, die zwischen RB Leipzig und Rocco Reitz bestehen soll. Doch würde ein Abgang von Borussias Kapitän auch andere Folgen haben als den Millionen-Regen. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.
Es ist nicht die beste Phase der Saison, in der Wechselgerüchte um Leistungsträger bei Borussia Mönchengladbach aufkommen könnten. Das liegt weniger daran, dass der Zeitpunkt ein ungewöhnlicher ist, sondern vielmehr daran, dass die Borussen nach 25 Spieltagen mitten im Abstiegskampf stecken. Jegliche Störfeuer verunsichern eine ohnehin schon unsichere Mannschaft daher nur noch mehr – doch drängt sich bereits seit Wochen die Frage auf, was mit Borussias aktuellem Kapitän Rocco Reitz im Sommer geschieht.
RB und Reitz wohl einig
RB Leipzig gilt als großer und anscheinend auch einzig ernsthafter Interessent für Reitz. Von einer Einigung zwischen Spieler und Klub ist medial die Rede, wie Sky unter anderem berichtet, nur Borussia müsste sich noch mit RB auf eine Ablöse einigen, da die Sachsen die festgeschriebene Ausstiegsklausel von 25 Millionen Euro wohl nicht zu zahlen bereit sind. Dabei gibt es gute Gründe, wieso Borussias Head of Sports Rouven Schröder und sein Team sich auch unterhalb dieser Summe gesprächsbereit zeigen dürften.
Auf der Hand liegt, dass ein Betrag in Höhe von rund 20 Millionen Euro der klammen Gladbacher Kasse mehr als guttun würde. Im Mittelfeld herrscht bei den Borussen darüber hinaus der geringste Qualitätsmangel: Philipp Sander und Jens Castrop stünden bereits im Kader, Yannik Engelhardt ist zwar nur ausgeliehen, doch würde sich Borussia bei einem Reitz-Abgang sicher um einen festen Transfer von Engelhardt bemühen. Zudem ist Florian Neuhaus noch bis 2027 vertraglich gebunden und dürfte sein letztes Vertragsjahr auch am linken Niederrhein verbringen wollen.
Wen würde Schröder mit den Reitz-Millionen holen?
Heißt: Im Zentrum könnte Borussia sich in Ruhe auf die Suche nach einem Reitz-Nachfolger begeben. Einen Eins-zu-Eins-Ersatz wird Gladbach nur schwer bekommen. Castrop kommt Reitz vom Profil am nächsten – er könnte den nächsten Schritt machen. Und auch abzüglich einer potentiellen Ablöse für Engelhardt bliebe wohl noch Kapital, um andere Mannschaftsteile aufzubessern. Die Außenverteidigerposition ist am schwächsten besetzt, hier dürfte Schröder nachlegen. In Kota Takai steht bereits ein polyvalenter Abwehrspieler in Borussias Reihen, auch Takai müsste fest verpflichtet werden – Gerüchten zufolge besitzt Borussia eine Kaufoption im Bereich der fünf Millionen Euro.
So wird Schröders Geschick gefragt sein, durch einen einzelnen Verkauf gleich mehrere Lücken qualitativ zu füllen. Neben dieser Herausforderung müsste sich im Kader erneut eine Führungsfigur hervortun – immer besser fand Reitz in seine Rolle als Kapitän, wenn auch er sich in den kommenden Jahren diesbezüglich hätte weiterentwickeln können. Die Fans würden in Reitz definitv eine Identifikationsfigur verlieren – und mit seinem neuen Klub alles andere als einverstanden sein. Doch Reitz, das darf nicht unerwähnt bleiben, scheint intern früh seinen Wechselwunsch hinterlegt und sich somit fair verhalten zu haben.
Gladbach erneut auf Führungsspieler-Suche
Wer könnte ab Sommer also die Führungs- und Identifikationslücke schließen, die ein Abgang von Borussias (Vize-)Kapitän zweifelsfrei hervorrufen würde? Tim Kleindienst ist da der erste Kandidat, und möglicherweise würde auch Engelhardt im Zentrum mehr Verantwortung übernehmen. Klar ist aber auch, dass Borussia es sich nicht leisten kann, ein entsprechendes Angebot abzulehnen.


