Gladbach holt wichtigen Heimsieg gegen St. Pauli

Große Freude: Joker Franck Honorat sorgte mit seinem Treffer gegen St. Pauli für die Entscheidung. Foto: Dirk Päffgen

Mit 2:0 gewann Borussia Mönchengladbach am Freitagabend gegen den FC St. Pauli. Kevin Stöger eröffnete den wichtigen Sieg im Abstiegskampf mit einem Traumor, ehe Joker Franck Honorat der Partie den Deckel draufmachte. Für die Borussen war es ein Pflichtsieg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Das nächste Flutlichtspiel stand am Freitagabend für Borussia Mönchengladbach an. Der FC St. Pauli war an den Borussia-Park gereist. Für die Partie musste Borussias Trainer Eugen Polanski weiterhin auf Tim Kleindienst (Reha), Nathan Ngoumou (Aufbautraining), Robin Hack (Muskelfaserriss in den Adduktoren) und Kota Takai (muskuläre Probleme) verzichten. Zudem standen Kapitän Rocco Reitz (Rotsperre) und Marvin Friedrich (muskuläre Probleme) nicht zur Verfügung. 

Dafür konnte Yannik Engelhardt nach seiner abgesessenen Gelbsperre wieder mitwirken und startete für Reitz; ebenfalls begann Wael Mohya anstelle von Franck Honorat. Das waren die einzigen Änderungen im Vergleich zur Niederlage beim FC Bayern.

Fohlenelf mit dem Kommando, St. Pauli abwartend

Es war schon vor der Partie mächtig Dampf auf dem Kessel. Aufgrund von Rauchschwaden nach Pyrotechnik verzögerte sich der Anpfiff um ein paar Minuten. Als der Nebel einigermaßen verzogen war, konnte es losgehen. Und die Borussen hatten sich einiges vorgenommen für diese Partei. Von Beginn an pressten sie hoch und suchten den schnellen Weg nach vorne.

So we in der 4. Minute, als Sander eine Flanke aus dem Halbfeld in die Gefahrenzone brachte. Tabaković war einschussbereit, stand aber im Abseits. Auch der nächste Angriff gehörte den Fohlen. Wahl verlängerte einen langen Ball von Elvedi unfreiwillig in den Lauf von Bolin, der am linken Pfosten völlig blank stand. Mit dem Oberschenkel drückte der Schwede den schwer zu nehmenden Ball aber am Tor vorbei (9.).

Viel Ballbesitz, aber keine Durchschlagskraft – Nicolas stark

Die Rollenverteilung in der Anfangsphase war somit klar: Die Fohlenelf übernahm gleich die Initiative und drückte St. Pauli tief hinten rein. Doch die Kiezkicker standen kompakt, ließen kaum eine Lücke und lauerten auf schnelle Umschaltmomente.

61 Prozent Ballbesitz hatten die Borussen in den ersten zwanzig Minuten und auch ordentliche Vorstöße. Doch ein Schuss aufs Tor stand bis dahin nicht zu Buche. Der erste gelang dann in der 22. Minute. Tabaković legte im Strafraum auf Stöger ab. Der Schuss aus halblinker Position war dann aber kein Problem für Vasilj.

Dann konnten sich die Borussen bei ihrem Keeper bedanken, dass man nicht plötzlich zurücklag. Nach einem Doppelpass auf links zwischen Ritzka und Irvine kam die Kugel den zweiten Pfosten zu Fujita. Sein Abschluss war gegen die Laufrichtung von Nicolas, doch der Keeper reagiere schnell und klärte mit der rechten Hand (28.).

Stöger erlöst die Borussen – mit einem Sahnetor

Mittlerweile waren auch die Gäste drin im Spiel. Gegen den Ball zeigten sich sich aggressiv und im eigenen Ballbesitz suchten sie immer wieder Sinani in der Spitze. Doch mitten in diese gute Phase herein sorgten die Fohlen für die Führung. Irgendwie bezeichnend aus einem ruhenden Ball heraus. Nach einem Foulspiel von Smith an Engelhardt gab es Freistoß für die Fohlen. Stöger legte sich die Kugel hin und versenkte sie perfekt über die Mauer hinweg im linken oberen Eck zum 1:0 (37.).

Mit diesem Ergebnis ging es dann in die Kabinen. Der Treffer hatte sichtlich gutgetan. Tabaković agierte vorn als Wandspieler, im Mittelfeld rückten Engelhardt und Stöger nach. Von St. Pauli kam offensiv nicht so viel. Was die Chancen aus dem Spiel anging ein ausgeglichenes Spiel. Vielleicht sogar mit leichten Vorteilen für St. Pauli. Stöger hatte bisher den Unterschied gemacht.

St. Pauli entschlossen aus der Kabine, Joker Honorat sticht

Unverändert ging es zurück auf den Rasen. St. Pauli spielt ees im letzten Drittel mal schnell, über Ando und Fujita sollte der Ball zu Ritzka. Elvedi zeigte sich aber aufmerksam und ging dazwischen (54.). Drei Minuten später nahm Polanski die ersten Wechsel vor und brachte Honorat und Ullrich (57.). Was die Torchancen anging, war es nach einer Stunde ein Duell auf Augenhöhe. Stögers linker Fuß hatte aber den Unterschied gemacht.

Dann aber nutzten die Borussen einen schönen Spielzug und sorgten für die Entscheidung. Scally ging einem Pass zur Grundlinie nach, die Aktion schien eigentlich schon erledigt. Doch der US-boy zurück auf Honorat, der mit links im Strafraums abzog und den noch leicht abgefälschten Schuss zum 2:0 flach in den Maschen versenkte (62.).

Ein ohne Frage wichtiger Treffer für die Fohlen, der sich aber keinesfalls angedeutet hatte. Der Polanski-Truppe war das natürlich egal. Sie lagen mit zwei Toren vorne und standen vor dem zweiten Heimsieg in Folge. 

Honorat und Diks verpassen 3:0

Es lief die Schlussviertelstunde im Borussia-Park. Polanski nahm nochmal einen Doppelwechsel vor und brachte Neuhaus und Maschine für Bolin und Tabaković (75.). St. Pauli war nun natürlich gefordert, während sich die Borussen zurückzogen und den Kiezkickern die Kugel überließen. Viel brannte aber nicht an, weil sich die Gäste an der starken Defensive die Zähne ausbissen.

Das 3:0 hatte Honorat schließlich auch auf dem Fuß, der Franzose lief alleine auf das Tor von Vasilj zu – doch traf nur den rechten Pfosten (79.). Zehn Minuten später hatte Diks nach einer Ecke ebenfalls die Gelegenheit auf den dritten Treffer, auch er köpfte jedoch vorbei. Dennoch blieb der Sieg ungefährdet. Beinahe wäre Neuhaus der lachende Dritte geworden, nachdem Vasilj ihn am eigenen Sechzehner anspielte, seinen Fehler jedoch ausbügelte.  

Und nach fünf Minuten Nachspielzeit war Schluss im Borussia-Park. Stöger und Honorat machten an diesem Abend den Unterschied. Die Borussen haben sich mit dem Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wieder etwas Vorsprung verschafft. So kann es am kommenden Samstag ins rheinische Derby gegen den 1. FC Köln gehen. 

Die Kurzstatistik zum Spiel: 

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Elvedi  (87. Chiarodia), Diks – Scally, Engelhart, Stöger, Castrop (57. Ullrich), Mohya (57. Honorat), Bolin (75. Neuhaus) – Tabaković (75. Machino)

Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Swider, Reyna, Sarco

FC St. Pauli: Vasilj – Dzwigala (67. Kaars), Wahl, Ando – Pyrka (88. Metcalfe), Smith, Irvine, Ritzka (67. Opi) – Fujita, Pereira Lage (67. Hountondji) – Sinani

Auswechselbank: Voll (ETW), Nemeth, Rasmussen, Ceesay, Hara

Tore: 1:0 Stöger (37.), 2:0 Honorat (62.)

Gelbe Karten: Tabaković / Wahl, Smith

Bes. Vorkommnis: Keine

Schiedsrichter: Daniel Schlager (Gernsbach)

Zuschauer: 49.202 (Borussia-Park)