Polanski vor dem Derby: »Egal was kommt, wir sind da«

Anspannung: Eugen Polanski und Rouven Schröder wollen den Derbysieg. Foto: Dirk Päffgen

Auch das 100. Rhein-Derby in der Bundesliga am kommenden Samstag wird kein Spiel wie jedes andere. Was Sportchef Rouven Schröder und Trainer Eugen Polanski vor dem Spiel optimistisch stimmt. 

»Das Spiel ist so wichtig wie jedes andere Bundesligaspiel, trotzdem wissen wir Bescheid, dass es noch einmal eine andere Bedeutung hat«, versichert Borussia Mönchengladbachs Trainer Eugen Polanski vor dem rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln. Dabei ist die Ausgangslage diesmal eine ganz andere als noch vor dem Hinspiel. Borussia zu diesem Zeitpunkt acht Punkte Rückstand auf Köln in der Tabelle, aus denen inzwischen drei Punkte Vorsprung geworden sind. Damals gewann Gladbach mit 3:1 – das darf gerne wieder so sein. »Wir haben ein sehr gutes Gefühl nach dem Hinspiel gehabt und wollen das Gleiche nach dem Rückspiel haben«, findet Polanski

Schröder: Vorzeichen vor dem Hinspiel waren andere

Etwas mehr als drei Wochen war Sportchef Rouven Schröder zum damaligen Zeitpunkt im Amt. »Die Vorzeichen im Heimspiel waren anders, da hatte Köln punktmäßig einen deutlichen Vorsprung vor uns«, erinnert sich Schröder an das Hinspiel. »Daran sieht man mal die Schnelllebigkeit des Geschäfts.« Er erwartet ein Spiel auf Augenhöhe, denn auch die Borussen seien heiß auf das Derby: »Jeder möchte spielen, jeder möchte im Kader sein, das wird etwas ganz besonderes im Rhein-Energie-Stadion zu spielen. Das Schöne ist, dass wir das klare Ziel haben und das auch benennen wollen, dass wir das Spiel gewinnen wollen« gibt sich Schröder optimistisch. 

Dabei ist das Derby zugleich das erste Spiel nach der Verkündung des Wechsels von Rocco Reitz zu RB Leipzig. Deshalb wünscht sich Schröder, »dass die Fans es genauso betrachten, dass der Verein über jedem Spieler steht. Wir wissen, dass sie uns gnadenlos unterstützen werden«, sagt er. An Reitz’ Einsatzbereitschaft bis zum Saisonende hat der Sportchef indes keine Zweifel, zudem leiste Reitz durch seinen Wechsel einen »ganz ganz elementaren Beitrag, dass es Borussia Mönchengladbach noch in Zukunft geben wird.« 

Auch sei anhand des Reitz-Wechsels ersichtlich, dass »sich Arbeit auszahlt«, wie Polanski betont.  Schließlich wechselt Reitz für die höchste Summe, die der Verein für einen selbst ausgebildeten Spieler je eingenommen hat. »Rocco hat noch sehr viel mit Borussia vor, dementsprechend freue ich mich auf die restliche Saison«, blickt Polanski auf die vorerst letzten Wochen von Reitz im Gladbach-Trikot.

Gladbach mit »Gefühl, füreinander da zu sein«

Der Kapitän kehrt nach seiner abgesessenen Sperre aus dem Bayern-Spiel zurück in die Mannschaft, die personell unverändert im Vergleich zum Heimsieg gegen den FC St. Pauli nach Köln fährt. Neben Reitz zählt auch Kevin Diks inzwischen zu den Leistungsträgern im Team und ist zugleich Polanskis verlängerter Arm auf dem Platz. »Er coacht Dinge, wo ich manchmal sage: So coacht eigentlich nur ein Trainer«, lobt Polanski den Indonesier. Diks wolle »dieses ‚sehr gut‘« auf dem Platz sehen, denn nur ‚gut‘ sei nicht gut genug, das sei Polanski direkt aufgefallen.

Auch deshalb hat sich Borussia in den vergangenen Wochen defensiv stabilisiert. Im Derby wird es auch darauf ankommen, aus einer defensiven Kompaktheit zu agieren. Warum das in der jüngeren Vergangenheit besser funktioniert hat als noch vor einigen Monaten lasse sich nicht anhand von Daten ablesen. »Es ist das Zwischenmenschliche, es ist ein Gefühl, füreinander da zu sein«, lautet Polanskis Erklärung.  

Um in Köln erfolgreich zu sein, gehe es darum, »bereit zu sein, auf alles was kommt. Die Atmosphäre wird besonders sein, es wird für beide Fanlager und Mannschaften besonders sein. Ich weiß, was wir vorhaben«, sagt Polanski. »Ich habe dieses Gefühl, dass wir einfach da sind gerade. Egal was kommt, wir sind da.« Und mit dieser Sicherheit sollen am Samstag drei Punkte her.