Jens Castrop war im Derby der „Man of the Match“. Foto: Dirk Päffgen
Ein turbulenter Auftakt spiegelte den Verlauf im rheinischen Derby zwischen Gladbach und Köln wider. Beinahe hätte es für Borussia zum Auswärtssieg gereicht – doch etwas fehlte von dem, was vor allem Einer zeigte. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Sechs Minuten plus Nachspielzeit fehlten Borussia Mönchengladbach, um im rheinischen Derby als Sieger vom Platz zu gehen und sich in der Tabelle auf Platz neun (!) zu bugsieren. So bleiben im Hamburger SV, Mainz 05, dem FC Augsburg und Union Berlin vier weitere Vereine zwischen Gladbach und der oberen Tabellenhälfte. Es wären also „Big Points“ gewesen, die die Borussen nur knapp 62 Kilometer Richtung Heimat mitgenommen hätten aus dem Rhein-Energie-Stadion.
Gladbach zweimal zu weit weg
Dass das 3:3 unter dem Strich leistungsgerecht war, fand auch Trainer Eugen Polanski nach der Partie. Das zeigt sich auch anhand der Zahlen zum Spiel. Beide Teams gaben sieben Torschüsse ab, beide hatten nahezu gleich viel Ballbesitz (48 Prozent für Borussia), und beide gewannen jeweils die Hälfte aller Zweikämpfe. Mit einem xGoals-Ergebnis von 1,71 zu 1,41 zu Gunsten Kölns fand die Partie im Unentschieden also ihren gerechten Abschluss.
Zu diesem Wert trug der Traumtreffer zum 3:2 von Jens Castrop mit einer Wahrscheinlichkeit von drei Prozent, statistisch gesehen, nur minimal bei. Es war nach eigener Aussage der beste Treffer in seiner Karriere. Und auch sein erstes Tor war besonders, schließlich erzielte er dieses bereits in der ersten Minute, schockte seinen Ausbildungsverein vom Anpfiff weg. Doch ebenso schnell reagierten die Gastgeber, nur drei Minuten später erzielten sie den Ausgleich, bei dem Joe Scally etwas zu sorglos gegen Said El Mala agierte und diesen zum Schuss kommen ließ, den Scally sogar noch abfälschte.
Castrop: »Man spielt solange, bis gar nichts mehr geht«
Das zeigte sich auch beim zweiten Gegentreffer weitere drei Minuten später, als Yannik Engelhardt bei einem Ball hinter die Kette zu weit weg von seinem Gegenspieler Jakub Kaminski stand, der ungehindert das 2:1 durch Ragnar Ache vorbereiten konnte. In beiden Fällen waren es also nur wenige Meter, die die Gegentreffer eventuell hätten unterbinden können. Gleichzeitig machten sich die Borussen eine Kölner Nachlässigkeit beim 2:2-Ausgleich durch Philipp Sander zunutze.
Der Assistgeber? Natürlich Castrop, dessen Einsatz auch sonst beispiellos war. Eigentlich hätte er vor seinem zweiten Treffer ausgewechselt werden können – es schmerzte ihm in der Fußsohle. »Aber es ist ein Derby, Da beißt man auf die Zähne und spielt so lange, bis gar nichts mehr geht und man herausgetragen werden muss«, gab sich der Dreifach-Scorer nach dem Spiel kämpferisch.
Punkt bringt Gladbach weiter
Es hätte vielleicht etwas mehr „Castrop“ gebraucht bei seinen Teamkollegen am Samstag, um den späten Ausgleichstreffer zu verhindern. Auch, wenn dieser nach einer Ecke schwerer zu verteidigen war als die ersten beiden Gegentreffer. Kurz darauf wurde in Castrop der Mann des Spiels ausgewechselt. Doch trotz des späten Gegentreffers können die Borussen mit der Leistung zufrieden sein, besonders deshalb, weil sie sich nach dem frühen Rückstand resilient gezeigt haben.
Gegen Heidenheim wartet nach der Länderspielpause eine Pflichtaufgabe im Borussia-Park – erfüllen die Borussen diese mit seinem Sieg, wäre ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt getan.
