Auf dem Prüfstand: Wie läufts bei Gladbachs Leihspielern?

Tomáš Čvančara kann auch in Glasgow nicht vollends überzeugen. Foto: Dirk Päffgen

Beim Blick auf die aktuelle Situation in Gladbach verliert man oft die Borussen aus den Augen, die derzeit andernorts auf sich aufmerksam machen wollen. Wie es um Gladbachs Leihspieler bestellt ist: Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.

Rouven Schröder, Head of Sports bei Borussia Mönchengladbach, hat mit Blick auf den Sommer auch auf die Leihspieler verwiesen – im Zweifel beeinflussen diese nämlich die weiteren Transferplanungen bei Borussia. Dass die Rückkehrer nach dem Sommer in Gladbach durchstarten, scheint dabei jedoch mehr als fraglich, schaut man sich ihre jüngsten Leistungen an. 

Čvančara auch in Glasgow kein Faktor

Angefangen bei dem wohl Wichtigsten, nämlich Stürmer Tomáš Čvančara. Beim Tschechen waren die Hoffnungen groß, dass er im Sommer einen Abnehmer findet, der zumindest einen guten Teil der zehn Millionen Euro Ablöse zahlt, die er Gladbach gekostet hat. Im Raum steht eine Kaufoption in Höhe von acht Millionen Euro, die Celtic ziehen könnte. Doch dafür müsste Čvančara erstmal auf sich aufmerksam machen. Nach einem verheißungsvollen Start mit vier Scorern aus drei Spielen nahm die Formkurve wieder ab. In den darauffolgenden Spielen wurde Čvančara zweimal gar nicht eingesetzt, einmal wurde er eingewechselt. 

Zuletzt stand der Tscheche aber wieder in der Startelf – einen Einsatz über eine 70 Minuten hinaus hat er jedoch erst einmal erhalten in der gesamten Saison. Und es bleibt dabei, dass Čvančara zu viele Chancen vergibt. Die Fantasie, dass er als Ersatz für Haris Tabakovic fungieren könnte, hat derzeit wohl niemand. Dasselbe gilt für Shio Fukuda, der beim Karlsruher SC noch deutlich weniger Einsatzzeiten erhält als Čvančara in Glasgow. Ungefähr die Hälfte aller Spiele ist Fukuda nur auf der Bank, vor zwei Kurzeinsätzen zuletzt wurde er gar zweimal überhaupt nicht für den Kader nominiert. 

Könnte Omlin in Gladbach wieder die Eins werden?

Dass der KSC seine Kaufoption für 1,5 Millionen Euro ziehen wird, scheint derzeit undenkbar. Auch Fukuda wird allem Anschein nach im Sommer erstmal nach Gladbach zurückkehren – aus seiner Sicht würde ein Verbleib am linken Niederrhein aber ebenso wenig Sinn ergeben wie aus der Perspektive des Klubs. So ist es auch bei Jonas Omlin, der bei Bayer Leverkusen die klare Rolle als Nummer zwei besetzt und seinen Markt für potentielle Abnehmer im Sommer nicht erweitern kann. 

Würde sich Gladbach bei einem Nicolas-Abgang überlegen, Omlin als ohnehin schon vorhandene Nummer eins einzusetzen, oder eher zukunftsorientiert mit einem jüngeren Torhüter weitermachen? Letzteres scheint wahrscheinlicher, Ex-Borusse Jonas Kersken, nun bei Arminia Bielefeld, wird in diesem Zuge oft erwähnt. An Omlin gibt es gerüchteweise Interesse vom FC Basel aus seinem Heimatland Schweiz. Das wäre ein Wechsel, der für alle Beteiligten Sinn ergeben würde. 

Kaum Spielzeit für die Sturm-Talente

Das scheint auch bei den letzten beiden Leihspielern ratsam, zumindest auf Leihbasis, wie bei Stürmer Noah Pesch. Nach anfänglichen Problemen wurde Pesch besonders in der Saisonmitte vermehrt eingesetzt, musste dann jedoch häufiger auf der Bank Platz nehmen und kam zuletzt auf vier Kurzeinsätze, von denen der längste nur über acht Minuten ging. Immerhin etwas mehr Spielzeit erhält Grant-Leon Ranos bei Eintracht Braunschweig, steuerte jedoch noch keinen einzigen Scorer-Punkt bei und dürfte somit ebenfalls zurückkehren im Sommer, wenn auch nur für kurze Zeit. Es wartet also einiges an Arbeit auf Schröder was die Leihspieler betrifft – als Direktverstärkung für Borussia kommt leider niemand von ihnen zurück.