Moritz Nicolas zeigte in Leipzig eine herausragende Leistung. Foto: Dirk Päffgen
Eine schlechte Leistung zeigte Gladbach bei RB Leipzig nicht, doch hätten die Borussen ohne ihren Schlussmann wohl eine deutlich höhere Niederlage hinnehmen müssen. Was Nicolas von anderen Torhütern in der Liga abhebt: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
An ihm lag es sicher nicht. Moritz Nicolas zeigte bei der 0:1-Niederlage von Borussia Mönchengladbach bei RB Leipzig eine herausragende Leistung, hielt seine Mannschaft mehrfach im Spiel – und trat nach der Partie mit deutlichen Worten hervor. Die Konkurrenz im Abstiegskampf hatte am Samstag schließlich verloren, sowohl der VfL Wolfsburg (1:2 gegen Eintracht Frankfurt) als auch Union Berlin (3:1 beim FC Heidenheim) blieben am Nachmittag ohne Punkte, später verlor der FC St. Pauli deutlich gegen den FC Bayern mit 0:5 daheim.
»Müssen endlich selbst punkten«
Doch davon möchte Nicolas nichts wissen. »Wir sollten ganz schnell damit aufhören, auf die Ergebnisse der Konkurrenten zu gucken. Wir müssen endlich selbst punkten, das ist das Einzige, was uns interessieren sollte«, sagte er mit Blick auf die gefährliche Lage, in der sich Borussia befindet. Deshalb werden noch Punkte benötigt – die aktuellen 30 sind nicht genug, um die Klasse zu halten, stellte Nicolas klar. »Dazu brauchen wir aber zwei Halbzeiten, in denen wir auf Augenhöhe sind. Das ist uns in Leipzig nach der Pause nicht mehr gelungen«, befand er.
Und damit hatte er Recht. Trotz einer engagierten ersten Hälfte setzte es die fünfte Niederlage aus zehn Spielen, die Gladbach jemals in Leipzig absolviert hat. Fünf Unentschieden kommen hinzu – einen Sieg holten die Borussen bei den Sachsen noch nie. Dabei implizieren die Werte, dass Gladbach durchaus Chancen auf etwas Zählbares gehabt hätte. 1,78 xGoals erarbeiteten sich Nicolas’ Vordermänner aus 15 Torschüssen. Immerhin 48 Prozent Ballbesitz hatten die Borussen zudem. Sogar mehr Zweikämpfe gewann Gladbach (53 Prozent), doch es nützte am Ende nichts, um die Niederlage zu verhindern.
Nicolas mit zehn weißen Westen
Es braucht mehr „Nicolas“, damit Borussia nicht noch tiefer in den Tabellenkeller rutscht. Denn Borussias Schlussmann brilliert nicht nur durch seinen Glanztag in Leipzig, bei dem er gleich mehrfach Schlimmeres verhinderte. In der ersten Hälfte reagierte er in letzter Instanz gegen Romulo überragend, in der zweiten Hälfte fischte er einen Distanzschuss von David Raum aus dem rechten Schrägeck. Erst in der 81. Minute war er geschlagen durch einen wuchtigen Schuss von Leipzigs Yan Diomande.
Auch im Ligavergleich beweist Nicolas, warum Gladbach auch über den Sommer hinaus eigentlich nicht auf ihn verzichten könnte. Denn mit zehn weißen Westen aus 29 Bundesligaspielen steht Nicolas auf Platz drei in dieser Statistik, gemeinsam mit Leipzigs Peter Gulasci, der dies jedoch in 22 Einsätzen erreichte. Vor den beiden rangieren nur Stuttgarts Alexander Nübel mit elf Spielen zu Null, hinter Dortmunds Gregor Kobel, der auf dreizehn weiße Westen kommt.
Verliert Gladbach nächsten Leistungsträger?
Daher scheint es unwahrscheinlich, dass Nicolas auch in der kommenden Saison weiter für Gladbach spielt. Zu viele Interessenten dürfte es geben, zudem könnte es für ihn die letzte Chance auf einen großen Vertrag sein, beispielsweise in der Premier League. Und auch, wenn Borussia weiterhin auf Transfereinnahmen angewiesen ist, wäre ein Nicolas-Verbleib aus sportlicher Sicht eine mehr als erfreuliche Nachricht. Denn nach dem Abgang von Rocco Reitz müssen die Borussen zusehen, dass sie nicht alle Leistungsträger verlieren.
