Auf dem Prüfstand: Ist Polanskis Aus bei Gladbach noch vermeidbar?

Augen zu und durch: Für Eugen Polanski gilt primär, mit den Fohlen die Klasse zu halten. Und dann?! Foto: Dirk Päffgen

Bei Borussia Mönchengladbach sorgt Eugen Polanski für Gesprächsstoff. Seit dem Remis gegen Mainz am vergangenen Sonntag steht der Trainer mehr und mehr in der Kritik. Polanski ist es nicht gelungen, die Probleme in den Griff zu bekommen. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach. 

Die Anfangseuphorie ist verflogen. Nach nun 30 Spieltagen steckt Borussia Mönchengladbach (weiter) mitten im Abstiegskampf, der Last-Minute-Ausgleich gegen Mainz 05 hat gezeigt, wie fragil das Gerüst Gladbach ist. Die Bilanz ist klar: In den letzten 17 Spielen hat Borussia gerade einmal drei Siege eingefahren – es ist mehr als überflüssig zu erwähnen, dass eine einfache Lösung die Probleme nicht beheben wird.

Schaut man sich die vergangenen Partien an, geben diese ein ganz unterschiedliches Bild, doch haben alle gemeinsam, dass ein wirkliches Erfolgserlebnis nur schwer zu finden ist. Da wäre die Partie in Leipzig, als sich die Borussen ordentlich präsentieren, doch mal wieder mit 0 Punkten vom Platz gingen. Schön zu spielen kann nicht mehr Gladbachs Anspruch sein, es geht um Punkte, dramatischer: Ums Überleben in der Liga.

Polanski ist es nicht gelungen, die Probleme in den Griff zu bekommen

Umso ratloser waren die Akteure auf und vor allem neben dem Platz, dass die Führung gegen Mainz in die Brüche ging. Dass es die Spielweise ihm inzwischen egal sei, stellte Sportchef Rouven Schröder nach der Partie fest, auch er möchte jetzt Ergebnisse sehen. Und die soll bis Saisonende noch Eugen Polanski liefern – doch was geschieht danach?

»Die Gedanken zur Nachsaison werden wir uns dann machen. Es ist ja auch klar, dass wir erfolgreichen Fußball spielen wollen«, wies Schröder eindeutig darauf hin, dass das nicht Gladbachs Art und Weise der Zukunft sein kann. Und impliziert damit, dass es eine größere Veränderung geben wird vermutlich auf der Trainerbank. Denn: Auch Polanski ist es nicht gelungen, die Probleme in den Griff zu bekommen, die sich schon Seoane ankreiden lassen musste.

Immer wieder fragwürdige Auftritte und zum Teil diskutable Einwechslungen häuften sich. Der Mannschaft fehlt es an Stabilität. Das in den Griff zu kriegen, ist nun mal Aufgabe des Trainers, auch wenn in Gladbach daran einige gescheitert sind. Neben Seoane musste auch Daniel Farke erleben, dass die Spielweise mit entscheidet über die Zukunft eines Trainers. Es wäre demnach nur logisch, wenn Polanski das selbe Schicksal ereilen würde.

Heißt das, dass dann alles gut wäre? Mit Sicherheit nicht. Denn die weitere Entlassung eines Trainers bedeutet das Eingeständnis, dass die Probleme über den Trainerstuhl hinausgehen. So sehr Polanski auch der Erfolg und Verbleib aus menschlicher Sicht zu wünschen wäre, wird er aber wahrscheinlich der erste sein, der die tiefgreifenden Veränderungen zu spüren bekommen wird. Auch wenn das bei weitem nicht ausreichen wird, damit Gladbach sich in der neuen Saison im Falle des Klassenerhalts nicht in einer noch schlimmeren Situationen wiederfindet.