»Haben alles in der eigenen Hand« – schafft Borussia den nächsten Schritt? 

Die Fohlen brauchen dringend drei Punkte. Foto: Dirk Päffgen

Borussia hat in Wolfsburg die große Chance, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. Gelingt das nicht, rutschen die Fohlen nochmal tiefer in den Strudel hinein. Aktuell beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz fünf Punkte. 

Wie verkraftet Borussia das Mainz-Spiel? 

Das späte 1:1 gegen den FSV Mainz 05 war für Borussia Mönchengladbach fast schon so etwas wie ein Genickbruch. Die sicher geglaubten Punkte wären immens wichtig gewesen, aber die Borussen brachten die Führung nicht über die Zeit. »Das Ergebnis gegen Mainz hat sich aufgrund des späten Gegentores wie eine Niederlage angefühlt«, gestand Rouven Schröder. Borussias Sportdirektor ist es aber wichtig, »die Dinge richtig einzuordnen.« Für ihn gehören Enttäuschungen zum Sportgeschäft dazu, entscheidend ist nun eine Reaktion beim VfL Wolfsburg. 

»Entscheidend ist, dass man danach wieder Ruhe findet und sachlich weiterarbeitet. Ich nehme die Mannschaft sehr konzentriert wahr. Es wird intern viel gesprochen und intensiv gearbeitet. Das zeigt, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Wir müssen uns ein Stück weit abschotten und dürfen uns von außen nicht zu sehr beeinflussen lassen. Wir haben alles in der eigenen Hand«, bewertet der 50-Jährige die Ausgangslage. 

Noch alle Trümpfe in der Hand – Man muss sie nur nutzen 

Für ihn geht es im Abstiegskampf darum, »bei sich zu bleiben und den Fokus klar auf das nächste Spiel zu legen.« Dafür nimmt er nun die Mannschaft in die Pflicht. Aus den vergangenen 14 Bundesliga-Spielen holten die Fohlen lediglich zwei Siege – das ist die Bilanz eines Absteigers. Schröder: »Jeder muss seinen Teil beitragen, unabhängig davon, ob er in der Startelf steht oder von der Bank kommt. Es darf keine Eitelkeiten geben. Wir müssen als Mannschaft funktionieren und uns gegenseitig unterstützen. Gleichzeitig braucht es auch eine gewisse Lockerheit, um die Balance zu halten. Der Schlüssel ist, dass wir geschlossen auftreten und mit voller Überzeugung in die Spiele gehen.«

Auch Eugen Polanski weiß, dass »die eigene Leistung ausschlaggebend sein wird. Wir müssen über 90 Minuten das auf den Platz bringen, was wir uns erarbeiten, und dürfen uns von Kleinigkeiten nicht herausbringen lassen. Die Überzeugung, die wir im Training entwickeln, muss im Spiel sichtbar sein. Wenn wir das schaffen, dann haben wir die Qualität, um gegen jeden Gegner zu bestehen. Entscheidend ist, dass wir diese Leistung konstant über die gesamte Spielzeit abrufen.« Worte, die Borussias Trainer fast schon Woche für Woche predigt, doch bekanntermaßen fehlen die Ergebnisse. Die müssen nun dringender denn je eingefahren werden, damit Borussia den Klassenerhalt noch in der eigenen Hand behält. 

Wölfe besonders gerne gegen die Fohlen 

Für die Wolfsburger sind die Gladbacher so etwas wie der Lieblingsgegner. Gegen keinen Bundesligisten schafften sie mehr Erfolge als gegen Borussia (26). Nach dem 2:1-Auswärtssieg bei Union Berlin schöpft die Mannschaft von Dieter Hecking wieder neue Hoffnung. »Seit dem Trainerwechsel ist ein klarer spielerischer Ansatz zu erkennen, sie bringen ihre fußballerische Qualität auf den Platz, auch wenn sie sich dafür nicht immer mit Punkten belohnt haben. Jetzt haben sie wieder Selbstvertrauen getankt. Gleichzeitig haben sie zu Hause ihre Themen, und wie viele Mannschaften schauen auch sie auf die Tabelle und beschäftigen sich mit der Situation«, äußerte sich Polanski zum kommenden Gegner. 

Ob er eine Konsequenz aus der schwachen Vorstellungen zieht, ließ er sich noch nicht entlocken. »Das ist jede Woche eine Überlegung. Es ist positiv, dass viele Spieler auf verschiedenen Positionen ihre Leistung bringen können. Zu viele Wechsel sind aber auch nicht immer gut für die Stabilität. Es geht darum, die richtige Mischung zu finden.«

Zumindest personell entspannt sich die Lage gegen Ende der Saison. Lediglich der Langzeitverletzte Tim Kleindienst ist immer noch nicht ins Mannschaftstraining eingestiegen. »Insgesamt sind wir gut durch die Woche gekommen und haben keine größeren Ausfälle. In Tim Kleindienst haben wir weiterhin einen Spieler, der noch nicht im Mannschaftstraining ist, aber auf einem guten Weg ist. Tiago Pereira Cardoso ist nach seiner Krankheit im Aufbautraining. Bei Kevin Diks mussten wir die Belastung in den vergangenen Tagen etwas steuern«, sagte Polanski.