Kommt Wael Mohya am Sonntag im Borussen-Duell zum Einsatz? Foto: Dirk Päffgen
Am Sonntag trifft Borussia Mönchengladbach auf die beste Abwehr der Liga, zugleich hat Borussia Dortmund die zweitbeste Offensive. Wie Gladbach im Heimspiel dennoch gewinnen kann: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Die beste Abwehr der Liga muss Borussia Mönchengladbach am Sonntag ab 17.30 Uhr knacken, wenn Borussia Dortmund an den linken Niederrhein reist. Gerade einmal 31 Gegentore haben die Dortmunder in bislang 31 Partien kassiert – selbst der FC Bayern musste einmal mehr die Kugel aus dem eigenen Netz holen. Gladbach hingegen hat bereits 50 Gegentreffer hinnehmen müssen, liegt damit im Mittelfeld der Liga in dieser Statistik.
Schwache Offensive trifft auf stärkste Defensive
Dass es nicht noch mehr sind, liegt auch am überragenden Moritz Nicolas, der in der Weiße-Westen-Statistik gemeinsam mit Alexander Nübel vom VfB Stuttgart auf Platz zwei steht, beide Torhüter haben ihren Teams elfmal die Null gehalten. Auf dem ersten Platz steht, wenig überraschend, Gregor Kobel vom BVB, der 14 mal ohne Gegentor blieb. So wird Nicolas wieder eine Glanzleistung brauchen, damit gegen Dortmund ein weiteres Zu-Null-Spiel hinzukommt.
Denn: Auch in der Offensive zählt der BVB zur Ligaspitze, erzielte mit 65 Treffern die zweitmeisten Tore hinter Bayern auf Platz eins. Borussia hat dem mit nur 36 Treffern wenig entgegenzusetzen und ist mit diesem Wert im unteren Drittel der Liga angesiedelt. Gladbach hat zudem die drittwenigsten Torschüsse abgegeben in dieser Saison. Die Ausgangslage – schwache Offensive trifft auf stärkste Defensive – wirft Fragen auf nach Veränderungen im Vergleich zum Wolfsburg-Spiel.
Auch in Wolfsburg zu wenig Chancenqualität
Auch, wenn die Borussen zuletzt munterer aufspielten, gelang es ihnen trotzdem nicht, in Wolfsburg zu treffen. Neun Schüsse, davon nur drei auf das Tor der Wölfe, sprechen nicht für ein Offensiv-Feuerwerk der Gladbacher in der Autostadt. Nur 0,66 xGoals sind daraus entstanden, beim Thema Chancenqualität gibt es also nach wie vor Spielraum. 58 Prozent Ballbesitz waren jedoch ein Ausreißer nach oben – im Schnitt kommt Gladbach nur auf 46 Prozent.
Bleibt die Frage: An welchen Stellschrauben könnte Eugen Polanski drehen, um am Sonntag den Klassenerhalt – bestenfalls mit einem Sieg – vorzeitig klarzumachen? Zur Erinnerung: Direkt absteigen kann Gladbach nicht mehr, da der FC St. Pauli auf Platz 16 und Wolfsburg auf Platz 17 am letzten Spieltag noch aufeinandertreffen. Es würde auch genügen, wenn St. Pauli gegen Mainz 05 verliert und Wolfsburg nur einen Punkt holt beim SC Freiburg, da Borussia das um elf Tore bessere Torverhältnis im Vergleich zu den Wölfen hat, auf St. Pauli beträgt der Vorsprung sogar 13 Tore.
Gladbach: Hoffenheim als Vorbild
Gewinnt St. Pauli, muss Gladbach gegen Dortmund gewinnen, um den direkten Klassenerhalt so wahrscheinlich wie möglich zu halten – in Anbetracht des Torverhältnisses dürfte das aber reichen. Zurück zur Ausgangsfrage, wo die Borussen dem BVB gefährlich werden können, ist ein Blick auf die vergangenen Duelle der Dortmunder sinnvoll. Zuletzt gewann der BVB mit 4:0 im Heimspiel gegen Freiburg, davor jedoch verlor das Team von Niko Kovac mit 1:2 bei der TSG Hoffenheim.
Der Erfolgsschlüssel der TSG hieß dabei Effizienz. Nur vier Schüsse auf das Tor gaben die Hoffenheimer ab, Schlüsselspieler Andrej Kramaric stand dabei im Fokus. Gladbach sollte sich also bemühen, den eigenen Stoßstürmer Haris Tabakovic so oft wie möglich zu bedienen, wofür auch hohe Bälle ein Mittel sein werden. Franck Honorat ist in dieser Kategorie der erste Ansprechpartner. Auf der anderen Seite kommt ein Startelf-Einsatz von Robin Hack noch zu früh, in der Schlussphase dürfte Hack aber ein Faktor werden, wenn die Borussen ihre Gäste bis dahin auf Distanz halten.
Darf Mohya wieder spielen?
Und das geht auch mit weniger Ballbesitz und einer defensiven Kompaktheit. Hoffenheim hatte nur zu 46 Prozent den Ball, mit 2,4 zu 0,81 xGoals aber die deutlich bessere Offensive. So könnte Gladbach ebenfalls auf Konter lauern, und hier wäre neben Honorat auf rechts Wael Mohya für die linke Seite eine passende Option. Mit seinem Tempo und der noch nötigen Leichtigkeit könnte Mohya das Gladbacher Konterspiel vorantreiben, schließlich kam das Talent zuletzt zweimal gar nicht zum Einsatz.
Kurz gesagt: Aus einer Kompaktheit heraus auf Konter zu lauern und es bei Standards und in der Schlussphase mit hohen Bällen zu probieren, könnte den Weg zu den drei Punkten ebnen. Schließlich fällt im rotgesperrten Jens Castrop eine Option im Mittelfeld weg – und Polanski sollte diese mit Frische im Angriff füllen. Wie offensiv die Borussen agieren werden, ließ der Trainer in der Pressekonferenz am Donnerstag aber offen.
