1:3! Maßlos Enttäuschende Fohlen verlieren in Augsburg

Shuto Machino und die Fohlen liefen in Augsburg nur hinterher. Foto: picture alliance/dpa | Harry Langer

Mit 1:3 unterlag Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag beim FC Augsburg. Nach einem ordentlichen Auftritt in der Vorwoche beim Heimsieg gegen den BVB enttäuschte die Fohlenelf bei den Fuggerstättern defensiv wie offensiv auf ganzer Linie. Giovanni Reyna erzielte in der Nachspielzeit den Ehrentreffer. 

Borussias Trainer Eugen Polanski konnte im vorletzten Heimspiel der Saison nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Tim Kleindienst (Aufbautraining), Jens Castrop (Rotsperre), Nico Elvedi (Gelbsperre) und Haris Tabaković (muskuläre Probleme) standen nicht zur Verfügung. Im Vergleich zum Heimsieg gegen den BVB gab es zwei Änderungen: Kevin Diks ersetzte den gesperrten Elvedi in der Dreierkette und Shuto Machino den verletzten Tabaković.

Kein früher Elfer für den FCA, erster Abschluss gehört den Fohlen

In den neuen Auswärtstrikots hatten die Borussen Glück, dass es nicht schon nach wenigen Minuten Elfmeter gegen die gab. Diks hatte Kade an der Strafraumkante unsanft vom Ball getrennt, Schiedsrichter Reichel weiß die Pfeife stumm und auch der VAR hatte keinerlei Einwände (3.).

Dann passierte bei bei strahlendem Sonnenschein erstmal nicht allzu viel. Beide Mannschaften liegen die Kugel durch die Reihen laufen und tasteten sich ab. Für den ersten Abschluss sorgen dann die Fohlen. Nach einer Flanke von Honorat zog Scally aus spitzem Winkel ab, sein Schuss wurde geblockt. Der Nachschuss von Stöger flog dann weit am linken Pfosten vorbei (10.).

Zu wenig Tempo in den Aktionen

Zwanzig Minuten waren gespielt und die Zuschauer warteten immer noch auf die erste Großchance. Zwar hatten die Fohlen mehrheitlich den Ball (66 Prozent), kamen bisher aber nicht nachhaltig in die Gefahrenzone. Gleiches galt für den FCA, der nicht gefährlich wurde. Was vor allem daran lag, dass es bei den Vorstößen am nötigen Tempo fehlte. So hatten beide Teams kaum Mühe, die jeweiligen Angriffsbemühungen zu unterbinden.

Plötzlich führt der FCA, VAR kassiert das 2:0

In der 22. Minute probierte es dann Stöger mit einem Volleyschuss, der sich knapp neben den rechten Pfosten drehte. Zwei Minuten später durfte Augsburg dann jubeln. Rieder sah zentral vor dem Strafraum links Fellhauer, der aus spitzem Winkel frei vor Nicolas auftauchte. Zwar konnte Borussias Nummer eins zunächst klären, doch den Rebound nutzte Gregoritsch und schob aus fünf Metern zum 1:0 ins leere Tor ein (24.). Vier Minuten später traf der Österreicher erneut, doch diesmal schaltete sich der VAR ein und kassierte den Treffer aufgrund von hauchdünnem Abseits (28.). 

Vier Minuten probierte es Kömür, Nicolas war aber auf dem Posten und wehrte den Schuss ab. Seit dem Führungstreffer für die Fuggerstädter lief die Partie so ein wenig an den Fohlen vorbei. Sie mussten aufpassen, sich vor der Pause nicht noch ein zweites Gegentor zu fangen – weil vor allem defensiv die Kompaktheit und Konzentration fehlten.

Gladbachs Defensive nur Begleitservice, Fellhauer trifft

Auch die nächste Möglichkeit gehörte den Gastgebern. Gregoritsch trip auf links den Ball nach vorne und drang in den Strafraum ein. Dort suchte der Angreifer dann aus zwölf Metern den Abschluss. Nicolas war rechtzeitig unten parierte stark (36.).

Drei Minuten vor der Pause erhöhte der FCA dann auf 2:0. Kömür verzögerte vor dem Strafraum geschickt und legte den Ball dann in den Lauf von Fellhauer. Und der Joker blieb vor Nicolas cool und netzte ein (42.). In der Nachspielzeit dann ist das 3:0, aber Nicolas machte sich ganz lang und entschärfte den Kopfball von Kömür, die Ecke brachte nichts ein (45.+2).

Das 0:2 aus Sicht der Borussen war verdient. Die Fohlen offenbarten immer wieder große Lücken gerade auf der rechten Abwehrseite und sorgten offensiv für keine Gefahr. Nicolas verhinderte mit seinen Paraden Schlimmeres. Für den zweiten Durchgang mussten sich die Fohlen um Trainer Polanski etwas einfallen lassen.

Fohlenelf weiter enttäuschend

Zum zweiten Durchgang nahm Polanski einen Wechsel vor. Ullrich kam für Honorat. Wieder war es der FCA, der die erste Möglichkeit hatte. Kade eroberte erst das Spielgerät und machte sich dann auf den Weg in Richtung Strafraum auf. Dort tauchte er schließlich halbrechts auf und zog mit links aus acht Metern ab, Nicolas war erneut auf dem Posten (49.).

Der FCA machte weiter das Spiel, während die Fohlen wie gelähmt dahertrabten. Polanski  reagierte nach einer knappen Stunde und brachte gleich drei neue Kräfte. Einer von ihnen war Bolin, der es dann mal versuchte, die Kugel aber über den Querbalken setzte (64.). eine Minute später versuchte es Hack, sein Schuss landete in den Armen von Keeper Dahmen (65.).

VAR kassiert das 3:0 von Augsburg, dann trifft Gregoritsch

Vier Minuten später zappelte die Kugel im Anschluss an eine Ecke erneut in den Maschen von Nicolas, doch erneut meldete sich der VAR zu Wort und erkannte den vermeintlichen Kopfballtreffer von Fellhauer aufgrund von Abseits nicht an (69.). Vier Minuten später war der Deckel dann drauf auf der Partie. Kömür wurde links nicht richtig attackiert, zog ein paar Meter nach innen und visierte dann das rechte untere Toreck an. Nicolas lenkte den Ball zur Seite ab, doch dort lief gerade Gregoritsch ein und staubte aus zwei Metern zum 3:0 ins rechte Toreck ab (72.).

Reyna erzielt den Ehrentreffer

Die Schlussviertelstunde trudelte dann mehr oder weniger aus. Der FCA schaltete einen gang zurück, die Fohlen konnten weiterhin nicht. Den Schlusspunkt setzte dann Reyna. Reitz stand rechts am Fünfmeterraum frei vor Dahmen und legte quer nach innen, dort stand Joker Reyna blank und vollendete aus knapp acht Metern zum 1:3 unten rechts ins Eck (90.+2).

Kurze Zweit später war Schluss in der ausverkauften WWK-Arena und die Borussen verließen bedröppelt den Platz. Die Niederlage war völlig verdient und geht klar auf die eigene Kappe. Denn wer so uninspiriert auftritt und zudem in der Defensive rein gar nicht auf Ballhöhe ist, kann auch nicht erfolgreich sein. Darüber, dass ein solcher Auftritt generell möglich ist, nach einem ordentlichen Spiel gegen den BVB, muss gesprochen werden. Durch die Niederlage haben es die Fohlen verpasst, sich in der TV-Geld-Tabelle nach vorne zu schieben.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

FC Augsburg: Dahmen – Matsima, Gouweleeuw, Zesiger – Giannoulis (14. Fellhauer), Rieder, Jakić (62. Massengo), Wolf (62. Keitel) – Kömür (79. Claude-Maurice), Kade – Gregoritsch (79. Ribeiro)

Auswechselbank: Labrović (ETW), Banka, Schlotterbeck, Ogundu

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Diks, Chiarodia (59. Bolin) – Scally, Engelhardt, Reitz, Honorat (46. Ullrich) – Stöger (59. Reyna), Mohya (59. Hack), Machino (87. Sarco)

Auswechselbank: Olschowsky (ETW), Sippel (ETW), Takai, Neuhaus

Tore: 1:0 Gregoritsch (24.), 2:0 Fellhauer (42.), 3:0 Gregoritsch (72.), 1:3 Reyna (90.+2)

Gelbe Karten: Wolf, Jakić / Scally, Sander

Bes. Vorkommnis: Keine

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Sindelfingen)

Zuschauer: 30.660 (WWK-Arena, ausverkauft)