Fassungsloser Auftritt der Fohlen in Augsburg. Foto: picture alliance/dpa | Harry Langer
Im letzten Auswärtsspiel des Jahres zeigte Borussia eine mangelhafte Leistung. Der Auftritt bei der 1:3-Niederlage in Augsburg warf viele Fragen auf und war letztlich ein Spiegelbild der kompletten Saison. Vor allem Rocco Reitz ging mit den Fohlen hart ins Gericht, fand aber auch keine passenden Antworten.
Viel unrühmlicher als Borussia Mönchengladbach am Samstagnachmittag hätte man das letzte Auswärtsspiel der Saison kaum gestalten können. Noch vor dem Spiel wurde auf die Bedeutung der Tabellenplätze und den damit verbundenen TV-Einnahmen hingewiesen, doch bei den Akteuren auf dem Platz schien diese Botschaft nicht angekommen zu sein. Dabei hatte die Fohlenelf laut Eugen Polanski »die ersten 20 Minuten des Spiels vermeintlich unter Kontrolle, ohne aber wirklich einen Punch zu entwickeln.« Borussias Trainer stellte aber fest, dass »wir schnell mit 0:2 zurück lagen«.
Borussia zu harmlos
Erschreckend war dabei, wie einfach die Fohlen die Gegentore – mal wieder – kassierten. »Nach dem ersten Gegentreffer haben wir dann aber leider alles vermissen lassen und müssen uns ankreiden, dass wir schlichtweg viel zu einfache Gegentore kassiert haben«, merkte Philipp Sander an. Deshalb »ärgert« ihn die Leistung, da die Borussen »nicht auf 100 Prozent gekommen sind und dementsprechend ohne Punkte nach Hause fahren.«
Nach den drei Gegentreffern in Augsburg kassierten die Gladbacher nun insgesamt 53 Tore gegen sich. Zum Vergleich: in der kompletten Vorsaison waren es 57. Ob dies nun die ausgerufene Stabilität in der Defensive bedeutet, darf jeder selber interpretieren. Zwar verbuchte Borussia mit 63 Prozent deutlich mehr Ballbesitz, doch es bringt eben wenig, wenn man die Kugel in der eher ungefährlichen Zone hat und die Zielstrebigkeit im letzten Drittel vermissen lässt. »Entsprechend bin ich nicht zufrieden. Wir hatten die gleiche Marschroute wie gegen Dortmund, aber davon haben wir heute zu wenig abrufen können«, resümierte Polanski.
Deutlichere Worte fand Reitz, der sich sein letztes Auswärtsspiel im Trikot der Fohlenelf sicherlich auch ganz anders vorgestellt hat. »Ich habe nach dem Dortmund-Spiel gedacht, dass wir eine andere Leistung hinlegen. Ich bin ein bisschen angefressen. Das sind Dinge, die haben nichts mit Qualität zu tun: Einsatzbereitschaft und die Saison nicht abzuschenken, auch wenn wir schon gesichert sind.«
Keine Erklärung
Auch der 23-Jährige suchte vergeblich Antworten auf die vielen Fragezeichen, die die Fohlen in Augsburg hinterließen. »Das ist mir sehr gegen den Strich gegangen, dann kriegt man auch so einfache Gegentore. Ich wünschte, ich hätte eine Erklärung dafür. Aber ich kann es nicht verstehen, weil es auch nicht das erste Mal in dieser Saison ist. Das zieht sich durch. Ob wir mental nicht auf der Höhe sind, ob wir das Ding schon abgeschlossen haben – ich weiß es nicht«, gab sich Reitz etwas ratlos.
Zwar haben die Fohlen den Klassenerhalt nach dem Erfolg gegen Dortmund in der Vorwoche sicher, doch es ist schon sehr verwunderlich, dass die Planungssicherheit nicht eher ein Knotenlöser ist. Stattdessen blieb Borussia blass und verkrampfte. Die letzte Aufgabe der Saison gegen Hoffenheim, die noch um die Champions League kämpfen, wird sicherlich auch alles andere als unangenehm. Doch Gladbach wäre gut beraten, sich halbwegs vernünftig aus der gebrauchten Spielzeit zu verabschieden.

