Polanski nach Hoffenheim: Ein »fast perfektes Spiel«

Rouven Schröder, David Zibung und Eugen Polanski nach dem Sieg gegen Hoffenheim. Foto: Dirk Päffgen

Es kam doch noch zum versöhnlichen Saisonabschluss zwischen Borussia Mönchengladbach und seinen Fans im Borussia-Park. Was der 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim für die Zukunft von Polanski und seiner Mannschaft bedeutet.

Als »fast perfektes Spiel« bezeichnete Eugen Polanski den 4:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim. »Fast« nur deshalb, weil sich Haris Tabakovic verletzt hat – »wir hoffen, dass es für ihn nicht die WM gefährdet«, sagte Polanski. Von der Leistung seiner Mannschaft war der Trainer aber beeindruckt. »Offensiv wie defensiv war es genau das, was ich von meiner Mannschaft sehen will. Nicht nur das Ergebnis, sondern die Leistung«, blickte er auf das letzte Saisonspiel.

Polanski: »Lust auf mehr gemacht«

Das sei auch für die Zuschauer etwas besonderes gewesen. »Es freut mich für unsere Fans. Das Spiel heute war auch für sie. Die beiden letzten Heimspiele haben Lust auf mehr gemacht«, blickte der Trainer auf die neue Saison. Dabei habe man schon anhand der letzten beiden Heimspiele gesehen, »was in der Mannschaft steckt. Wenn du auf einmal ein bisschen befreiter aufspielen kannst, kann das guttun. Aber wir haben auch gesehen, dass es in Augsburg nicht gutgetan hat«, zog Polanski Schlüsse aus den vergangenen Partien. 

Gegen Hoffenheim entschied sich der Trainer defensiv für eine Viererkette, doch habe die Leistungssteigerung nichts mit der Formation zu tun gehabt. Es sei eher »die Art und Weise«, wie seine Mannschaft aufgetreten ist, die den Sieg ermöglichte. Auch die Rückkehr von Tim Kleindienst sei mit Blick auf die Zukunft wichtig gewesen, ebenso wie der Treffer von Robin Hack, der den Schlusspunkt einer turbulenten Saison markierte. »Ich glaube, rückblickend kann man sagen, dass die beiden uns schon gefehlt haben, besonders im Hinblick auf das Spielerische, aber auch als Typen«, wusste Polanski. 

Hack und Kleindienst erleichtert

Das bestätigten beide auch in den Interviews nach der Partie. »Bei meinem Jubel nach dem 4:0 ist einiges aus mir herausgebrochen. Nach einer langen Leidenszeit war das Tor für mich sehr emotional. Diese Saison mit einem Tor zu beenden, ist wunderbar. Auch für Tim freut es mich immens, dass er wieder da ist und ein paar Minuten spielen konnte«, zeigte sich Hack erleichtert. Und auch für Kleindienst sei es »das Maximum an Freude« gewesen. 

»Der herzliche Empfang der Fans war unbeschreiblich, ein sehr bewegender Moment für mich. Es war das Ziel, dass ich für mich diesen positiven Abschluss der Reha belohnt habe. Das geschafft zu haben, macht mich überglücklich«, resümierte er. »Und dann noch mit einem 4:0-Sieg gegen eine Mannschaft, die noch um die Champions League gespielt hat. Das war eine sehr reife Leistung von uns und ein perfekter Tag«, rundete Kleindienst sein Fazit ab.

Liegt Polanskis Zukunft doch in Gladbach?

Dabei war das Spiel nicht nur eins für die Fans und Spieler – vielmehr war es auch eins für Polanski selbst. Davon wollte er jedoch nach der Partie nichts wissen. »Wenn irgendjemand für den Trainer spielen muss, haben wir unseren Beruf verfehlt« befand er. Die Motivation jedes einzelnen schöpfe sich aus vielen Quellen. »Spieler spielen, um ihre Leistung zu bringen. Der eine hat mehr Motivation über Prämien, der andere über das Gefühl, das ‚Siegen wollen‘«, sagte Polanski. 

Am Ende seien »Mannschaft, Fans und Verein« das Wichtigste. Mit der Hälfte seines Teams werde er noch sprechen, um sich gegenseitig Feedback zu geben, verriet Polanski. »Und es werden auch Gespräche mit Rouven zu führen sein. Es wird sich auch noch ein bisschen ziehen«, erklärte er. Mit dem positiven Saisonabschluss hat Polanski zumindest ein starkes Argument gesammelt, dass seine persönliche Zukunft weiterhin als Cheftrainer in Gladbach liegt.