Rouven Schröder hat einiges zu tun im Sommer. Zunächst die Analyse mit Polanski. Foto. Dirk Päffgen
Direkt nach Abpfiff des Hoffenheim-Spiels musste sich Gladbachs Sportchef Rouven Schröder den Fragen über Borussias Zukunft stellen. Welche Mannschaftsteile er auf dem Transfermarkt verstärken will und wie es um Eugen Polanski bestellt ist: Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.
Nach dem 4:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach über die TSG Hoffenheim herrschte zunächst Erleichterung bei Borussias „Head of Sports“ Rouven Schröder. »Der Dreh von letzter Woche auf hier ist genau die Benchmark«, sagte Schröder unmittelbar nach dem Spiel mit Blick auf die Pleite der Borussen in Augsburg. »Man sieht, was wir für Möglichkeiten haben, wenn wir den Gegner dann auch beschäftigen. Dann sind wir schwer zu bespielen«, erklärte Schröder den »Fingerzeig dafür, dass Mut auch belohnt wird.
Schröder: »Zwei Bier mehr trinken«
Denn der Sieg gegen die TSG war ein psychologisch unheimlich wichtiger, wenn auch ein für die TV-Tabelle unbedeutender: Gladbach beendet seine Saison auf Platz zwölf, dort standen die Borussen schon in der Vorwoche. Trotzdem geht Schröder mit einem guten Gefühl in die Sommerpause. »Ich bin gegenüber meiner Familie gut drauf, bin im Umfeld gut drauf. Man kann einfach stolz auf das Gesamte sein«, befand er.
So sei er aber auch angefressen, wenn es nicht gut laufe. Von diesen Phasen gab es in der nun abgelaufenen Saison schließlich einige. Auch deshalb wollte Schröder zur Zukunft Eugen Polanskis nichts sagen. »Wir haben uns das fest vorgenommen. Es ist wichtig, dass wir heute einfach mal als Club hinsetzen, zwei Bier mehr trinken und mal innehalten: ‚Was ist überhaupt passiert?’ Um einfach mal runterzukommen, um einfach zu sagen: Das ist die Saison gewesen, auch mit Höhen und Tiefen, mit nem guten Ausgang, mit Luft nach oben. Wo wir spüren: Wir können es«, verriet er.
Polanskis Zukunft weiter unklar
Es fehlt ein klares Bekenntnis, doch eine eindeutige Aussage in Richtung Trainerwechsel blieb ebenfalls aus. Das dürfte wohl auch damit zusammenhängen, dass die letzten beide Heimspiele, darunter der Sieg gegen Borussia Dortmund, nochmal ein paar Prozentpunkte zugunsten Polanskis verschoben haben dürften. Darum werden er und sein Team sich in der anstehenden Woche die Zeit nehmen, über alles zu sprechen. Dazu zählen auch Transfers, bei denen ein potentiell neuer Trainer ein Wort mitzureden hat.
»Wir haben viele gute Ideen auf dem Transfermarkt, was die Zugangsseite betrifft. Ob das klappt, wird man sehen, aber auch solche Spiele machen ja Werbung für den Klub«, skizzierte Schröder die Planungen. Diese haben für die Offensive allerdings weniger Auswirken. »Geht mal in der Offensive den Kader durch, da werden wir gar nicht so viele Veränderungen haben. Wir haben Wael Mohya, Hugo Bolin schiebt nach, wir haben Hacki, wir haben Tim, der zurückkommt, Machino, der jetzt vielleicht sagt: Ich bin nicht bei der WM dabei. Aber der hat doch so viel drauf«, befand der Sportchef.
Gladbach vor größeren Änderungen
Bei aller Euphorie stelle Schröder jedoch auch klar, dass die Saisonanalyse ebenso nüchtern ausfallen werde wie es eine Woche zuvor der Fall gewesen wäre – Gefühle seien schließlich schlechte Ratgeber. »Es gibt Gründe für Positives, es gibt aber genauso Gründe für Aspekte, die wir besser machen wollen. Es geht ja um Borussia, wie wir uns ausrichten wollen, was wir verändern wollen. Es gibt ja grundsätzliche Fragen, wie wir aufgestellt haben und was wir verbessern wollen«, ließ er auf tiefer gehende Entscheidungen spekulieren.


