Polanski erhält zweite Chance und bleibt Trainer der Borussia

Rouven Schröder und Eugen Polanski werden weiterhin zusammenarbeiten. Foto: Dirk Päffgen

Borussia Mönchengladbach hat für Klarheit gesorgt. Nach der angekündigten intensiven Saisonanalyse gab der Klub am frühen Mittwochabend in einer digitalen Medienrunde bekannt, dass Eugen Polanski auch in der neuen Saison der Cheftrainer sein wird. Allerdings kündige Borussias „Head of Sport“ Rouven Schröder an, dass es kein „Weiter So“ geben wird. Die Hintergründe. 

Es hatte sich in den letzten Tagen immer mehr herauskristallisiert, nun ist es amtlich: Eugen Polanski wird in 2026/2027 als Verantwortlicher der Fohlenelf an der Seitenlinie stehen. Das hat die Saisonanalyse, die unmittelbar nach Saisonende auf allen Ebenen begonnen hatte, ergeben.

»Es wird kein Weiter-So geben«

Dabei war man sich in den Gremien einig, dass der 40-Jährige (Vertrag bis 2028) eine zweite Chance erhält. »Wir haben gemeinsam entschieden, mit Eugen als Cheftrainer weiterzumachen«, sagte Sportchef Rouven Schröder und fügte an: »Gleichzeitig sind wir davon überzeugt, dass es personelle Veränderungen geben muss – im Spielerkader, aber auch im Trainerteam. Mit den ersten Transfers haben wir diesen Prozess schon gestartet. Es wird kein Weiter-So geben, sondern wir müssen Dinge anpacken. Wir sind voller Tatendrang und haben große Lust auf die neue Saison.«

Grundlage dafür war und sind eingehende Gespräche auf allen Ebenen. »Wir haben uns offen, schonungslos und selbstkritisch untereinander ausgetauscht. Wir wollten nichts beschönigen. Wir haben im Team Sport nach ausführlichen Analysen einen Plan inklusive Maßnahmen erarbeitet und diesen transparent, kontrovers und offen in den Gremien diskutiert«, sagte Schröder. »Natürlich waren nach der vergangenen Saison nicht alle einer Meinung – was auch völlig normal ist, wenn eine Saison so verlaufen ist. Am Ende haben wir entschieden, die Dinge gemeinsam mit Eugen anzupacken.«

»Wir werden rund um Eugen herum ein verändertes Trainerteam aufbauen«

Das wird auch von Nöten sein, um in der kommenden Spielzeit nicht gleich wieder in den Abstiegsstrudel zu kommen und um eher den Klassenerhalt zu schaffen. Damit das gelingt, sind Änderungen im Kader, die Schröder bereits angestoßen hat, ohne Zweifel notwendig. Und auch im Staff wird es zu Veränderungen kommen.

»Wir sind dabei, den Kader für die neue Saison aufzubauen und die bisherigen Transfers wecken schon wieder richtig Lust auf die kommende Spielzeit. Wir werden rund um Eugen herum ein verändertes Trainerteam aufbauen, dabei wollen wir auf neue Impulse setzen«, kündigte Schröder an. »Es war ein klarer Wunsch von Eugen selbst, hier aktiv zu werden. Gemeinsam packen wir es an.«

Wie die aussehen werden und wer vom aktuellen Trainerteam in der 64. Bundesliga-Saison nicht mehr Teil der Fohlen sein wird, steht noch nicht fest. Dafür aber eben, dass Eugen Polanski weiter in der Verantwortung stehen wird. Dass dem so ist, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Frage nicht zu 100 Prozent beantwortet werden konnte, wer es denn viel besser machen könnte und vor allem auch bezahlbar ist.

»Er hat seinen Auftrag erfüllt: Wir wollten unbedingt die Klasse halten«

Weitere, gewichtige Gründe für Pro Polanski lieferte Borussias Schröder dann auch: »Eugen hat als junger Trainer bei seiner ersten Bundesligastation schon einige Herausforderungen gemeistert. Er hatte keine langfristige Vorbereitung mit der Mannschaft, in der er etwas hätte aufbauen können. Er kam in einer schwierigen Situation – inklusive neuem Sportchef – und hat diese angenommen und am Ende auch zum Erfolg geführt«, gab Schröder zu bedenken. »Er hat während der Saison zahlreiche Drucksituationen gemeistert. Und nicht zuletzt: Er hat seinen Auftrag erfüllt: Wir wollten unbedingt die Klasse halten. Jetzt wollen wir Eugen die Möglichkeit geben, eine Vorbereitung zu haben, um seine Ideen umzusetzen.«

Und in diesem Prozess hat sich auch Polanski hinterfragt und seine erste Zeit als Bundesliga-Coach reflektiert.  »Eugen war zu jeder Zeit in die Analyse involviert. Er hat sich sehr selbstkritisch gezeigt und darüber hinaus viele Verbesserungsvorschläge eingebracht. Man darf nicht vergessen: Eugen ist ein junger Bundesligatrainer, und jeder Bundesligatrainer beginnt irgendwann einmal«, so Schröder.

»Eugen hat schon während der Saison Kritik an ihm und die schwierige Situation angenommen, sich beispielsweise nie über Verletzungssorgen beschwert und für sich persönlich Rüstzeug für seine Zukunft hinzugewonnen.«

Die gemeinsame Zukunft beginnt ab jetzt – mit allem, was dazu gehört. An der Trainer-Entscheidung wird sich auch Schröder messen lassen müssen.  Polanski sowieso. Denn klar ist: Die letzte Saison hat bei den Fans keine nachhaltigen positiven Spuren hinterlassen und eine gewisse Skepsis ist nach wie vor vorhanden. Diese gilt es jetzt gemeinsam aus dem Weg zu räumen – damit 2026/27 eine bessere und erfolgreichere Spielzeit wird. Dazu gilt es, wieder eine Spielidee zu kreieren und vor allem erkennen zu lassen, womit man sich identifizieren und erfolgreich Fußball spielen kann…