Haben viel miteinander diskutiert und arbeiten weiter zusammen: Eugen Polanski und Rouven Schröder. Foto: Dirk Päffgen
Zum Ende der Saison blieb ein klares Bekenntnis der Verantwortlichen von Borussia Mönchengladbach zu Eugen Polanski zwar aus, doch nun ist klar: Mit Polanski als Trainer wird es in die neue Saison gehen. Die Gründe: Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von unserem Partner, der Kessels GmbH – Schweißen & Gase aus Mönchengladbach.
Noch nach dem 1:3 beim FC Augsburg, dem vorletzten Spiel der vergangenen Bundesligasaison, vermuteten viele, dass Borussia Mönchengladbach mit einem neuen Trainer in die Sommerpause gehen und Eugen Polanski nach einem Dreivierteljahr wieder entlassen würde. Nach dem 4:0-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim sah die Welt dann wieder anders aus: Es verdichteten sich die Anzeichen, dass Polanski das Vertrauen behält.
Schröder: kein ‚Weiter so‘
Und so ist es nun auch gekommen. »Wir haben uns entschieden, mit Eugen in die neue Saison zu gehen. Das ist auch kein ‚Weiter so‘, sondern wir werden Dinge anpacken müssen. Wir haben eine klare Analyse gemacht, auch mit Dingen, mit denen wir nicht zufrieden sind«, sagte Borussias Sportchef Rouven Schröder am Mittwoch.
Dabei hat er bereits selbst Veränderungen angetrieben: In Daniel Batz ist ablösefrei ein neuer Ersatzkeeper gekommen, sein Vorgänger Jonas Omlin als einer der Top-Verdiener wird sich wohl dem FC Basel anschließen. Ebenfalls ablösefrei ist nun Hannovers Kapitän Enzo Leopold an den linken Niederrhein gewechselt, das kann man durchaus als »Transfercoup« bezeichnen. Gleiches gilt für Rechtsverteidiger Yukhym Konoplya von Shakhtar Donezk.
Transfers sollen Polanski helfen
In Zento Uno kommt ein weiterer Mittelfeldspieler zu Gladbach, der wohl nur rund 500.000 Euro Ablöse kostet, Linksverteidiger David Herold ist bislang der Teuerste mit einer Transfersumme von 3,5 Millionen Euro. Weitere Transfers hängen wohl auch von weiteren Abgängen ab. Schon jetzt aber bekommt Polanski für das »Kein-Weiter-So« eine grundveränderte Mannschaft an die Hand.
Das zeigt: In der Saisonanalyse sind klar auch strukturelle Punkte als Ursache für großen Leistungsschwankungen analysiert worden. Mit einem verbesserten Team, so der Leitgedanke, wird Polanski erst wirklich zeigen können, wie seine Idee von Fußball zum Tragen kommen soll. Zumal ihm in der letzten Saison die wichtige Sommervorbereitung fehlte.
Hack mit Plädoyer für Polanski
Denn dort werden nehmen Trainingsinhalten auch persönliche Beziehungen aufgebaut. Die scheinen zwischen Polanski und seinen Spielern größtenteils zu stimmen. Beispielsweise Robin Hack stellte sich nach dem Klassenerhalt hinter seinen Coach, plädierte für dessen Weiterbeschäftigung. Auch das ist ein weiterer Grund dafür, wieso der Trainer bleiben darf.
Und dann wäre da noch die alles entscheidende Frage: Wer hätte es überhaupt besser machen sollen? Denn Polanski fing an unter dem Attribut „Trainer-Talent“ an, hatte zuvor keine Profi-Erfahrung und muss auch selbst den Raum bekommen, weiter in diese Rolle zu schlüpfen. Wael Mohya hat er mit aufgebaut und ihm eine Chance in der Bundesliga gegeben, den Klassenerhalt hat er erreicht, das sind weitere Pro-Argumente für seine Weiterbeschäftigung gewesen. Dennoch ließen manche Auftritte die Fans und Verantwortlichen in Ratlosigkeit zurück, weswegen sich die Diskussionen um einen neuen Coach bis zuletzt hielten und besonders auf Fanseite weitergeführt werden.
Gladbach kriegt neues Trainer-Team
Allerdings wird sich auch auf der Trainer-Ebene etwas ändern, wenn auch nicht auf dem Chefposten. »Wir werden aber auch, und das ist meiner Ansicht nach ebenso ein wichtiger Punkt, um Eugen herum ein neues Trainerteam bauen. Wir werden neuen Input von außen bekommen. Wir werden mehr Inhalt bekommen. Wir werden dementsprechend auch im Staffbereich nicht nur Dinge ansprechen, sondern auch handeln«, kündigte Schröder bereits an.
Damit hat der Sportchef vorgelegt. Manche Schwachstellen wurden durch die Transfers bereits behoben, weitere Umbrüche werden folgen. Dann sind Trainer und Mannschaft am Zuge, das Vertrauen zurückzuzahlen – etwas Zeit hat Polanski nun gewonnen.

