Borussia möchte trotz großer Verletzungssorgen mit »heißem Herzen spielen«

Tim Kleindienst ist erneut zum Zuschauen verdammt. Foto: Dirk Päffgen

Ausgerechnet vor dem wichtigen Kellerduell mit der TSG Hoffenheim wird die Personallage bei Borussia Mönchengladbach immer angespannter. Mit Tim Kleindienst fällt der Kapitän erneut mit einem Muskelfaserriss aus, auch Jan Leszczyński muss mit einer Kniestauchung vorerst pausieren. Die ohnehin lange Ausfallliste wächst damit weiter, sodass Alexander Blessin seine Mannschaft erneut umbauen muss. Gleichzeitig stehen die Fohlen nach dem Fehlstart unter großem Druck, endlich die ersten Punkte einzufahren.

Die Verletzungssorgen bei Borussia Mönchengladbach reißen nicht ab. Einen Tag vor der Spieltags-Pressekonferenz mehrten sich die Meldungen, dass es nun Jan Leszczyński und Tim Kleindienst getroffen haben könnte. Daraus wurde am Freitagmittag leider Gewissheit, als Alexander Blessin ein Update gab. 

Das Lazarett wird immer größer 

Aber der Reihe nach: Leszczyński musste am Donnerstag das Training abbrechen und ist vorerst zum Zuschauen verdammt. Die Diagnose für den Polen lautet: Kniestauchung. Fritz Fleck, der in der Domstadt zu den positiven Erscheinungen zählte, fällt mit einer »schweren Zerrung aus.« Die weiteren Ausfälle: »Franck Honorat und Ko Itakura machen Fortschritte, kommen für Sonntag aber noch nicht in Frage. Jens Castrop soll nächste Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen.« 

Immerhin ist bei Kevin Diks ist die Belastungssteuerung aufgegangen, er ist laut Blessin »frisch und steht am Sonntag zur Verfügung.« Auch Neuzugang Nicolas Kühn macht Fortschritte und könnte mit ein bisschen Glück, von dem die Fohlen derzeit allerdings nicht zu viel haben, gegen Hoffenheim im Kader stehen. Blessin: »Er hat nahezu die gesamte Woche mittrainiert, bei ihm müssen wir abwägen, ob es schon für den Spieltag reicht.«

Kleindienst mit erneuter Zwangspause 

Das größte Sorgenkind bleibt aber Tim Kleindienst. Unter der Woche musste Borussias Kapitän das Training mit Problemen am linken Oberschenkel abbrechen, nun verkündete Blessin die bittere Diagnose. »Es ist wieder ein Muskelfaserriss, diesmal an einer anderen Stelle.« Der 31-Jährige kommt in dieser Saison einfach noch nicht in Fahrt und wird zu einer erneuten Pause gezwungen. »Nach einer so langen Verletzungspause kann es dauern, bis man wieder vollständig leistungsfähig ist. Rückschläge sind dabei nicht ungewöhnlich. Es ist bitter für Tim und für uns, weil wir ihn gerade jetzt gut gebrauchen könnten. Wir werden ihn bestmöglich unterstützen. Er ist klar im Kopf und will so schnell wie möglich zurückkommen«, sagte Blessin. 

Positive Bilanz gegen Hoffenheim 

Borussia geht also stark dezimiert in das Kellerduell mit Hoffenheim und muss neben den vielen Ausfällen auch die Niederlage im Derby verkraften. Trotz all der Umstände hat Borussias Trainer eine klare Vorstellung davon, wie seine Mannschaft agieren sollte. »Wir müssen am Sonntag mit heißem Herzen spielen, aber gleichzeitig einen kühlen Kopf bewahren. Es hilft uns nicht, wenn ich in den ersten fünf Minuten jemanden umgrätsche und sofort gelb-rot-gefährdet bin. Natürlich wollen wir von Beginn an das Spiel an uns reißen. Gleichzeitig müssen wir Hoffenheims Qualität respektieren und die richtige Balance finden.«

Die Partie am Sonntagabend gleicht einem Krisentreffen. Mit null Punkten sind die Fohlen nach fünf Partien Tabellenletzter, doch mit einem Sieg könnten sie sich wieder in Stellung bringen. Die TSG sammelte in den vergangenen Spielen auch nicht gerade viel Selbstvertrauen und verlor die Generalprobe in der Europa League. Mut macht auch die Statistik: In den letzten fünf Heimspielen gegen die Hoffenheimer schoss Borussia 18 Tore und holte dabei vier Siege. 

Trotzdem kennt Blessin die Qualitäten der Gäste. »Hoffenheim presst gerne hoch und hat sehr schnelle Spieler für Umschaltsituationen. Da müssen wir wachsam sein und klar kommunizieren, wie wir uns aus dem Pressing lösen. Wir müssen mutig und gallig auftreten, dürfen dem Gegner aber nicht zu viele Gelegenheiten geben, seine Geschwindigkeit auszuspielen.«

Schulterschluss mit den Fans 

Der 53-Jährige erklärte auch nochmal den Dialog mit den Fans, den er nach der Niederlage im Derby führte. »Der Zusammenhalt mit den Fans war mir nach dem Derby besonders wichtig und ist es auch vor diesem Heimspiel. Die Fans dürfen unzufrieden sein, sollen aber auch sehen, dass die Jungs alles investiert und versucht haben. Wir müssen natürlich die Spiele wieder auf unsere Seite ziehen. Das schaffen wir nur gemeinsam, und dafür brauchen wir unsere Fans.«  Danach sprach Blessin noch den entscheidenden Satz dazu, wie Borussia wieder aus dieser Situation herauskommen kann: »Es geht nur zusammen.«