Abwärtstrend geht weiter: Gladbach unterliegt Hoffenheim mit 1:2

Auch gegen Hoffenheim ist Gladbach vor dem Tor zu harmlos. Foto: Dirk Päffgen

Mit 1:2 hat Borussia Mönchengladbach das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim verloren. Früh kassierten die Borussen das erste Gegentor, ein Schlenzer von Mohya reichte jedoch nicht aus, um die sechste Niederlage in Folge zu verhindern. 

Borussias Cheftrainer Alexander Blessin musste gegen die TSG zahlreiche Ausfälle verkraften. So standen in Jens Castrop (Schulter-OP), Enzo Leopold (Reha nach Kreuzbandriss), Jan Leszczyński (Kniestauchung), Franck Honorat (Muskelverletzung), Ko Itakura (Muskelfaserriss mittlerer Gesäßmuskel links), Tim Kleindienst (Muskelfaserriss), FritzFleck (schwere Zerrung) und Nicolas Kühn (Trainingsrückstand) gleich acht (!) potenzielle Stammkräfte nicht zur Verfügung.

Im Vergleich zur Derby-Niederlage gab es drei Änderungen: Zento Uno, Fabio Chiarodia und Wael Mohya begannen anstelle von Robin Hack, dem verletzten Jan Leszczyński und Daiki Hashioka.

Neuhaus verpasst die Führung, im Gegenzug trifft Conti

Die Partie begann „blutig“. Nach einem langen Ball bekam Diks den Ellenbogen von Machida ab und musste behandelt werden. Der Kapitän hatte eine Wunde an der Augenbraue abbekommen, konnte aber weitermachen (2.). Auf der Gegenseite lag dann ein paar Minuten später Asllani am Boden, nach dem Scally ihn getroffen hatte (7.).

Unterdessen war es eine zerfahrene Anfangsphase. Dann hätten die Fohlen gut und gerne in Führung gehen können, ja wenn nicht müssen. Bolin setzte sich auf links durch und spielte in die Mitte zu Neuhaus, der direkt abzog Machida hatte aufgepasst und sich rechtzeitig in den Schuss geworfen (9.). Nahezu im Gegenzug machte es Hoffenheim besser. Nach einer starken Kombination spielte Asllani auf die linke Seite zu Prass, der das Spielgerät flach in die Mitte brachte. Dort stand Conté goldrichtig und schob zum 0:1 ein (11.). Ein schönes Tor, allerdings viel zu einfach gefallen.

Fohlenelf probiert es, aber zu ungefährlich

Eine kalte Dusche für die Blessin-Truppe, die in der Folgezeit dran zu knabbern hatte. Die Borussen hatten dann zwar die Kugel und waren um Spielkontrolle bemüht, in die gefährlichen Zonen kamen sie aber nicht zwingend. Dann hätte es beinah zum zweiten Mal geklingelt, doch Nicolas parierte denn Schuss von Rots, der plötzlich frei im Strafraum auftauchte (23.).

Dann zeigten auch auch die Fohlen aktiv. Erst probierte es Lidberg aus zwanzig Metern, den abgefälschten Schuss klärte Baumann (24.). Eine Minute später fasste sich Diks ein Herz und versuchte es aus knapp 30 Metern. Baumann tauchte ab und parierte den Ball zur Ecke, die im Anschluss nichts einbrachte (25.). Dann war wieder die TSG an der Reihe. Hložek probierte es mit einem Rechtsschuss aus zwanzig Metern. Der Aufsetzer war kein Problem für Nicolas (33.).

Vier Minuten vor der Pause wurde es richtig eng für die Fohlen. Uno vertändelte den Ball nach einem schlampigen Zuspiel von Nicolas und brachte Asllani zu Fall. Den fälligen Freistoß zimmerte der Gefoulte dann an die Latte (42.). Auf der Gegenseite setzte Sander die Kugel nur knapp neben den rechten Winkel(45.).

So ging es mit einem 0:1 aus Sicht der Borussen in die Kabine. Es war insgesamt relativ ausgeglichen, aber die TSG war die zwingendere Mannschaft. Asllani hätte per Freistoß beinahe sogar auf 2:0 gestellt. Beim Gang in die Kabine wurden die Fohlen mit Pfiffen von den Rängen begleitet. Zuvor skandierte die Nordkurve „Wir wollen euch kämpfen sehen“.

Erst scheiterte Lidberg, dann trifft Mohya

Der zweite Durchgang begann mit einer dicken Chance für die Fohlen. Lidberg probierte es aus zwölf Metern zentraler Position mit einer Direktabnahme. Baumann lenkte den scharfen Schuss über die Latte. Danach entschied Schiedsrichter Storks aber auf Abseits (48.). Eine Minute später brach dann Jubel aus. Nach einem langen Abschlag machte Lidberg den Ball stark fest und brachte damit Neuhaus in Szene. Der Mittelfeldmann marschierte ein paar Meter und legte die Kugel dann rüber zu Mohya, der in den Strafraum ging, nach innen zieht und ins lange Eck zum 1:1-Ausgleich abschloss (49.).

Die Freude über den Ausgleich währte aber nicht lange. Nur fünf Minuten später lag die TSG wieder in Front. Conté spielte die Kugel in die Mitte zu Hložek, der technisch stark per Hacke zu Prass weiterleitete. Dieser bleibt halblinks im Stafrarum völlig frei cool und traf zum 1:2 ins lange Eck (54.).

Nicolas rettet erst, doch es nützt nichts mehr

Fünf Minuten später wäre der Drops beinah gelutscht gewesen, aber Nicolas und der Pfosten verhinderten einen Einschlag von Hložek (59.). Wenige Minuten später war es dann Nicolas, der seine Mannschaft weiter im Spiel hielt, als er stark mit dem Fuß den Schuss von Hložek abwehrte (63.).

Tatsächlich hatte Hoffenheim aber auch danach vermehrt den Ball. Befreiung war seitens der Borussen nur selten vorhanden, erst in der Schlussviertelstunde probierte es die Offensive nochmal, doch nichts entstand daraus. Vielmehr verpassten die Gäste durch Prass (81.) das 1:3 nach einem Distanzschuss. Eine letzte Chance zum Ausgleich durch Scally landete abgefälscht im Toraus, (86.) kurz später war dann Schluss. Die sechste Niederlage in Folge war besiegelt, und mit dem Auswärtsspiel in Stuttgart in der Folgewoche wartet bereits die nächste Mammutaufgabe.


Die Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Diks, Chiarodia (78. Danfa)- Scally, Uno (79. Nguefack), Neuhaus (60. Hashioka), Ullrich – Bolin (78. Hack), Mohya – Lidberg (51. Machino)

Auswechselbank: Batz (ETW), Herold, Konoplia, Stöger

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Coufal, Hranáč, Machida, M. Rots – Avdullahu – Conté, Prass – Lemperle (78. Kabak), Asllani (69. Daghim), Hložek (78. Kramaric)

Auswechselbank: Philipp (ETW), Gendrey, Lässig, Burger, Lenz, Moerstedt

Tore: 0:1 Conté (11.), 1:1 Mohya (49.), 1:2 Prass (54.)

Gelbe Karten: Diks, Hack / Asllani, Prass

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Sören Storks (Ramsdorf)

Stadion: 43.702 (ista-Borussia-Park)