Auch gegen Hoffenheim gab es für die Borussen nichts zu holen. Foto: Dirk Päffgen
Borussia Mönchengladbach steckt weiter tief in der Krise. Gegen die TSG Hoffenheim mussten sich die Fohlen mit 1:2 geschlagen geben und kassierten damit die sechste Niederlage in Serie. Dabei gelang nach der Pause zunächst der Ausgleich. Doch die Freude darüber hielt nicht lange. Vor allem die Fehler in der Defensive sorgten nach dem Abpfiff für Frust.
Wieder kein Punkt, wieder eine Niederlage und hängende Köpfe nach dem Schlusspfiff: Borussia Mönchengladbach kommt einfach nicht aus dem Keller. Gegen Hoffenheim zeigte die Mannschaft zwar eine Reaktion auf die schwache Phase vor der Pause, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Nach dem Ausgleich fehlten die zwingenden Aktionen nach vorne, hinten lud man den Gegner erneut zum Toreschießen ein. Am Ende stand ein 1:2, das die Probleme der Fohlen einmal mehr offenlegte.
Blessin kritisiert den Auftritt vor der Pause
Vor allem die letzten Minuten des ersten Durchgangs waren aus Gladbacher Sicht enttäuschend. Borussia agierte zu passiv, spielte zu häufig zurück und machte es Hoffenheim damit leichter, Druck aufzubauen. Auch bei den Gegentoren fehlte die nötige Konsequenz. »Wir hätten dieses Spiel nicht verlieren müssen, aber wir hatten zehn Minuten, wo wir vor der Pause Angsthasen-Fußball spielen und jeden Pass nach hinten spielen«, fand Alexander Blessin bei DAZN klare Worte.
Auch mit dem Defensivverhalten war Borussias Trainer nicht zufrieden: »Bei den beiden Gegentoren können wir das viel besser verteidigen. Wir laufen nach, wir blocken nicht, wir sind nicht am Mann, wir lassen aufdrehen«, monierte Blessin. Hoffenheim hatte wenig Mühe, mit der ersten Möglichkeit in Führung zu gehen.
Zur zweiten Halbzeit nahm Blessin Veränderungen vor. Die Fohlenelf kam zunächst mit mehr Energie aus der Kabine und schaffte den Ausgleich. Doch die Mannschaft konnte diesen Schwung nicht mitnehmen. Zu schnell fiel das zweite Gegentor, danach fehlten die klaren Chancen, um noch einmal zurückzukommen.
»Das tut unglaublich weh«, sagte Blessin. Für ihn liegt die Arbeit der kommenden Tage auf der Hand: Borussia müsse wieder mehr Zweikämpfe gewinnen, die richtigen Sicherungspositionen einnehmen und die Fehler abstellen. Nach dem Abpfiff machte er seiner Mannschaft zudem klar, worauf es jetzt ankommt: Nach einer Niederlage müsse man wieder aufstehen und in der täglichen Arbeit eine Schippe drauflegen.
Diks: »Das ist nicht genug für die Bundesliga«
Auch Kevin Diks, der sich gleich zu Beginn eine Platzwunde an der Augenbraue abholte, machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. »Es war auf jeden Fall nicht genug heute«, brachte es der Verteidiger auf den Punkt. Sechs Niederlagen in Serie seien hart, erklärte der Kapitän. Gerade deshalb müsse die Mannschaft jetzt zusammenhalten. »Es ist eine schwierige Zeit gerade. Wir müssen in der Woche hart arbeiten und dann am Wochenende endlich einmal punkten«, sagte Diks mit Blick auf die schwierige Situation.
Dass Borussia nach dem Ausgleich gekämpft und Herz gezeigt habe, wollte er nicht abstreiten. Das Problem sei allerdings, dass diese Phase zu kurz gewesen sei. »Aber wieder nur für 5-10 Minuten. Das ist nicht genug für die Bundesliga«, zeigte sich Diks angefressen.
Diks sieht die Mannschaft deshalb in der Pflicht, in der kommenden Woche an den Grundlagen zu arbeiten. Große Worte helfen in der aktuellen Situation wenig – gefragt sind Leistungen, die sich auch über längere Phasen auf dem Platz zeigen.
Nicolas: »In unserer Situation zählen nur Punkte«
Torhüter Moritz Nicolas brachte die Lage nach dem Abpfiff auf den Punkt. »In unserer Situation zählen nur Punkte – und die haben wir heute wieder nicht geholt«, haderte Borussias Schlussmann. »Es ist eine frustrierende Situation für uns alle, für uns Spieler, die Fans und den ganzen Verein.«
Besonders bitter: Der Ausgleich zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Borussia eigentlich Auftrieb geben müssen. Doch die Mannschaft erspielte sich anschließend kaum zwingende Möglichkeiten und kassierte das entscheidende Gegentor. Nicolas sparte deshalb nicht mit Selbstkritik. »Eigentlich ist aktuell jedes Wort zu viel«, so Borussias Nummer eins. »Wir müssen einfach zwingend schauen, dass wir die Antwort auf dem Platz geben und Punkte holen.«
Sechs Niederlagen hintereinander lassen sich nicht mehr schönreden. Borussia weiß, wo die Probleme liegen: zu passive Phasen, Fehler in der Defensive, offensiv nicht zwingend genug und zu wenig Konstanz. Gegen Hoffenheim kam hinzu, dass der Ausgleich nicht für eine echte Wende sorgte. Gibt es zarte Pflänzchen im Spiel, tritt sich die Mannschaft diese selbst wieder kaputt.
Viel Zeit, die Enttäuschung zu verarbeiten, bleibt den eh Fohlen nicht. Schließlich wartet am kommenden Freitag mit dem VfB Stuttgart die nächste Aufgabe, die nicht einfach wird. »Wir müssen versuchen, in die Köpfe reinzukommen und ihnen Selbstvertrauen einflößen«, sagte Rouven Schröder.
Die Borussia muss in Stuttgart ein anderes Gesicht zeigen und beweisen, dass sie aus den Fehlern gelernt hat. Denn eines ist nach der erneuten Niederlage klar: Gute Ansätze allein reichen nicht für die Bundesliga, wenn am Ende wieder keine Punkte auf der Habenseite stehen. Alexander Blessin schmeißt die Flinte derweil noch nicht ins Korn. »Die Schwachen bleiben liegen, die Starken stehen auf. Es geht nur durch harte Arbeit…«

