3:2 in Stuttgart! Borussia holt ersten Saisonsieg

Shuto Machino und Joe Scally trafen beim wichtigen 3:2-Sieg in Stuttgart. Foto. picture alliance/dpa | Jan-Philipp Strobel

Borussia Mönchengladbach kann doch noch gewinnen.  Mit 3:2 gewannen die Fohlen das Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart und holen somit die ersten Saisonpunkte. Die starken Joe Scally und Wael Mohya und Shuto Machino erzielten die Tore für die Fohlen, die sich reingeworfen und eine gute Leistung gezeigt hat.

Borussias Cheftrainer Alexander Blessin hatte auch in Stuttgart zahlreiche Ausfälle zu beklagen. So standen in Jens Castrop (Trainingsrückstand), Enzo Leopold (Reha nach Kreuzbandriss), Jan Leszczyński (Kniestauchung), Franck Honorat (Aufbautraining), Ko Itakura (Muskelfaserriss mittlerer Gesäßmuskel links), Tim Kleindienst (Muskelfaserriss), Fritz Fleck (Zerrung), Nicolas Kühn (Trainingsrückstand), Isac Lidberg (muskuläre Probleme) und Kevin Diks (private Gründe) gleich zehn (!) potenzielle Stammkräfte nicht zur Verfügung.

So stellte sich die Fohlenelf fast von alleine auf. Im Vergleich zur Niederlage gegen Hoffenheim gab es zwei Änderungen: Daiki Hashioka ersetzte den fehlenden Diks in der Dreierkette und Shuto Machino vertrat Lidberg als Sturmspitze.

Kalte Dusche für die Fohlen – VfB spielbestimmend

Der VfB setzte die ersten Nadelstiche und ging auch mit dem ersten Schuss aufs Tor in Führung.  Pejčinović verlängerte einen zweiten Ball per Kopf zu Demirović, der aus 22 Metern direkt draufhielt. Nicolas flog und riß zwar noch die Hand hoch, konnte den Einschlag im rechten oberen Winkel aber nicht mehr verhindern – 1:0 für den VfB (5.). Ohne Frage, dass Borussias Nummer eins den auf seine Kappe nehmen muss.

Eine kalte Dusche für die Borussen, die sich da erstmal schütteln mussten. Fast wäre postwendend der Ausgleich gelungen, aber Bolin setzte die Kugel knapp am Gehäuse vorbei (7.). Nach etwas über einer Viertelstunde klärte Nicolas dann mit einer guten Abwehr gegen Assignon. Die folgende Ecke brachte nichts ein (17.). Zwei Minuten später hatten die Borussen dann Glück, dass Hendriks sie Kugel aus kurzer Distanz über das Tor drosch, noch dazu völlig frei und mit aller Zeit der Welt, sich die Kugel zurechtzulegen (19.).

Harmlose Borussen – plötzlich trifft Scally mit Traumtor!

Von den Fohlen kam derweil rein gar nichts. Der VfB hatte wenig bis gar keine Mühe, seine knappe Führung, die in Ordnung ging, zu verteidigen. Offensiv traten die Fohlen maximal in Ansätzen in Erscheinung. 37 Prozent Ballbesitz nach einer halben Stunde sprachen da eine eindeutige Sprache. Dann wurden die Borussen plötzlich mal latent gefährlich. Neuhaus nahm Bolin mit. Der Schwede zog links zur Grundlinie und spielte den Ball dann gefährlich vor das Tor der Schwaben. Dort verpasste Machino knapp (31.).

Doch plötzlich durfte der Gladbach-Block jubeln! Über links kombiniert sich der VfL in den Strafraum des VfB, wo Mohya eine scharfe Flanke vors Tor brachte. Der Ball wurde per Kopf vor die Füße von Uno geklärt, der sofort abzog und dann legt eScally die Kugel mit dem Rücken zum Tor per Hacke sagenhaft zum 1:1 unten rechts ins Eck (38.). Gewiss kein Ausgleich, der in de Luft gelegen hatte, aber einer der Kategorie Traumtor.


Erst rettet Seimen, dann die Latte

Das Tor hatte den Borussen merklich gut getan. Sie waren in dieser Phase voll im Spiel und der Führung definitiv näher als der VfB. Erst wehrte VfB-Keeper Seimen den 25-Meter-Hammer von Neuhaus mit beiden Fäusten ab (45.+5), ehe Moyha die Kugel aus zwölf Metern an die Latte drosch und Machino den Rebound nicht richtig verarbeiten konnte und über das Tor köpfte (45.+5).

So ging es mit einem 1:1-Remis in die Kabinen. Borussia geriet auch einen Nicolas-Patzer schnell in Rückstand, lief diesem dann hinterher und hatten Glück, nicht den zweiten zu bekommen. Nach 25 Minuten taten die Fohlen mehr, bissen sich rein in die Partie und kamen durch Scally zum Ausgleich. Sogar eine Führung war im Anschluss möglich.

Machino bringt Fohlen in Front

Die Fohlen kamen unverändert und engagiert in die Partie. Und sie übernahmen auch die Kontrolle und stellten den VfB vor Probleme. Und dann klingelte es im Seimen-Tor! Mohya arbeitete sich mit allem was er hat gegen drei, vier Stuttgarter über links in den Strafraum und legte dann perfekt ab auf Machino, der den Ball aus kurzer Distanz eiskalt oben links unter die Latte zum 2:1 versenkte (51.). Ein toller und verdienter Treffer für die Fohlen, die mit breiter Brust aus der Kabine kamen und Gas gaben. Der VfB lief nur hinterher, Hoeneß reagierte und brachte drei neue Kräfte (55.).

Mohya erhöht

Und elf Minuten später machte Mohya den Deckel drauf. Mohya war kaum zu stoppen, zog von links in den Strafraum, traf die Kugel dann aber nicht richtig. Dennoch rutschte Seimen die Kugel am langen Pfosten durch die Hände, konnte aber vor der Linie noch geklärt werden. Scally setzte nach und flankte auf den zweiten Pfosten, wo Mohya ganz alleine stand und zum 3:1 einköpfte (66.).

Mohya und Scally müssen raus, Demirović verkürzt

Eine tolles Tor. Gelutscht war der Drops aber noch nicht. Kurze Zeit später mussten Scally und Mohya mit Muskelbeschwerden raus, Konoplia und Hack kamen (70.). Es liefen die letzten zwanzig Minuten liefen und die Borussen hatten das Geschehen komplett im Griff und ließen kaum etwas zu.Sieben Minuten vor Schluss parierte Nicolas erst einen schönen Schuss von Stiller (83.), kurze Zeit später war Borussias Nummer eins dann aber chancenlos. Demirović köpfte eine Hereingabe von Leweling über Herold hinweg aus ganz kurzer Distanz zum 2:3 ins Tor (83.).

Stuttgart warf danach nochmal alles rein, doch die Borussen hielten dagegen und brachten den knappen Vorsprung über die Zeit. Am Ende standen die ersten drei Punkte der Saison. Und die haben sich die Borussen mit einer guten Leistung mehr als verdient.

Die Kurzstatistik zum Spiel:

VfB Stuttgart: Seimen – Assignon (55. El Khannouss), Hendriks, Jeltsch (90. Chabot), Mittelstädt – Karazor (64. Prömel), Stiller – Sauer (55. Leweling), Führich – Demirović, Pejčinović (55. Undav)

Auswechselbank: Bredlow (ETW), Al-Dakhil, Steriou, Spalt

Borussia Mönchengladbach: Nicolas – Sander, Chiarodia (76. Herold), Hashioka – Scally (70. Konoplia), Uno, Neuhaus, Ullrich – Bolin (84. Nguefack), Mohya (70. Hack) – Machino (84. Schweers)

Auswechselbank: Batz (ETW), Stöger, Uwakhonye, Danfa

Tore: 1:0 Demirović (5.), 1:1 Scally (38.), 1:2 Machino (51.), 1:3 Mohya (66.), 2:3 Demirović (83.)

Gelbe Karten: Sauer, Karazor / Neuhaus, Uno, Scally, Ullrich

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck (Freiburg)

Stadion: 60.000 (MHP-Arena, ausverkauft)