Nico Elvedi lieferte mit einer Passquote von 95 Prozent den Top-Wert der Liga. Foto: Dirk Päffgen/ Fohlenhautnah

Borussia Mönchengladbach hatte in der abgelaufenen Saison die drittbeste Defensive der Bundesliga. Vor allem das starke Duo Matthias Ginter und Nico Elvedi in der Innenverteidigung hatte großen Anteil am Erfolg. Aber: Mit Mamadou Doucouré steht auch schon die Zukunft in den Startlöchern. Wir ziehen Bilanz bei Borussias Defensivabteilung. 

Durch den Transfer von Ramy Bensebaini zu Borussia Mönchengladbach konnte man schon erahnen, dass langfristig auf der linken Abwehrseite eine Wachablösung erfolgen sollte. 8,00 Millionen Euro ließen sich die Fohlen im August die Dienste des Algeriers kosten. Mittlerweile liegt der Marktwert des 25-Jährigen laut „transfermarkt.de” bei 15,00 Millionen Euro.

Nicht nur auf dem Papier, sondern auch sportlich hat sich der Afrika-Cup-Sieger am Niederrhein bewiesen und Dauerbrenner Oscar Wendt von der linken Abwehrseite verdrängt. Zwar wurde der Vertrag des Schweden nochmals um ein Jahr verlängert, doch Bensebaini geht als klare Nummer eins in die neue Saison. Dennoch ist Wendt, wenn auch von vielen kritisch gesehen, mehr als nur ein wichtiges Back-Up – nicht zuletzt aufgrund der hohen Belastung. Denn in der nächsten Saison tanzen die Fohlen wieder auf drei Hochzeiten, da wird Marco Rose wieder die Rotations-Maschine anwerfen. 

Apropos: In der Innenverteidigung musste besagte Maschine nicht allzu oft laufen. Von 34 möglichen Spielen in der Bundesliga stand Matthias Ginter in 31 Partien auf dem Platz, spielte 30 Mal über die kompletten 90 Minuten durch. Der „Nationalspieler des Jahres 2019“ war ein Dauerbrenner und vor allem ein Garant für die stabile Defensive bei Borussia. 

Nico Elvedi setzte sogar noch einen drauf und machte 32 Bundesliga-Spiele in der abgelaufenen Saison. Einmal zwangen ihn Rückenprobleme und eine Gelbsperre in die Knie, ansonsten hätte der Schweizer alle Spiele absolviert. Mit einer Passquote von 95 Prozent steht er in dieser Kategorie gemeinsam mit Leverkusens Sven Bender an der Spitze. Seit 2015 ist der erst 23-Jährige am Niederrhein zuhause und erweist sich immer mehr als unersetzlich. Wenig verwunderlich also, dass sein Marktwert mittlerweile 28,00 Millionen Euro beträgt und immer wieder Gerüchte von europäischen Top-Klubs aufkommen. 

Wo wir schon bei Dauerbrenner sind, darf keineswegs Stefan Lainer vergessen werden. Auch er war einer der Neuzugänge und machte sich direkt unentbehrlich. Den Österreicher hatten vor der Saison nur wenige auf dem Zettel, seine Verpflichtung kam etwas überraschend. Dennoch erwies sich dieser Transfer als Goldwert, denn der 27-Jährige beackert die rechte Seite beispiellos und scheint unermüdlich zu sein. Ein Vorteil war auch, dass der Österreicher den Spielstil von Marco Rose aus der gemeinsam Zeit in Salzburg kannte und so seine Kollegen mitreißen konnte. 

Zum großartigen Erfolg beigetragen haben auch Yann Sommer und Tony Jantschke. Sommer wurde schon mehrere Male völlig zurecht gefeiert, unvergessen ist seine Rettungstat im Heimspiel gegen Bayern München. Mit 126 gehaltenen Torschüssen ist der Schweizer gleichzeitig auch beste Keeper der Liga. Der „Fußballgott“ ist ohnehin schon seit Jahren ein beispielloser Spieler, der immer auf den Punkt abliefert, wenn man es von ihm verlangt. 

Für die Zukunft der Defensive sind die Fohlen auch bestens gerüstet, denn schon jetzt drängen sich im Hintergrund junge Spieler auf. Bestes Beispiel: Mamadou Doucouré. Nach knapp vier Jahren ohne Pflichtspiel genoß er gegen Union Berlin endlich seine ersten Minuten in der Bundesliga. In der Zukunft wollen die Fohlen den Franzosen behutsam aufbauen und ihm immer mehr Spielzeit gewähren. 

Gleiches wird wohl auch für Jordan Beyer gelten. Nach seiner Ausleihe an den Hamburger SV kehrt der 20-Jährige wieder nach Mönchengladbach zurück und dürfte in der neuen Saison seinen Platz im Kader haben. Beyers Vorteil ist sicherlich seine Flexibilität, denn das Eigengewächs kann sowohl in der Innenverteidigung, als auch auf der rechten Außenbahn spielen. 

Wie es mit Andreas Poulsen weitergeht, ist aktuell an Austria Wien ausgeliehen, steht noch nicht fest. Bei ihm steht eine weitere Ausleihe im Raum, damit der Däne wichtige Spielpraxis auf hohem Niveau sammeln kann. Sicherlich spielte die Vertragsverlängerung von Oscar Wendt dem 20-Jährigen nicht in die Karten. Spätestens, wenn der Schwede seine Karriere beendet, wird Poulsen wieder ein Kandidat für die Fohlenelf. So oder so ist Borussia aktuell bestens gewappnet und baut sich in der Defensive ein stabiles Grundgerüst auf…