Die Dreierkette ist kein probates Mittel für die Fohlen. Nimmt Eugen Polanski eine Änderung vor? Foto: Dirk Päffgen
Offensiv ungefährlich, aber vor allem hinten scheint Borussia keine Stabilität zu finden. Da liegt es nahe, dass Eugen Polanski über grundlegende Veränderungen nachdenkt. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.
Wöchentlich ist die Aufstellung bei Borussia Mönchengladbach Thema der öffentlichen Diskussion um den Verein. Eine der zentralen Fragen: Wie kann es Eugen Polanski und seinem Trainerteam gelingen, die Anfälligkeit in der Defensive zu verringern?
Scally „nicht bundesligatauglich“?
Das Problem besteht vor allem auf der Außenverteidigerposition, dort fehlt es am meisten an Stabilität. Denn obwohl Lukas Ullrich und Joe Scally als Schienenspieler in einer Fünferkette mehr Freiheiten nach vorne genießen und sich im Defensivverbund auch einmal auf den jeweils anderen verlassen könnten, offenbarte die Partie beim SC Freiburg, dass die Praxis nicht der Theorie folgt. Weder profitierte Borussia in der Offensive von dieser Ausrichtung, noch konnten Ullrich und Scally defensiv überzeugen.
Ex-Vereins-Reporter Christian Strassburger zweifelte gar Scallys grundsätzliche Tauglichkeit an, indem er in seinem Podcast wortwörtlich sagte: „Joe Scally hat kein Bundesligaformat“. Zumindest ist es dem US-Amerikaner vorzuhalten, dass er es beim zweiten Gegentreffer in Freiburg nicht für nötig hielt, mit nach hinten zu arbeiten – ein Luxus, den sich Gladbach überhaupt nicht leisten kann. Nach den Abgängen von Stefan Lainer im Sommer und Luca Netz im Winter gibt es jedoch keine nominellen Außenverteidiger mehr im Kader, der Konkurrenzdruck ist geringer denn je.
Gladbach muss sich auf Grundformation festlegen
Will Polanski defensiv umstellen, könnte er beispielsweise Kevin Diks aus der Innenverteidigung nach rechts beordern, wenn Borussia auf eine Viererkette umstellen sollte. Bleibt es bei der Dreierkette mit zwei Schienen, könnte Jens Castrop die rechte Außenbahn bekleiden, wahlweise auch Franck Honorat in einer offensiveren Ausrichtung. Für die linke Seite kämen Fabio Chiarodia und Kota Takai in Frage.
Auch grundsätzlich muss sich Polanski überlegen, mit welcher Grundformation er in die verbleibende Rückrunde geht. Denn, das liegt auf der Hand, allzu viele Optionen hat er nicht mehr. Das Debüt von Winter-Neuzugang Hugo Bolin verlief wenig vielversprechend, könnte aber unter der Kategorie „Startschwierigkeiten“ verbucht werden. Viel gefordert wird auch ein Startelfeinsatz von Talent Wael Mohya, der neben Bolin um Haris Tabakovic herum spielen und sich auf der rechten Seite mit Franck Honorat abwechseln könnte.
Klar ist: Viel hat Polanski nicht mehr zu verlieren, denn auch, wenn die sportliche Krise vielfältige Ursachen hat, stünde Borussias Sportchef Rouven Schröder bei einer Niederlage gegen Union unter Handlungsdruck.


