Auf dem Prüfstand: Borussias neue Achse ist da – und bald wieder weg?

Bleiben Haris Tabaković und Moritz Nicolas über den Sommer bei der Borussia? Foto: Dirk Päffgen-

Zur ersten Saisonhälfte haben sich die Strukturen in Gladbachs Zentrum gefunden, das Attribut „Leistungsträger“ haben sich gleich mehrere Spieler verdient. Dabei droht bei einigen von ihnen im Sommer ein Abgang: Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach. 

Nach nun 16 Hinrundenspielen hat Borussia Mönchengladbach seine Grundstruktur allmählich gefunden – zumindest auf den Schlüsselpositionen weiß Trainer Eugen Polanski, auf wen er sich verlassen kann. Denn nachdem speziell die Neuzugänge Kevin Diks, Yannik Engelhardt und Haris Tabakovic sich an die Abläufe gewöhnen mussten, wobei sich Engelhardt am schnellsten einlebte, haben sich nun auch Diks und Tabakovic ihren Status als Stammspieler und Leistungsträger verdient.

Nur Diks bleibt fix 

Zusätzlich dazu, dass Diks gar in allen Spielen eingesetzt wurde und nur beim ersten Heimspiel gegen den HSV nicht in der Startelf stand, kennzeichnet den indonesischen Nationalspieler noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal unter den drei Neuzugängen: Er ist die einzige Festverpflichtung. Denn sowohl Tabakovic, der in 15 Spielen für Borussia in der Bundesliga eingesetzt wurde, als auch Engelhardt, der in 14 von ihm möglichen 14 Einsätzen auf dem Platz stand, müssten aufgrund ihrer Leihverträge im Sommer wieder die Abreise antreten.

Die Zahlen zeigen: Engelhardt und Tabakovic sind derzeit unverzichtbar für Borussia. Könnte man bei Tabakovic noch argumentieren, dass Tim Kleindienst ihn positionsgetreu ersetzen wird, sobald er wieder fit ist, fällt dieses Argument bei Engelhardt bereits weg. Heißt: Im Zweifel muss sich Sportchef Rouven Schröder im Sommer nach zwei neuen Säulen für die Gladbacher Achse umsehen, wenn keine Einigung mit den Leihvereinen Como und Hoffenheim gefunden wird beziehungsweise Borussia das nötige Kapital für Festverpflichtungen fehlt. 

Elvedi, Reitz und Nicolas könnten gehen 

Und auch dann, wenn es gelingen würde, einen adäquaten Ersatz für Engelhardt zu finden, könnten sich in Borussias Zentrum gleich drei weitere Wechsel anbahnen, die zumindest Geld in die Kasse der Borussen spülen würden. Denn neben den drei bereits genannten Leistungsträgern haben auch Moritz Nicolas im Tor, Nico Elvedi neben Diks in der Innenverteidigung und Rocco Reitz im Zentrum ihre Qualitäten mehr als einmal unter Beweis gestellt – um diese drei gibt es jedoch nicht erst seit kurzem Wechselgerüchte.

Angefangen im Tor, könnte sich für den mittlerweile 28-jährigen Nicolas im Sommer wohl die eine oder andere Möglichkeit auftun, ins Ausland zu wechseln. In Verbindung gebracht wurde Nicolas bereits mit der Premier League, die den Torhüter sicherlich reizen könnte, ein Wechsel im Sommer ist durchaus denkbar. Gleiches gilt auch für Elvedi. Der Schweizer wird inzwischen jährlich mit einem Transfer in Verbindung gebracht und hat bereits mehrfach geäußert, dass er sich ebenfalls den Schritt nach England zutrauen würde, denn auch für Elvedi könnte es mit 29 Jahren im Sommer noch ein letztes Mal die Möglichkeit geben, eine neue Aufgabe zu wagen. 

Gladbach könnte Kapital gebrauchen 

Etwas anders ist die Ausgangslage bei Reitz, der Borussia eher perspektivbedingt verlassen könnte. Der 23-Jährige zählt aktuell zu den Gesichtern des Klubs und ist sinnbildlich für den viel zitierten „Borussia-Weg“. Schließlich ist Reitz mit einem Marktwert von rund 17 Millionen Euro der wertvollste Spieler im Kader; ein Klub mit Titel-Ambitionen könnte auch ihn locken. Und damit Gladbach wieder mehr Spielraum auf dem Transfermarkt hat, wäre ein Reitz-Verkauf der größte Hebel – auch wenn er sportlich und menschlich schmerzen würde. 

Noch sind all das Gedankenspiele, doch bekanntermaßen beginnen die Vorbereitungen für das Sommertransferfenster bereits im Winter. Schröder wird die Planungen für diese Szenarien bereits begonnen haben und bei entsprechenden Angeboten gesprächsbereit sein. Im besten Fall kann Borussia aber einige ihrer „Achsen-Spieler“ über den Sommer hinaus halten.