Auf dem Prüfstand: Das erwartet Gladbach in den kommenden Wochen

Da geht’s lang: Alexander Blessin und die Fohlen müssen endlich und dringend punkten. Foto: Dirk Päffgen

Der Saisonstart hat unmissverständlich klargemacht, dass es für Borussia Mönchengladbach in dieser Saison nur um den Klassenerhalt gehen kann. Neben einem schweren Programm bereitet aber auch der Verletztenstand weiterhin Sorgen. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach. 

Als Klassenletzter liegt es in der Natur der Sache, dass man am kommenden Spieltag auf einen Gegner trifft, der in der Tabelle höher rangiert als man selbst. Doch für Borussia Mönchengladbach könnte dieser Zustand noch deutlich länger gelten. Denn das kommende Programm hat es in sich: Auch dem Auswärtsspieltag beim VfB Stuttgart am Freitagabend wartet mit dem Pokalspiel gegen den Karlsruher SC am darauffolgenden Dienstage eine Stolperfalle, in den Folgewochen in der Liga könnte es aber noch ungemütlicher werden.

Gladbach spielt zweimal Freitagabend

Dass der VfB, trotz seiner erst sechs Punkte in dieser Spielzeit, ein Schwergewicht ist, sollte jedem Fußballfan klar sein. Am gestrigen Abend trotzdem die Schwaben Atletico Madrid ein 1:1-Unentschieden in der Champions-League ab und dürften entsprechend mit Selbstvertrauen in das Duell gegen Gladbach gehen. Eine Woche später trifft Borussia dann zuhause auf den SC Paderborn, der in dieser Saison bislang immerhin fünf Zähler holte, womit er in der Tabelle auf Platz 16 rangiert. Zumindest theoretisch ist das also die machbarste Aufgabe, vor der die Mannschaft von Alexander Blessin in den kommenden Wochen steht. 

Denn danach geht es auswärts gegen den Hamburger SV, wieder ist es ein Freitagabend-Spiel. In den letzten beiden Heimspielen holte der HSV schließlich zwei Siege in der Liga – zuletzt ein 1:0 gegen den VfB Stuttgart und davor ein 2:1 gegen den FC Köln, in der Zwischenzeit gewannen die Hamburger auswärts mit 2:3 bei der TSG Hoffenheim, gegen die Borussia am Wochenende die sechste Niederlage in Folge hinnehmen musste. 

Nur drei Zähler bis Dezember? 

Danach empfängt Gladbach Borussia Dortmund am 21. November, eine Woche später geht es auswärts gegen Werder Bremen ran, gefolgt von einem weiteren Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen und einem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt am 12. Dezember. Man könnte auch sagen: Eine Mammut-Aufgabe jagt die nächste. Es mag pessimistisch klingen, doch unrealistisch ist es nicht, dass die Borussen bis dahin – also bis zum 13. Spieltag – nicht mehr als 3 Zähler geholt haben werden. 

Vorausgesetzt, die Mannschaft zeigt ein anderes Gesicht, als es bei der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim oder der zweiten Hälfte in der Derby-Niederlage gegen Köln zu sehen war. Der Trainer-Effekt, den man sich durch die Verpflichtung Blessins erhoffte, ist schon jetzt verpufft. Um also eine Wende kommen zu sehen, braucht es eine gute Portion Optimismus. Neben der hohen Qualität der kommenden Gegner ist auch der Verletztenstand nach wie vor zu groß, als dass man von dieser Seite von einem neuen Impuls ausgehen könnte. 

Verletzte machen kaum Hoffnung

Tim Kleindienst, der zum Saisonstart ebenso verblasste wie seine Kollegen, wird ohnehin erst im November wiederkommen. Auch sein Vertreter Isac Lidberg ist fraglich für das Spiel in Stuttgart – es könnte also auf Shuto Machino in der Spitze hinauslaufen. Franck Honorat fällt nach wie vor mit einer Muskelverletzung aus, Nicolas Kühn hingegen wird am Freitag wohl im Kader stehen und mittelfristig die Offensive verstärken. 

Für das Mittelfeld wird Jens Castrop wohl auch erst im November zurückkehren, besonders seine Qualitäten vermissen die Borussen schmerzhaft. Bei Jan Leszczynski wird es weiterhin Wochen dauern, auch Ko Itakura, der jedoch noch nicht die gewünschte Verstärkung ist, steht erstmal nicht zur Verfügung. All das lässt also wenig Raum für die Fantasie, dass der Turnaround gelingt. Die Lage am Borussia-Park wird wohl auch in den kommenden Wochen äußerst angespannt bleiben.