Bleibt Yannik Engelhardt auch über den Sommer hinaus ein Fohlen? Foto: Dirk Päffgen
Dass sich Gladbachs Kader im Sommer stärker verändern wird, hat Sportchef Rouven Schröder bereits angekündigt. Warum das Risiken birgt – aber auch Chancen. Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.
29 Spieltage sind absolviert, und Borussia Mönchengladbach steckt mitten drin im Abstiegskampf in der ersten Liga. Gegen Mainz 05 geht es am Sonntag gegen einen direkten Konkurrenten um die Plätze überhalb des Relegationsrangs. Doch auch dann, wenn sich Borussia in der ersten Liga hält – ein Szenario, das nach wie vor realistisch scheint – könnte im Sommer der nächste große Schwung durch den Borussia-Park ziehen.
Engelhardt-Verpflichtung in der Schwebe
Denn, so kündigte Borussias Head of Sports Rouven Schröder an, der nächste Umbruch steht bevor. Nun ist es alles andere als Schröders Schuld, dass erneut das Wort Umbruch die Transfer-Planungen in Gladbach bestimmt. Schröder selbst übernahm den Verein in einem heiklen Zustand – immer noch „sexy“, aber finanziell klar limitiert. Und das wird den kommenden Transfer-Sommer prägen.
Es fängt bereits damit an, dass die geliehenen Leistungsträger dieser Saison wohl nur teilweise verpflichtet werden können, wenn überhaupt. Für Yannik Engelhardt dürften die Borussen wohl am ehesten bereit sein, Geld zu investieren, denn Engelhardt entwickelte sich zunehmend zu einer Größe im Mittelfeld. Dort entsteht nach dem Abgang von Rocco Reitz eine Vakanz, die in Jens Castrop bereits gefüllt ist, sodass Engelhardt als etwas anderer Spielertyp gut reinpassen würde in die zukünftige Borussia.
Takai einer für die Zukunft?
Allerdings können nicht alle der 20 Reitz-Millionen in neue Spieler investiert werden. Heißt: Die fünf Millionen Euro, die wohl für Haris Tabaković fällig werden dürften, wird Schröder wahrscheinlich nicht für den Bosnier in die Hand nehmen, auch wenn Tabaković in dieser Saison unverzichtbar geworden ist. Bei Kota Takai, bei dem es eine Kaufoption in Höhe von ebenfalls fünf Millionen Euro geben soll, sieht die Lage schon anders aus – Takai ließ sein Talent aufblitzen und könnte in Zukunft eine wichtige Rolle in Gladbach spielen. Das Geld wäre beim Japaner wohl gut investiert.
Und so hängen weitere Transfers auch mit weiteren Abgängen zusammen. Gerüchte gibt es um Franck Honorat, die hat der Franzose jüngst selbst befeuert, ebenso wie um Moritz Nicolas, der alleine ob seiner herausragenden Form das Interesse weiterer Klubs auf sich gezogen haben dürfte. In Tabaković, Honorat, Nicolas und eben Reitz wären das schon vier Stammspieler, die gehen – vorausgesetzt, Engelhardt wird fest verpflichtet, sonst wären es fünf. Man könnte also vom „Riesen-Umbruch“ sprechen. Das ist eine Vorbelastung für die weitere Entwicklung, die auch in der neuen Saison für Herausforderungen sorgen könnte.
Wer sitzt in Gladbach auf der Bank?
Allerdings auch für Chancen: Neue Führungsstrukturen können sich bilden, eventuell findet der Kader zu mehr nachhaltiger Stabilität, an der es trainerunabhängig fehlt. Wie also sollten die Fans umgehen mit dem nächsten Umbruch? Denn auch, wenn sie dieses Wort in den vergangenen Jahren wohl schon zu oft gehört haben, könnte eben auch eine Gewinn im nächsten Sommer liegen. Schröders erster Transfersommer wird zeigen, inwiefern der engagierte Sportchef Gladbach wieder nachhaltig auf Kurs bringen kann. Das hängt aber auch davon ab, ob Eugen Polanski weiterhin das Vertrauen geschenkt wird. Gerüchten zufolge ist sein Verbleib auch im Falle des Klassenerhalts keineswegs sicher.

