Auf dem Prüfstand: Was Schröders Transfers für Gladbach bedeuten

Rouven Schröder hat bei seiner ersten Transferperiode ordentliche Arbeit geleistet. Foto: Dirk Päffgen

Das Transferfenster ist seit Montagabend geschlossen, und bei Borussia ist noch einmal ordentlich Fahrt reingekommen am Deadline-Day. Wie sich die Transfers mit Blick auf den kommenden Sommer auswirken: Unser Prüfstand, präsentiert vom Autohaus Waldhausen + Bürkel aus Mönchengladbach.

Gleich zehn Transfers hat Borussia Mönchengladbachs Sportchef Rouven Schröder im jüngst geschlossenen Wintertransferfenster über die Bühne gebracht – ein historischer Wert, der zuletzt vor über 20 Jahren in der Saison 2004/05 übertroffen wurde, als insgesamt 15 Spieler entweder zu Borussia gewechselt sind oder den Klub verlassen haben. 

Borussia einst mit 15 Wintertransfers

Unter dem damaligen Trainer Dick Advocaat wurde Borussia mitunter als „Kaufhaus des Westens bezeichnet“ – ganz so dramatisch fällt das Urteil der Öffentlichkeit nun aber nicht aus, schließlich handelt es sich größtenteils um Leihen, die Schröder und Co. sowohl bei den Zugängen als auch bei den Abgängen vollzogen haben. Die Ursache liegt einerseits darin, dass der Kader trotz etwaiger Verletzungssorgen bereits (zu) umfangreich besetzt ist, andererseits sind den Handlungsträgern finanziell die Hände gebunden, weswegen der Fokus auf Kostenminimierung lag. 

»Wir haben in diesem Winter auch Themen gelöst, die wirtschaftlich wichtig waren. Da geht es um direkte Einnahmen durch Transfers oder Leihen, aber auch im Hinblick auf Gehälter. (…) Wir haben drei Spieler geholt, die Potenzial mitbringen und unsere aktuellen finanziellen Möglichkeiten widerspiegeln«, kommentierte Schröder die Leihen entsprechend.

Die Konsequenz daraus lautet: Borussias Probleme sind teilweise aufgeschoben, nicht aufgehoben, und im Sommer steht die nächste Personalrochade bevor. Das betrifft auf der Zugangsseite Alejo Sarco, der ohnehin zeigen muss, dass er einen Impact auf die Mannschaft hat und, wenn ja, ob Borussia auch über die Saison hinaus von ihm profitieren kann, falls Leverkusen an einer Leihverlängerung interessiert sein sollte – ein Kauf würde für Gladbach nicht zu stemmen sein. 

Nur Bolin ist fix bei Gladbach

Um Geld wird es auch bei Kota Takai gehen, für den die Fohlen wohl eine Kaufoption in Höhe von fünf Millionen Euro besitzen sollen. Diese Summe könnten die Borussen wohl nur bei weiteren Transfererlösen aufbringen. Anders sieht es bei Hugo Bolin aus, für den laut Malmö FF eine Kaufpflicht greift – seine Zukunft am Niederrhein wird also definitiv über den Sommer hinaus gehen. Die für ihn fälligen zwei Millionen Euro an Ablöse hat Borussia bereits im Winter durch den Verkauf von Luca Netz eingenommen. Dass Bolin etwas Anlaufzeit brauchen wird in der Bundesliga, betonte Schröder nach dessen Verpflichtung.

Doch auf der Abgangsseite drängen sich ebenso viele Fragen auf: Wird Jonas Omlin in Leverkusen Spielzeit erhalten und sich für eine neue Aufgabe empfehlen können oder gar als Ersatz in Frage kommen, sollte Moritz Nicolas den Verein verlassen? Kann Grant-Leon Ranos in Braunschweig seiner noch jungen Karriere den nötigen Schwung verleihen und Gladbach weiterhelfen in Zukunft? Und was geschieht mit Tomas Cvancara, dessen Start bei Celtic Glasgow mit einer Vorlage und einem Treffer bereits nach Plan verläuft?

Schröder: »AMüssen in Zukunft kreativ sein«

Erstmal hat Schröder den Borussen Luft verschafft und den Spagat aus Kostensenkung und Kaderverstärkung gut gelöst. Für den anstehenden Transfersommer hat sich der Sportchef damit allerdings auch neue Baustellen eröffnet. »Wir müssen in Zukunft kreativ sein, vernünftig wirtschaften und gleichzeitig Spieler holen, die richtig Bock haben, für Borussia zu spielen«, beschrieb Schröder Borussias künftiges Vorgehen auf dem Transfermarkt. »Aktuell sind wir nicht in der Situation, große Transfersummen zu bezahlen. Wir müssen mit dem Budget arbeiten, das uns zur Verfügung steht. Unser Weg wird sein, Spieler mit Potenzial zu finden und sie hier weiterzuentwickeln«, fügte er an.