SCHON NACH 35 SEKUNDEN DURFTEN DIE FOHLEN IN FRANKFURT JUBELN. FOTO: POOLFOTOS/ DIRK PÄFFGEN

Borussia Mönchengladbach ist mit einem 1:3 Auswärtssieg in den letzten Abschnitt der Saison 2019/2020 gestartet. Im Top-Spiel des 26. Spieltags überzeugten die Fohlen auf ganzer Linie und fuhren die drei Punkte letztlich sehr souverän ein. Zwei frühe Tore von Alassane Plea und Marcus Thuram brachte Borussia auf die Siegerstraße. 


66 Tage mussten die Profi-Fußballer der 1. und 2. Bundesliga aufgrund der Corona-Pandemie warten, um wieder ihrem Beruf nachgehen zu können. Zuvor hatte die Politik ihr „Go“ für einen Re-Start gegeben. Allerdings unter strengen Bedingungen und vor allem hygienischen Auflagen, die die DFL in einem Konzept erarbeitet und umgesetzt hatte. Eine ohne Zweifel schmerzhafte ist die, dass alle Spiele ohne Zuschauer ausgetragen werden müssen, um eine Verbreitung des Virus weiter zu verhindern. So mussten die Borussen auch in Frankfurt auf Unterstützung ihres Anhangs verzichten.

Borussias Trainer Marco Rose musste bei der Eintracht auf Fabian Johnson (muskuläre Probleme) und auf Denis Zakaria (Knieoperation) verzichten. Und auch für Lars Stindl und Christoph Kramer kam ein Einsatz von Beginn an nach ihren Verletzungen noch zu früh. So nahm Rose im Vergleich zum letzten Pflichtspiel gegen Köln drei Änderungen in der Startelf vor und agierte auch wieder mit einer Viererkette. Für Zakaria verteidigte Stefan Lainer auf rechts, während Bensebaini auf links verteidigte. Im defensiven Mittelfeld agierten Florian Neuhaus und Tobias Strobl.

Blitzstart von Borussia 

Die Eintracht aus Frankfurt eröffnete zwar das erste Topspiel nach der Corona-Pause , doch sie hatten die Kugel nicht lange in ihren Reihen. Embolo leitete prompt den ersten Angriff von Borussia an und suchte in der Offensive Alassane Plea. Der Franzose spielte kurz zu Jonas Hofmann, der den Ball schön abschirmte und abtropfen lies, und netzte nach nur 35 Sekunden das Spielgerät schon im Tor von Kevin Trapp ein (1.). 

Und so durfte dann zum ersten Mal gejubelt werden, das ganze selbstverständlich zeitgemäß mit den Ellenbogen. Besser hätte für die Fohlenelf der Start in den 26. Spieltag nicht laufen können, denn mit der Führung im Rücken ließ die Elf von Marco Rose den Ball sehr sicher durch die eigenen Reihen laufen. Die Hessen fanden überhaupt nicht statt und diese Unsicherheit wusste Borussia zu nutzen. 

Ramy Bensebaini setzte sich auf der linken Seite im Sechzehner sehr einfach gegen seinen Gegenspieler durch, der fast schon den Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten schien. Der Algerier passte in die Mitte zu Marcus Thuram, der aus fünf Metern nur noch einschieben musste (7.). Zwei Torschüsse, zwei Tore – Gnadenlose Effizienz der Elf vom Niederrhein. 

Nach der turbulenten Anfangsphase beruhigte sich allmählich das Geschehen und die Fohlen schalteten einen Gang zurück, ohne aber die Kontrolle zu verlieren. Zwar hatte die Eintracht in der Anfangsviertelstunde drei Eckbälle, doch diese konnten jedes Mal ziemlich gefahrlos von einem in blau gekleideten Borussen geklärt werden. 

Fohlen lassen nichts anbrennen 

Erst nach rund 20 Minuten konnten die Gastgeber eine Mini-Chance verbuchen: Sommer eilte aus seinem Tor heraus, wodurch Kamada den Ball in die Mitte legen konnte, aber glücklicherweise keinen Abnehmer fand. Fast im Gegenzug hatte Jonas Hofmann dann die Chance auf 0:3 zu erhöhen, doch der 27-Jährige schoss weit übers Tor (21.). Langsam aber sich trug auch die Eintracht etwas mehr zum Spielgeschehen bei, wodurch Embolo am eigenen Sechzehner Kostic´nur mit einem Foul stoppen konnte. Der Serbe legte sich anschließend die Kugel auch in aussichtsreicher Position zurecht und gab einen satten Schuss in Richtung von Yann Sommer zum besten. Der Schweizer war allerdings hellwach und wehrte den Ball zur Seite ab (23.). 

Souveräne Führung zur Halbzeit 

Zwar hatte Frankfurt in dieser Phase etwas mehr Ballbesitz, doch die Fohlen kontrollierten das Geschehen. Auch die Offensivaktionen der Gladbacher wirkten einfach zielstrebiger und flüssiger, so wie auch der Schuss von Marcus Thuram von der linken Seite (25.). In der Folge präsentierte sich die Elf vom Niederrhein so, als hätte es die zweimonatige Pause überhaupt nicht gegeben. Marco Rose hatte seine Mannschaft bis dato perfekt auf diese ungewöhnlichen Umstände eingeschworen, denn die Fohlen spielten ruhig und unaufgeregt ihr Spiel herunter. 

Von der Eintracht ging eigentlich nur Gefahr nach ruhenden Bällen aus, im laufenden Spiel fanden die „Adler“ keine Mittel gegen gut sortiere Borussen. Doch selbst nach einem Freistoß fehlte es an Zielgenauigkeit, sodass Yann Sommer ruhig die Kugel vom Himmel pflückte (42.). Alassane Plea prüfte vor der Pause nochmal Kevin Trapp, doch der wehrte zur ersten Ecke der Borussia ab (45.). Diese blieb dann ohne Folgen, sodass die Fohlenelf mit einem komfortablen Vorsprung in die Kabine abbogen. 

Nur kurze Gefahr durch Frankfurt 

Die Hausherren kamen mit einem frischen Spieler (Silva für Sow) aus der Kabine und wirkten etwas entschlossener als noch in der ersten Halbzeit. Kamada hatte auf der linken Seite viel Platz, vertändelte aber glücklicherweise etwas den Ball und gab dann einen eher harmlosen Schuss ab, Sommer hatte dabei keine Mühe (48.). Borussia meldete sich durch einen Distanzschuss von Florian Neuhaus im zweiten Spielabschnitt an (50.).

Auch wenn die Eintracht in den ersten Minuten etwas bemühter war, das Gesamtbild änderte sich nicht: Borussia hatte am Main alles im Griff und lies weiterhin sehr wenig zu. Vielmehr hätten die Fohlen fast schon die Vorentscheidung herbei führen können: Breel Embolo tankte sich im Mittelfeld stark durch, verpasste es aber durch ein ungenaues Zuspiel seine besser postierten Mitspieler in Szene zu setzen (55.). 

Bensebaini machte den Deckel drauf

Nach rund 65 Minuten hatte dann Marcus Thuram schon Feierabend, er machte Platz für Patrick Herrmann und nahm dann pflichtgemäß auf der Tribüne Platz und setzte umgehend seine Mund- und Nasen-Maske auf. Kurz danach hatten die Gäste vom Niederrhein dann die Chance auf 0:3 zu erhöhen: Alassane Plea nahm von der halblinken Position Maß, scheiterte bei seinem feinen Schlenzer aber am Pfosten (68.). 

Wenig später dann aber die endgültige Entscheidung: Breel Embolo wurde nach einem Konter im Strafraum zu Boden gebracht, Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte prompt auf den Punkt. Ramy Bensebaini trat an und verwandelte seinen zweiten Elfmeter in der Bundesliga und sorgte für die endgültige Entscheidung (73.). Zwar hatte der Algerier bei seinem Versuch etwas Glück, der Ball rutschte durch die Arme von Trapp, doch die Führung ging in dieser Höhe absolut verdient. 

Ehrentreffer für die Eintracht, Hofmann vergibt viertes Tor

Nach einer Reihe von Einwechslungen auf beiden Seiten wurde der Spielfluss etwas gestoppt. Das nutzte Frankfurt für sich und erzielte letztlich noch den Ehrentreffer. Rode spielte vor dem Strafraum in den Lauf von Silva, woraufhin Elvedi ins Leere grätschte. Dadurch tauchte der Frankfurter frei vor Sommer auf und traf zum 1:3 (81.). 

Kurz darauf hatten die Fohlen sogar noch die riesige Chance den alten Abstand wiederherzustellen. Nach einem super Spielzug von Lars Stindl und Patrick Herrmann war Kevin Trapp bereits geschlagen. „Flaco“ sah den freistehenden Jonas Hofmann, der alleine vor dem Tor stand. Allerdings zögerte der 27-Jährige zu lange und schoss dann Hinteregger an, der noch vor der Linie klären konnte (85.). 

Außer einem Freistoß von Lars Stindl (90.) passierte anschließend nicht mehr viel, sodass die Fohlen hochverdient als Sieger den Platz verließen. Marco Rose darf mit seiner Mannschaft mehr als zufrieden sein, denn die Fohlen lieferten vorne bis hinten eine sehr überzeugende Vorstellung in Frankfurt ab. Vor allem in Bezug auf die lange Pause und fehlende Spielpraxis ist diese Leistung als sehr hoch zu bewerten. Lediglich mit der Chancenverwertung musste Borussia etwas hadern, denn es hätten gut und gerne noch zwei Tore mehr sein können. Sei’s drum, so ist die Elf vom Niederrhein definitiv für den Schlussspurt der Bundesliga gewappnet! 

Die Kurzstatistik zum Spiel:

Eintracht Frankfurt: Trapp – Touré, Abraham (74. Hasebe), Hinteregger, Ndicka (83. Kohr) – Ilsanker (74. Chandler) – Sow (46. Silva), Rode – Kamada (78. Gacinovic), Kostić – Dost 

Weiter im Kader: Rönnow (ETW), da Costa, Fernandez, Kohr, Torro

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Lainer, Ginter, Elvedi, Bensebaini (78. Wendt) – Neuhaus (90. Jantschke), Strobl – Embolo (78. Stindl) – Hofmann, Plea (90. Bénes), Thuram (65. Herrmann)

Weiter im Kader: Sippel (ETW),  Kramer, Traoré, Raffael

Tore: 0:1 Plea (1.), 0:2 Thuram (7.), 0:3 Bensebaini (73.), 1:3 Silva (81.)

Gelbe Karten:  Kostic´, Ndicka, Silva, Ilsanker, Kohr – Elvedi

Bes. Vorkommnisse: Keine

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: Keine (Commerzbank-Arena)