Die aktuelle Baustelle von Max Eberl ist die Kaderplanung für die neue Saison. Foto: Poolfoto: Dirk Päffgen

Die aktuelle Saison ist schon längst auf die Zielgerade abgebogen und Max Eberl arbeitet seit Wochen im Hintergrund schon an der neuen Spielzeit. Borussias Sportdirektor hat mittlerweile aber gute Aussichten, dass auch Matthias Ginter und Florian Neuhaus über den Sommer hinaus bei den Fohlen bleiben. Gemeinsam mit der Schotes Firmengruppe schauen wir auf die aktuelle ‚Baustelle Borussia‘. 

Schrumpft Borussias Kader? 

Seit rund drei Wochen steht fest, dass Adi Hütter in der kommenden Saison neuer Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach wird. Damit folgt der Österreicher auf Marco Rose, der bekanntermaßen in Richtung Dortmund abwandert. Dabei hat Max Eberl eine wichtige Personalentscheidung für die Spielzeit 2021/ 22 abhaken können, das war allerdings erst der Startschuss für den 47-Jährigen, denn hinter einigen Spielern steht noch ein Fragezeichen auf der ‚Baustelle Borussia‘. 

Dabei steht fest: Der Kader wird sich verändern. »Grundsätzlich könnte es aber schon sein, dass der Kader ein wenig kleiner wird, weil finanzielle Möglichkeiten wegbrechen«, sagte Borussias Sportdirektor vor dem letzten Spiel gegen Arminia Bielefeld. Bis auf Ibrahima Traoré und Valentino Lazaro haben alle Borussen einen Vertrag für die kommende Spielzeit. 

Zeichen bei Traoré stehen auf Abschied 

Traoré ist bereits seit Sommer 2014 bei der Fohlenelf, doch die Zeichen stehen wohl auf Abschied. In der aktuellen Bundesliga-Saison kam der 33-Jährige nur sieben Mal zum Einsatz und war dabei nur Ergänzungsspieler, Traoré kommt auf insgesamt 93 Spielminuten. Deutlich mehr Spielzeit bekam hingegen Lazaro, aber sein Leihvertrag endet in den nächsten Wochen. 

Rund zwölf Millionen Euro sollen die Dienste des Österreichers kosten, der aktuell bei Inter Mailand unter Vertrag steht. In Zeiten der Corona-Pandemie viel Geld, möglicherweise eben zu viel. Bei Lazaro ist wie auch bei anderen Spielern weiterhin Geduld gefragt, Eberl geht davon aus, dass der Transfermarkt erst spät ins rollen kommt. 

»Es muss nach dem Ende dieser Saison erstmal ein Kassensturz gemacht werden, um dann zu schauen, wie es weiter geht. Daher glaube ich, dass der Transfermarkt erst spät ins Rollen kommt. Viele Vereine werden eher auf Bewegungen reagieren. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass es mehr Leihen von Spielern geben wird«, so Borussias Sportdirekt kürzlich bei ‚borussia.de’. 

»Alle Vereine wurden im letzten Frühling hart von Corona getroffen. Seitdem ist mehr als ein Jahr vergangen. Es wurde eine komplette Saison unter den neuen Bedingungen gespielt, und alles konnte sich ein wenig konsolidieren. Jedoch haben alle Klubs mit gravierenden Mindereinahmen zu kämpfen. Hinzu kommt, dass der neue TV-Vertrag den Bundesligavereinen insgesamt 200 Millionen Euro weniger Einnahmen als vorher beschert. Das sind zwei Punkte, mit denen alle Klubs sich auseinandersetzen und entsprechend kalkulieren müssen«, spricht Eberl die aktuelle Problematik an. 

Hoffnung auf Verbleib bei Neuhaus und Ginter 

Das bedeutet eben konkret, dass auch bei anderen Vereinen das Geld auch längst nicht so locker sitzt wie noch in den Jahren zuvor. Diese Tatsache dürfte den Fohlen in der kommenden Transferperiode deutlich entgegen kommen, denn immer wieder gibt es hartnäckige Gerüchte im Florian Neuhaus. 

Der Nationalspieler soll nämlich in seinem bis 2024 datierten Vertrag eine Ausstiegsklausel in Höhe von 40,00 Millionen Euro besitzen, viel Geld in Zeiten der Corona-Pandemie. Laut ‚Bild‘ soll der 24-Jährige aber definitiv über den Sommer hinaus am linken Niederrhein bleiben, auch im Falle des Verpassens eines internationalen Wettbewerbes. 

Gute Chancen sieht das Blatt mittlerweile auch bei Matthias Ginter: Zwar hat der Abwehrchef der Fohlen noch einen Vertrag bis 2022, aber auch hier ist klar, dass Max Eberl diese Vertragskonstellation nicht einfach so hinnehmen wird. Zuletzt sagte Ginter selbst, dass seine Zukunft noch nicht geklärt ist, die Gespräche aber in den kommenden Tagen und Wochen aufgenommen werden. Die ‚Bild‘ berichtet demnach davon, dass beim 27-Jährigen ein neuer Vertrag über drei Jahre im Raum steht. 

»Es ist schließlich auch sehr interessant, etwas Langfristiges mit Gladbach aufzubauen und weiter zu wachsen. Alles in allem bin ich im Bezug auf meine Zukunft relativ entspannt«, sagte Ginter zuletzt im Gespräch mit ‚eurosport.de’. Ein Gespräch mit dem neuen Trainer Adi Hütter gab es bisher noch nicht, »dementsprechend gibt es auch noch keinen neuen Stand«. 

Chance für Nachwuchsspieler 

Klar ist aber auch, dass es junge Talente im Sommer möglicherweise etwas leichter haben werden, um sich etablieren zu können. Der geringere finanzielle Spielraum ist laut Eberl nämlich »eine Chance für die Nachwuchsspieler, sich in den Vordergrund zu spielen«. So auch für Joe Scally: Seit Januar ist der US-Amerikaner jetzt bei der Fohlenelf und sammelte in der U23 bisher Spielpraxis. 

Un der erst 18-Jährige hat sich schon beachtlich schnell an das neue Umfeld gewöhnen können. »Seine ersten Spiele hat er gemacht, als die U23 in einer schwierigen Phase war und er hat auf Anhieb überzeugt. In dieser Form hatte ich das nicht erwartet – das muss ich zugeben. Normalerweise bedarf die Integration eines jungen Spielers aus dem Ausland etwas mehr Zeit. Es ist beeindruckend, wie sich der Junge bisher hier verkauft hat«, sagt Roland Virkus, Direktor Nachwuchsleistungszentrum, in einem Exklusiv-Interview mit unserer Redaktion.

Es bleibt also auch weiterhin sehr spannend, welche Personalentscheidungen Max Eberl in der nächsten Zeit treffen wird und ob es Borussias Sportdirektor zum zweiten Mal in Folge gelingt den Kader und vor allem das Fundament zusammenzuhalten. So oder so hat der ‚Bauherr‘ Eberl viel auf der ‚Baustelle Borussia‘ zu tun…