Louis Jordan Beyer wechselte 2016 aus der Jugend von Fortuna Düsseldorf zum VfL. 2017 durfte er zum Reinschnuppern das erste Mal mit den Profis ins Trainingslager reisen. Dieses Jahr hat er den Aufenthalt am Tegernsee dazu genutzt, große Chancen auf sein baldiges Pflichtspieldebüt zu haben.

Junge Spieler profitieren oftmals davon, dass sich ein älterer und gestandener Profi verletzt. Bei Borussia Mönchengladbach fallen mit Nico Elvedi (Blinddarm-OP) und Michael Lang (Außenbandteilriss im Knie) aktuell zwei Spieler aus, die in der neuen Viererkette ziemlich sicher ihren Platz gehabt hätten. Die Schlussfolgerung, die Beyer daraus zieht, ist logisch: »Wenn man nur ein bisschen rational darüber nachdenkt, sieht man, dass auf der Rechtsverteidigerposition eine Lücke entstanden ist«, so Beyer gegenüber Fohlen-TV. 

»Könnte meine Chance sein«

Denn auch Tony Jantschke, der gegebenenfalls auf rechts hätte aushelfen können, wird nach dem Ausfall von Elvedi in der Innenverteidigung neben Matthias Ginter gebraucht. »Man hat natürlich im Hinterkopf, dass das jetzt meine Chance sein könnte. Deswegen geht es darum, sich im Training anzubieten, Vollgas zu geben und dem Trainer zeigen, dass man eine wirkliche Alternative ist«, gibt Beyer die Marschrichtung vor. Nicht nur durch den starken Auftritt im Testspiel gegen den FC Augsburg, für den es von Dieter Hecking ein Sonderlob gab, sondern in erster Linie durch gute Trainingsleistungen empfiehlt sich Beyer für die Startelf. Seit Anfang des Jahres trainiert er sehr regelmäßig in der 1. Mannschaft mit, spielte in der Rückrunde noch für die U19, um den Klassenerhalt in der A-Junioren-Bundesliga zu sichern.

»Der Junge macht vieles richtig« 

Gegen den FCA war er mit Traoré für die rechte Seite zuständig und scheute sich nicht davor, seinem Vordermann Kommandos zu geben, um das Spiel gemeinsam mit ihm immer wieder anzukurbeln. Jordan hat mir sehr gefallen. Der Junge macht vieles richtig im Moment, sodass mir das Ganze ein stimmiges Gefühl gibt«, sagte Hecking anschließend.

Am vergangenen Wochenende durfte Beyer 90 Minuten durchspielen, während bis auf Raffael alle anderen Fohlen vorzeitig ausgewechselt wurden. Ein klares Signal von Hecking, der mit Beyer wohlmöglich den Ernstfall über die gesamte Spielzeit erproben wollte. Auch diese Aufgabe löste der 18-jährige unaufgeregt mit Bravour. Morgen kann er gegen Espanyol Barcelona weiter zeigen, dass mit ihm zu rechnen ist.

Jordan statt Louis

Vielleicht muss Stadionsprecher »Knippi« sich dann am ersten Spieltag gegen Bayer 04 Leverkusen entscheiden, ob er ihn bei der Mannschaftsaufstellung mit »Louis Jordan« oder »Jordan« vorstellt, bevor das Stadion dann mit »Beyer« antwortet. Denn seinen eigentlichen Rufnamen »Louis« hat er nach seinem Wechsel zu Gladbach verbannt. »In meiner Mannschaft gab es damals noch einen Louis, deswegen bin ich hier für alle der Jordan«, erzählte er bereits im Trainingslager, um das Missverständnis um seinen Namen aufzuklären. Sicher ist aber, dass die Fans sich über den Einsatz des “halben Eigengewächses”, das mit 16 zur Borussia kam, freuen würden.