Borussia war in Hoffenheim immer einen Schritt zu spät dran. Foto: Dirk Päffgen
Die Auswärtsreise von Borussia zur TSG Hoffenheim ging gewaltig schief. Am Mittwochabend kassierten die Fohlen die höchste Niederlage der Saison – und das völlig verdient. Dementsprechend fielen die Reaktionen ziemlich ernüchternd aus und die Verantwortlichen gingen auf Erklärungssuche.
Der 14. Januar liegt Borussia Mönchengladbach einfach nicht. Schon in 2025 mussten die Borussen damals beim VfL Wolfsburg eine 1:5-Niederlage hinnehmen. Exakt ein Jahr später stand nun in Sinsheim das gleiche Ergebnis auf der Anzeigetafel. Im Gegensatz zum starken Heimsieg gegen Augsburg rotierte Borussias Trainer Eugen Polanski, was auch zur Folge hatte, dass die Fohlenelf in allen Belangen das Nachsehen hatte.
»Das war ein Spiel zum Vergessen«, fasste es Nico Elvedi ziemlich nüchtern und trocken zusammen. Der Schweizer fand, dass er uns seine Kollegen »von Beginn an schlecht gespielt und in dieser Höhe verdient verloren haben.« Vor allem in der Anfangsphase unterlief Borussia in der Defensive immer wieder ein Fehler, sodass die Hausherren zu Chancen eingeladen wurden. »Uns war bewusst, dass Hoffenheim sehr intensiv agiert und früh presst, trotzdem haben wir es nicht geschafft, sauber von hinten herauszuspielen.«
Borussia zu lust- und harmlos
Auch Rocco Reitz fand viele Mängel, die dringend beseitigt werden müssen. »Wir haben vieles vermissen lassen, vor allem die Abstände vor der Abwehrkette waren viel zu groß. Es hat an Kommunikation und Intensität gefehlt. Gegen eine Mannschaft mit so starkem Gegenpressing musst du ständig in Bewegung sein und deinem Mitspieler Optionen anbieten – das haben wir nicht gut gemacht. Wir waren zu ungenau und zu statisch. Bei Hoffenheim hatte man zudem das Gefühl, dass jeder Schuss im Tor landet. Dann gehst du eben mit einem 0:4 in die Pause. Wir müssen das Spiel klar analysieren und dann am Wochenende in Hamburg wieder ein ganz anderes Gesicht zeigen«, sagte Borussias Kapitän. Ob das Spiel in der Hansestadt überhaupt stattfindet, zeigt sich noch. Die Partie des HSV gegen Leverkusen musste aufgrund von Schäden am Stadiondach abgesagt werden, derzeit laufen Arbeiten am Volksparkstadion.
Bis dahin müssen die Borussen die Partie im Kraichgau aber dringend aufarbeiten. Für Moritz Nicolas war vor allem die schwache und trostlose erste Halbzeit für die hohe Niederlage ausschlaggebend. »In der ersten Halbzeit war Hoffenheim brutal stark und wir sehr schwach. Der Gegner hat extrem hoch gepresst, wir haben es ihm aber auch zu leicht gemacht. Besonders die beiden Gegentore kurz vor der Pause hätten wir vermeiden müssen. Bei einem 0:2 wäre in der zweiten Hälfte vielleicht noch etwas möglich gewesen. Mit einem 0:4-Rückstand zur Halbzeit wird es dann allerdings extrem schwierig«, erklärte Borussias Nummer eins.
Der Trend zeigt nach unten
Polanski hatte sich die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte sicherlich auch ganz anders vorgestellt. Vor dem Spiel war er noch zu Scherzen aufgelegt, aber angesichts der Leistung seiner Mannschaft dürfte ihm das Lachen inzwischen wieder vergangen sein. Polanski: »Uns war klar, dass es eine extrem intensive Partie werden würde. Deshalb waren wir überzeugt, dass uns die Umstellungen helfen würden, mehr Zweikampfstärke und defensives Denken auf den Platz zu bringen und zugleich schneller umzuschalten. Dafür hätten wir jedoch sowohl besser verteidigen als auch insgesamt besseren Fußball spielen müssen. Von dem, was Borussia Mönchengladbach auszeichnen soll, war an diesem Abend zu wenig zu sehen.«
Von den letzten vier Spielen gingen drei verloren. Langsam aber sicher müssen die Fohlen die oftmals zitierte Konstanz auch mal auf den Platz bringen. Ein Problem, dass schon seit Jahren besteht und an dem viele Trainer scheiterten. Deshalb fordert Polanski auch, »am Samstag mit einer anderen Qualität« auf die Niederlage zu reagieren. Worte, an denen er sich messen lassen muss.
