Marcus Thuram und Alassane Pléa sorgten für gute Laune, auf und neben dem Platz. Foto: Dirk Päffgen/ FohlenHautnah

Marcus Thuram, Alassane Pleá und auch Breel Embolo waren in der abgelaufenen Saison so etwas wie die Lebensversicherung von Borussia. Das Offensiv-Trio kam in der Bundesliga auf 28 Treffer und hatte einen erheblichen Anteil am erreichen der Champions League. Marco Rose hat im Sturm auch in der kommenden Spielzeit die Qual der Wahl. 

Embolo hat geliefert 

Als Borussia im vergangenen Sommer Breel Embolo als Neuzugang präsentierte, gab es sicherlich das ein oder andere Fragezeichen. Der Schweizer hatte auf Schalke eher glücklose Jahre hinter sich und wollte am Niederrhein einen Neuanfang wagen. Der ist nach einer Spielzeit schon geglückt, weil Marco Rose und Max Eberl von den Qualitäten des 23-Jährigen überzeugt waren. Noch wichtiger: Sie gaben ihm Zeit und setzten ihn nicht unter Druck. 

Doch die angesprochene Zeit brauchte der Neuzugang nicht, denn schon am zweiten Spieltag schoss er beim Auswärtssieg in Mainz seinen ersten Treffer für die Fohlen. Insgesamt kommt Embolo in seinem ersten Jahr bei Borussia auf 16 Torbeteiligungen: Acht Treffer und acht Vorlagen steuerte er in seiner besten Bundesliga-Saison bei. Vor allem in der Schlussphase entpuppte sich der 23-Jährige als äußerst wertvoll, denn als Marcus Thuram und Alassane Plea ausfielen, war Embolo zur Stelle. 

Ein Transfer, der sich jetzt schon auszahlt 

Über Marcus Thuram ist eigentlich schon alles gesagt. Borussia ist für eine Ablösesumme von 9,00 Millionen Euro im Juli 2019 ein echtes Schnäppchen gelungen. ‚Tikus‘ köpfte sich bei seinem ersten Pflichtspiel in Sandhausen im DFB-Pokal schon in die Herzen der Borussia-Fans. Innerhalb von nur einer Saison katapultierte der erst 22-Jährige seinen Marktwert auf 32,00 Millionen Euro (transfermarkt.de). Viel wichtiger noch: Das Zusammenspiel mit seinem französischen Kollegen Alassane Pleá funktionierte auf Anhieb, ein neues Traum-Duo war geboren. 

‚Tikus‘ ist in der Offensive der Fohlen extrem variabel, das weiß auch Marco Rose zu schätzen: »Er hat bei seinem alten Verein viel auf dem Flügel gespielt und hier auch schon im Zentrum. Wir wissen aber auch, dass er im Eins-gegen-Eins vom Flügel aus schon viele Tore vorbereitet hat. Ich glaube, dass wir ihn da weiter ausbilden sollten.« Doch Borussias Trainer sieht Thuram noch lange nicht auf dem Zenit seines Könnens angekommen.

»Ich traue Marcus sehr viel zu, er hat sehr viel Potenzial. Wir sehen immer wieder seine Qualität, aber trotzdem sehe ich noch Luft nach oben und Entwicklungspotenzial. Daran werden wir immer wieder arbeiten und das kritisch aufarbeiten, denn er will ja europäischer Topstürmer werden«. Doch Thuram soll sich in Ruhe bei Borussia entwickeln und hat glücklicherweise noch Vertrag bis 2023. 

Pleá und Herrmann legen zu 

Gemeinsam mit seinem Landsmann Pléa kommt der 22-Jährige auf 38 Torbeteiligungen, das sind mehr als die Hälfte aller geschossenen Tore! Im Gegensatz zu seiner ersten Saison hat Alassan Pleá in der Saison 2019/ 20 nochmal einiges draufgepackt, der Franzose profitierte erheblich von der Verpflichtung Thurams. 

Auch Patrick Herrmann konnte sich nochmal steigern: Das Borussia-Urgestein ist der Beweis dafür, wie gut Marco Rose seine Spieler anpacken und letztlich auch verbessern kann. Denn während der 29-Jährige in der letzten Spielzeit unter Dieter Hecking ‚nur‘ auf fünf Torbeteiligungen in der Bundesliga kam, war ‚Flaco‘ nun an 14 Treffern direkt beteiligt: Sechs Tore schoss er selbst, acht weitere legte er auf. 

Rose vergisst seine Spieler nicht 

Als Thuram und Pléa zum Saisonende verletzungsbedingt ausfielen, rückte sogar auch Ibrahima Traoré wieder in den Fokus. Eigentlich spielte der 32-Jährige unter Marco Rose keine Rolle mehr, im Sommer 2019 wurde ihm sogar ein Vereinswechsel nahe gelegt. Doch der gebürtige Franzose hatte noch ganz andere Qualitäten die für die Fohlen wichtig waren: Laut Rose hat er »Marcus Thuram mit integriert und sich sehr ordentlich verhalten und gearbeitet«. So gesehen hat ‚Ibo‘ also auch einen kleinen Anteil am Erfolg von ‚Tikus‘. 

Auch Keanan Bennetts hatte nach langer Leidenszeit endlich Grund zur Freude und durfte gegen den VfL Wolfsburg seine ersten Bundesliga-Minuten genießen. Ob das nun für den Durchbruch reicht, weiß niemand. Der 21-Jährige wird sich in der Vorbereitung sicherlich voll reinhängen, um sich für weitere Einsätze zu empfehlen. Die Chancen stehen zumindest nicht schlecht, denn die Fohlen tanzen bekanntlich auf drei Hochzeiten. 

Eingespielte Offensive als Vorteil 

Apropos: Es kann nur helfen, dass diese geballte Offensiv-Power jetzt schon eine Saison eingespielt ist und über den Sommer hinaus auch noch zusammen bleibt. Vor allem im Hinblick auf die Champions League dürfte das den Fohlen extrem helfen, um vielleicht auch mal die ein oder andere Überraschung zu landen. Denn in den bisherigen zwei Spielzeiten in der Königsklasse wurden Spiele oftmals durch eine schlechtere Chancenvewertung hergeschenkt. 

Nun ließen Thuram, Pleá und Co. auch in der abgelaufenen Saison sicherlich die ein oder andere Chance liegen, doch grundsätzlich weiß Borussias Offensive, wo das Tor steht. Mit Hannes Wolf konnte Max Eberl sogar noch einen zusätzlichen Spieler verpflichten, der im Angriff sehr variabel ist. Hoffen wir also darauf, dass uns die Fohlen wieder genauso viel Freude bereiten wie in der abgelaufenen Spielzeit…