Jordan Beyer ist aktuell zum HSV ausgeliehen, kehrt im Sommer wie drei weitere Spieler zurück. FOTO: DIRK PÄFFGEN, FOHLEN-HAUTNAH.DE

Aktuell sind fünf Spieler von Borussia Mönchengladbach an andere Vereine ausgeliehen. Jordan Beyer, Andreas Poulsen, Julio Villalba und auch Michael Lang kehren im Sommer aber definitiv zu den Fohlen zurück. Max Eberl verriet jetzt seine Pläne mit den Rückkehren. Derweil gibt es auch Gespräche mit Union Berlin über die Zukunft von Moritz Nicolas.


Werder wird Kaufoption bei Lang nicht ziehen 

Im Sommer 2018 kam Michael Lang für eine Ablöse von rund 2,80 Mio. Euro vom FC Basel zu Borussia Mönchengladbach. Unter Dieter Hecking machte er in der Bundesliga 17 Spiele und erzielte sogar ein Tor. Doch als Marco Rose als neuer Trainer vorgestellt wurde war relativ schnell klar, dass der 43-Jährige dem Schweizer nicht allzu viel Spielzeit einräumt. Dafür sorgte nicht zuletzt die Verpflichtung von Stefan Lainer. 

»Michael Lang wusste, dass er in unserem Kader relativ wenig bis gar keine Einsatzzeit bekommt, deshalb wollten wir ihm einen anderen Schritt ermöglichen«, sagte Max Eberl auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel auf Nachfrage unserer Redaktion. Deshalb kam das Leihgeschäft mit Werder Bremen wenig überraschend, der 29-Jährige sollte sich an der Weser durchsetzen, schließlich hat Bremen auch noch eine Kaufoption für den Schweizer. 

Das Engagement beim SVW fing für Lang eigentlich gar nicht so schlecht an, denn zu Saisonbeginn hatte er nach zwei Spielen ohne Berücksichtigung im Kader immerhin vier Einsätze über 90 Minuten. Doch Florian Kohfeldt baute irgendwann nicht mehr auf den Schweizer und ließ ihn verstärkt auf der Bank. »Es ist nicht ganz so gelaufen wie gedacht. Aber er muss sich als Spieler bei seinem Verein durchsetzen, das ist in diesem Fall nicht so geglückt«, nahm Borussias Sportdirektor Michael Lang auch in die Pflicht. Dennoch wird der 29-Jährige im Sommer »erstmal zurückkommen«, denn Bremen wird die Kaufoption nicht ziehen. 

Jordan Beyer: Nach starken Beginn aktuell nur noch zweite Wahl 

Wie hart der Konkurrenzkampf in der Defensive der Fohlen ist bekam auch Jordan Beyer zu spüren. In der Hinrunde kam der 20-jährige Nachwuchsspieler nur in vier Partien zum Einsatz. Trotzdem ist man bei Borussia von Beyers Talent überzeugt und verlieh den gebürtigen Kempener im Winter an den Hamburger SV. Schließlich traf der bei den Hanseaten auf Dieter Hecking, der ihn in der Saison 2018/ 19 zum Bundesligaspieler machte. 

Zu Beginn der Rückrunde war er für den HSV die erhoffte Verstärkung und Beyer selbst kam so in der 2. Bundesliga auf viele Einsätze. Bis zur Corona-Pause macht er alle sieben Spiele von Beginn an, sechs Mal durfte er unter Hecking sogar komplett durchspielen. Nach dem Re-Start der Liga ist Beyer jedoch nur noch zweite Wahl, denn Josha Vagnoman hat sich nach seiner Verletzungspause wieder festgespielt. 

»Jordan Beyer, Andreas Poulsen und Julio Villalba haben auf viel Spielzeit gehofft. Das ist zumindest auch bei Jordan und Andreas eingetroffen. Die Jungs haben Erfahrung und Spiele auf einem sehr guten Niveau gesammelt«, zeigt sich Max Eberl bisher zufrieden. Dennoch könnte man, auch aufgrund der Corona-Pandemie, noch nicht »abschließend beurteilen, was daraus wird«. 

Andreas Poulsen in Wien gesetzt 

Primär ging es bei dem Trio im Gegensatz zu Michael Lang »um die Spielentwicklung und Förderung eines einzelnen Spielers«. Und genau diese bekommt auch Andreas Poulsen bei Austria Wien. Denn den 20-Jährigen zog es in der Winterpause in die österreichische Landeshauptstadt und durfte sich dort als linker Verteidiger in bisher fünf von sieben möglichen Spielen präsentieren. Das erste Match nach der Corona-Pause verpasste der Däne aufgrund muskulärer Probleme, beim Duell mit seinem Borussia-Kollegen Julio Villalba stand er nicht im Kader. 

Villalba lange verletzt 

Auch der Paraguayer kam in diesem Spiel nicht zum Einsatz. Im Gegensatz zu Beyer und Poulsen verlief seine Ausleihe bisher eher holprig, denn zu Beginn seines Engagements bei SCR Altach hatte Villalba mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen. Beim Unentschieden gegen Mattersburg am 2. Juni machte er seine ersten Spielminuten in Österreich und wurde in der Schlussphase eingewechselt. 

Was passiert also mit dem Quartett im Sommer bei Borussia? Erstmal kehren alle an den Niederrhein zurück, anschließend beginnen die Planungen erneut. »Aufgrund der Corona-Zeit ist alles verzögert und es wird alles länger dauern. Die Saison fängt viel später an als geplant, auch die Transferperiode wird länger gehen. Wir werden uns in Ruhe hinsetzen und schauen, wie es weitergeht. Mit jedem einzelnen Spieler werden wir eine Entscheidung fällen«, sagte Max Eberl. 

»Zweites Jahr auf der Bank nicht in unserem Sinne«

Borussias Sportdirektor wartet wohl vor allem den Transfermarkt ab, inwiefern die Fohlen dort zuschlagen können, ist noch unklar. Fakt ist aber, dass auf den Position von Beyer (rechter Verteidiger) und Poulsen (linker Verteidiger) nach wie vor ein hoher Konkurrenzkampf herrscht. Auch die Vertragsverlängerung von Oscar Wendt dürfte dem jungen Dänen Poulsen nicht besonders und die Karten gespielt haben. Auch bei Moritz Nicolas ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. 

»Wir haben mit Union schon Gespräche geführt, diese werden auch weitergehen«, äußerte sich Max Eberl zum Torhüter. Denn auch der 22-Jährige wurde mit dem klaren Ziel verliehen, Spielpraxis zu sammeln. Der Plan war laut Eberl »ein anderer«, denn tatsächlich stand Nicolas in einem Pflichtspiel noch nicht im Kasten von Union. Stammtorhüter Rafal Gikiewicz war und ist die klare Nummer eins bei den ‚Eisernen‘, wird seinen auslaufenden Vertrag aber definitiv nicht verlängern. 

Somit könnte die Tür für Nicolas wieder aufgehen. Eberl weiß aber auch, dass es Borussia nicht zusteht, Einsätze zu fordern. »Aber ich bin mit Oliver Ruhnert (Anm. d. Red.: Geschäftsführer Sport) in einem sehr offenen Austausch und da muss man entscheiden, was im Sommer der beste Schritt ist. Klar ist aber auch, dass noch ein Jahr als Nummer zwei auf der Bank nicht in unserem Sinne ist«, stellte Eberl klar. Denn die Fohlen wollen das Torwarttalent »auf die Wiese bringen«, langfristig könnte Nicolas sogar mal Yann Sommer nach dessen Karriereende oder Abgang aus Mönchengladbach beerben…