Im Hinspiel gingen die Fohlen mit 1:5 unter. Foto: Dirk Päffgen
Nach dem ernüchternden Auftritt in Augsburg geht es für Borussia darum, die Saison halbwegs versöhnlich abzuschließen. Rocco Reitz wird sich gegen Hoffenheim auf dem Platz nicht verabschieden können, er fällt krankheitsbedingt aus. Derweil hoff Tim Kleindienst auf sein Comeback am 34. Spieltag.
Einzige Konstante ist die Inkonstanz
Das letzte Auswärtsspiel in Augsburg hallte bei Borussia Mönchengladbach noch lange nach. Die 1:3-Niederlage war exemplarisch für eine Saison, in der sich die Fohlen nicht mit Ruhm bekleckerten. Demnach blickte auch Eugen Polanski nochmal auf das Spiel zurück. »Nach dem Gegentor sind wir in eine Dauerschleife geraten und haben uns nicht mehr richtig daraus befreit. Genau da müssen wir aber hin. Es kann nicht immer alles für uns laufen, aber wir müssen auch bei Rückschlägen weiter an unsere eigene Qualität glauben und Spiele wieder aktiv gestalten wollen. Wir haben das klar thematisiert, mit Videos und auch mit Vergleichen zum Dortmund-Spiel. Da war ein großer Unterschied, und der lag in erster Linie an uns.«
Auch Rouven Schröder mühte sich auf der letzten Pressekonferenz der Saison um Erklärungen für die Leistungsschwankungen der Fohlenelf. »Die beiden letzten Spiele sind exemplarisch für das, was wir in dieser Saison immer wieder gesehen haben – nämlich Schwankungen, die wir in dieser Form nicht haben wollen. Wir als Verantwortliche müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Es geht darum, aus diesen Erfahrungen zu lernen und konstanter zu werden – nicht nur kurzfristig, sondern auch mit Blick auf die neue Saison«, erklärte Borussias Sportchef. Man darf gespannt sein, welche Schlüsse die Verantwortlichen aus dieser gebrauchten Spielzeit ziehen.
Reitz fehlt, Hoffnung bei Kleindienst
Und da passt es irgendwie auch ins Bild, dass sich Rocco Reitz nach 17 Jahren bei Borussia nicht auf dem Platz verabschieden kann. Vor seinem Wechsel nach Leipzig fällt der 23-Jährige krankheitsbedingt aus und steht gegen Hoffenheim nicht zur Verfügung. »Ich kenne Rocco sehr lange, er würde brennen, dieses letzte Spiel noch zu bekommen. Sein letztes Heimspiel war gegen Dortmund, da hat er sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt. Jetzt ist er krank, vielleicht auch eine Folge der Belastung nach der Saisonphase. Er hat eine schwierige Phase hinter sich, viel Kritik abgefangen und sich trotzdem immer reingehauen und ist vorne weggegangen. Es ist sehr schade, dass er dieses letzte Spiel nicht bekommt, aber die Gesundheit geht vor«, sagte Polanski.
Hoffnung auf eine Rückkehr auf den Platz darf sich hingegen Kleindienst machen. Borussias etatmäßiger Kapitän könnte nach einjähriger Verletzungspause am Samstagnachmittag sein lang ersehntes Comeback geben. »Ich hatte die ganze Zeit über das klare Ziel, in dieser Saison noch einmal auf dem Platz zu stehen und vor der Sommerpause wieder so weit zu sein. Dafür habe ich monatelang gearbeitet und sehr viel investiert. Natürlich gab es zwischendurch auch Momente, in denen ich gedacht habe, dass es vielleicht doch länger dauern könnte. Aber man macht sich immer bewusst, wofür man das alles macht. Umso schöner ist es jetzt, wieder sagen zu können, dass ich mich bereit fühle. Ich freue mich einfach darauf, wieder unten im Stadion bei der Mannschaft zu sein und nicht auf der Tribüne sitzen zu müssen«, äußerte sich Kleindienst auf Borussias Website. Zu keinem Saisoneinsatz wird Nathan Ngoumou mehr kommen, der mit muskulären Problemen weiterhin fehlt.
Sportlich geht es für Borussia um nichts mehr, schließlich ist der Klassenerhalt nach dem Sieg gegen Dortmund gesichert. Finanziell würde es sich aber lohnen, nochmal drei Punkte einzufahren, denn die Fohlen könnten dadurch weitere TV-Einnahmen generieren. Für den Gegner aus dem Kraichgau steht die Champions-League-Teilnahme auf dem Spiel – konträrer könnte die Ausgangslage also nicht sein. »Die Hoffenheimer stehen nicht umsonst auf Platz fünf, sie spielen eine sehr konstante und gute Saison. Sie haben nicht nur ein starkes Pressing, sondern insgesamt ein sehr intensives Spiel mit viel Laufarbeit, Tiefenläufen und klarer Struktur nach vorne. Sie haben jetzt ihr Finale bei uns. Das bedeutet für uns, dass wir dagegenhalten müssen, indem wir eine echte Heimspielatmosphäre schaffen. Wir haben gegen Dortmund gesehen, was möglich ist, wenn wir unsere Energie über 90 Minuten auf den Platz bekommen. Genau diese Leistung müssen wir erneut abrufen«, blickte Borussias Trainer Polanski auf den Gegner.
Wie offen fällt die Analyse aus?
Seine erste Saison als Trainer ordnete er wie folgt ein: »Wir sind mit einem klaren Ziel angetreten und haben das zwei Spieltage vor Saisonende erreicht. Natürlich malt man sich in der Theorie eine schnellere Entwicklung aus. Die Realität ist dann aber Bundesliga, und da hat es Gründe, warum Dinge nicht sofort funktionieren. Wir haben vieles gut gemacht, aber auch viele Dinge, die wir verbessern müssen. Ich persönlich habe von Anfang an sehr viel Unterstützung bekommen, aus dem Trainerteam und dem Staff, sodass ich mich selten überfordert gefühlt habe.«
Ob der 40-Jährige über die Spielzeit hinaus noch auf der Bank sitzt, entscheidet sich in den nächsten Tagen und Wochen. Schröder hat eine umfassende Analyse angekündigt und es bleibt spannend, wie diese ausfällt.

