Dass für Borussia Mönchengladbach der Traum vom Pokalfinale in Berlin mal wieder ausgeträumt ist, haben sich die Borussen selbst zuzuschreiben. In der 2. Hauptrunde bekam man gegen Bayer Leverkusen nahezu nichts auf die Kette und erlebte an Halloween einen wahren Albtraum. Die Protagonisten zeigten sich einsichtig.

Es war an Halloween ein wahrhaftig gruseliger Pokalabend für Borussia Mönchengladbach. Einiges vorgenommen hatten sich die Borussen für dieses Spiel und wollten unbedingt eine Runde weiter kommen, kassierten aber nur Saures statt Süßes am Reformationstag und erlebten mit dem 0:5 ein wahres Debakel.

Und nicht weil etwa wie für Halloween gewöhnlich schaurige Gestalten durchs Stadion liefen, lief es einem eiskalt den Rücken runter, sondern weil sich die Borussen im eigenen Stadion nach allen Regeln der Kunst auskontern ließen und ihrerseits wenig bis gar nichts zustande brachten – und bereits nach fünf Minuten einem Rückstand hinterherliefen. »Wir haben es uns heute anders vorgestellt. Wir wollten anders in das Spiel reingehen«, haderte Dieter Hecking. »Es gab einige Zweikämpfe, in denen wir nicht entschlossen genug waren, den Ball zu klären.«

Nicht zwingend genug, lediglich Halbchancen

»Wir sind nicht gut in das Spiel reingekommen, haben früh das erste Gegentor kassiert. Es hat etwas gedauert, bis wir uns gefunden hatten«, sagte Lars Stindl.

Allzu viele Mittel und Ideen hatten die Borussen aber dennoch nicht, um die sich zurückziehende und auf Konter lauernde Werkself zu knacken. »Die Viertelstunde vor der Pause war dann aber die einzige gute Phase von uns im Spiel. In dieser Phase waren wir etwas drückender«, sagte Stindl. »Allerdings waren wir nicht zwingend genug trotz ein paar guter Gelegenheiten.«

Die einzige davon hatte Florian Neuhaus, der aus spitzem Winkel aber an Lukáš Hrádecký scheiterte. »Mit dem Ausgleich wären wir wieder im Spiel drin gewesen«, wusste Hecking. Stattdessen musste seine Mannschaft in der Nachspielzeit der ersten hälfte den zweiten Gegentreffer fressen. »Das 0:2 war aus meiner Sicht auch ein absolut vermeidbares Gegentor. Bei dem Pass, den Julian Brandt reinspielt, haben wir geschlafen«, ärgerte sich Borussias Trainer.

Zu Gute halten muss man den Borussen, dass sie sich zunächst nicht haben aufgegeben. »Wir haben nochmal alles probiert, haben versucht mit Mentalität dagegen zu halten und nach vorne nochmal was zu kreieren. Das ist uns nicht gelungen«, musste Stindl zugeben. Der Kapitän selbst war es, der beim Stand von 0:2 die beste Gelegenheit zum Anschlusstreffer hatte.

Dann wäre vielleicht noch was gegangen, wie auch Heiko Herrlich vermutete. »Die Großchance und absolut entscheidende Situation in dem Spiel war der Schuss von Lars Stindl,den LukášHrádecký überragend hält. Wenn da das 2:1 gefallen wäre, wäre die Chance für Mönchengladbach groß gewesen, dass das Spiel nochmal komplett kippt«, so der Bayer-Coach.

Nach dem 0:3 wurde es ein Debakel

Doch es kam eben leider anders. Wenige Minuten später machte Karim Bellarabi den Deckel auf die Partie und das Ausscheiden der Fohlen perfekt. Was dann passierte, war allerdings blamabel und darf einer Mannschaft mit Ambitionen nach oben in keinster Weise passieren. Die Fohlen fingen sich gar noch zwei Gegentreffer ein und kassierten schlussendlich eine verdiente 0:5-Klatsche. »Es darf uns aber nicht passieren, dass wir auch noch den vierten und fünften Gegentreffer kassieren. Leverkusen hat es aber auch gut gemacht – das muss man anerkennen«, sagte Stindl.

»Bis zum 0:3 war es noch ganz ordentlich, was ich aber nicht akzeptieren kann, sind der vierte und fünfte Gegentreffer. Als Mannschaft muss man auf dem Platz erkennen, dass man die Räume nicht aufmachen darf«, hob Hecking den Finger und kündigte ausgiebige Gespräche mit seiner Mannschaft an: »Das müssen wir kritisch analysieren, weil ein 0:5 doppelt weh tut.«

»Die Niederlage schnell abschütteln und uns auf die Bundesliga konzentrieren«

In der Tat. Vor allem aber über die Art und Weise, wie die Fohlen offensiv gespielt oder es vielmehr versucht haben, muss gesprochen werden. Es war offensichtlich, dass Alassane Plea an allen Ecken und Enden fehlte, was bei der weiteren vorhandenen Qualität im Kader aber nicht so ins Gewicht fallen darf.

»Das war heute nicht viel von uns, das muss man so sagen«, traf Matthias Ginter den Nagel auf den Kopf und ergänzte: »Wir haben uns kaum Torchancen herausspielen können. In der ersten Halbzeit ging es noch, wir hatten vor der Pause viel Ballbesitz, waren aber dennoch nicht zwingend.«

Für die Borussen um Trainer Dieter Hecking gilt es jetzt, diese Klatsche flott zu analysieren und aus den Köpfen zu bekommen, damit man sich mit voller Konzentration auf die nächste Aufgabe vorbereiten kann. Und die lässt nicht lange auf sich warten. Bereits am Sonntag kommt Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in den Borussia-Park. Und das dürfte eine knifflige Aufgabe und zähe Angelegenheit werden. So gab Lars Stindl zu später Stunde die Marschrichtung vor: »Wir müssen die Niederlage schnell abschütteln und uns auf die Bundesliga konzentrieren.« Bleibt zu hoffen, dass die Pokalklatsche keine Nachwirkungen zeigt…

Die Bilder zum Spiel haben wir hier in einer Fotostrecke für Euch (hier klicken).