Borussia holte gegen Hoffenheim am Ende ein Unentschieden, womit man nach diesem Spielverlauf leben muss. Im Gegensatz zu den letzten Spielen zeigten sich die Fohlen vor dem Tor eben nicht mehr eiskalt. Ärger gab es auch wieder mit dem Video-Schiedsrichter, der in dieser Form für die Stadionbesucher das Erlebnis nimmt.


Sieben Minuten Nachspielzeit waren für Borussia Mönchengladbach leider zu viel, denn es kam, wie es kommen musste. Hoffenheim versetzte den Borussia-Park in den Schlussminuten in eine Schockstarre, obwohl sich der Treffer irgendwie doch schon abgezeichnet hatte. Im Gegensatz zu den Partien gegen Düsseldorf und Mainz ließen die Fohlen gegen die TSG beste Chancen liegen.

Grundsätzlich muss man sagen, dass die Hausherren kein schlechtes Spiel gemacht haben. Aber gegen giftige Hoffenheimer fanden sie einfach nicht die richtigen Lösungen, denn die Gäste aus dem Kraichgau spielten geschickt und zogen der Fohlenelf den Zahn. Denn das mittlerweile gut funktionierende Pressing konnte gar nicht erst praktiziert werden, die TSG überspielte geschickt das Mittelfeld.

Hinzu kam auch noch ein glänzend aufgelegter Baumann, der zwar hier und da auch etwas Glück hatte, aber letztlich viel parierte. Eben auch einen Elfmeter, den Alassane Plea wohl etwas leichtfertig vergeben hat. Marco Rose hatte keinen Schützen vorgegeben, aber vielleicht wäre Lars Stindl die bessere Wahl gewesen. 

Wie es zu dem Elfmeter kam, war für die Zuschauer im Stadion einfach nur verwirrend. Denn aus heiterem Himmel unterbrach Schiedsrichter Dr. Felix Brych die Partie, niemand wusste warum. Das Handspiel von Hübner hatten wohl nur die wenigsten wahrgenommen. Nun muss man an dieser Stelle sagen, dass der Video-Schiedsrichter glücklicherweise eingegriffen hat, aber die Entscheidungsfindung eine Katastrophe war.

Zwischen der Spielunterbrechung und der Ausführung des Elfmeter lagen knapp fünf Minuten, eine Ewigkeit. Hier muss seitens der Verantwortlichen dringend etwas passieren und für den Zuschauer im Stadion mehr Transparenz gewährleistet werden. Zwar gab es auf der Videotafel den Hinweis der Überprüfung, doch der kam auch viel zu spät. In dieser Form gehen die Emotionen und vor allem auch das Erlebnis für den Zuschauer verloren, so macht es keinen Spaß. 

In der üppigen, aber völlig richtigen Nachspielzeit, fiel dann eben doch noch der besagte Ausgleich. Mit Gegentoren in den letzten Minuten hat Borussia in dieser Saison leider schon Erfahrungen gemacht. In Wolfsburg, Leipzig und vor allem beim bitteren Europa-League-Aus gegen Istanbul mussten die Fohlen schon späte Tore schlucken. Zwar spricht Matthias Ginter an, dass man diese Szenarien nicht trainieren kann und es nur über Erfahrung geht, aber eigentlich sollten die Fohlen aus diesen Spielen langsam gelernt haben.

Dass die zweite Halbzeit überhaupt so zerfahren war, lag sicherlich auch an den gezeigten Bannern gegen Dietmar Hopp. Zu diesem Thema ist alles gesagt, auch das Fanprojekt hat die Ereignisse schon gut aufgearbeitet. Gefühlsmäßig hat das der Mannschaft aber geschadet, denn dadurch war die Stimmung im Borussia-Park kaputt. Und Unterstützung hätte Borussia vor allem in den letzten Minuten gut gebrauchen können.

Aber alles kein Grund zur Sorge, denn mit einem Nachholspiel liegt die Elf vom Niederrhein noch voll im Soll und steht in der Tabelle mehr als gut dar. Die nächsten Partien werden ohnehin sehr richtungsweisend sein. Schon am kommenden Samstag beim „Angstgegner“ Augsburg muss unbedingt etwas Zählbares mitgenommen werden. 

Anschließend steht eine englische Woche an: Zuerst kommt der BVB, danach die Kölner in den Borussia-Park. Zum Abschluss reisen die Fohlen dann sonntags nach Frankfurt, eine ebenfalls sehr knifflige Aufgabe. Am letzten Spieltag im März wartet dann mit der Werkself ein direkter Konkurrent um die Champions-Leauge-Plätze. Die Saison biegt also langsam in die heiße Phase ab und dann wird sich zeigen, welche Erfahrung Borussia aus der Schlussphase gegen Hoffenheim mitgenommen hat…