Zwölf Sekunden brauchte es nur, da waren all die guten Vorsätze, um den Auswärtsfluch im Breisgau zu beenden, weit entfernt. Doch vom frühen Rückstand erholten sich die Borussen gut. Nach dem zwischenzeitlichen 2:1 der Freiburger fehlten jedoch die Ideen, um die Freiburger Defensive zu knacken.

Eigentlich waren die Akteure auf dem Spielfeld genau auf das vorbereitet, was die Freiburger nach dem Anstoß taten. »Das Spiel ist natürlich denkbar unglücklich losgegangen. Das ist besonders ärgerlich, weil wir es im Vorfeld angesprochen hatten, dass Freiburg gerne mal den Ball direkt nach dem Anpfiff nach vorne schlägt«, verriet Jonas Hofmann nach dem Spiel. Verhindern konnten sie die frühe Führung dann aber trotzdem nicht.

Rückstand verkraftet, Elvedi trifft Pfosten

Yann Sommer kam zu spät, berührte Luca Waldschmidt leicht und Nils Petersen schickte den Gladbacher Schlussmann im Anschluss per Elfmeter in die falsche Ecke – ein erster Dämpfer an diesem Freitagabend im ausverkauften Schwarzwald-Stadion. Doch der VfL hatte darauf einige Antworten parat. »Den frühen Rückstand haben wir gut weggesteckt, unmittelbar danach hatten wir die beste Phase im Spiel. Wir waren sehr dominant, haben viele Eckbälle innerhalb der ersten Viertelstunde und machen dann verdient den Ausgleich«, analysierte Hecking. Tatsächlich wäre nach einem dieser Eckstöße fast der Ausgleich gefallen, doch Nico Elvedi lenkte die Kugel nach sieben Minuten nur an den Pfosten.

Mitten in dieser Druckphase zeigte Schiedsrichter Robert Hartmann erneut auf den Punkt. Nur dieses Mal profitierten die Borussen von einem Foul von Dominique Heintz an Lars Stindl. Thorgan Hazard ließ sich nicht zweimal bitten und haute die Kugel ins Netz. »Wir haben nach dem frühen Rückstand aber super reagiert, sind verdient zum Ausgleich gekommen und hätten vor der Pause sogar in Führung gehen können. Die erste Halbzeit war richtig stark«, befand Hofmann, der mit 12,89 gelaufenen Kilometern erneut lauffreudigster Gladbacher war.

»Nicht mehr zwingend genug«

»In der Halbzeit haben wir uns vorgenommen, dass wir genauso weiterspielen müssen«, so Hecking, dessen Team durch Versuche von Stindl und Zakaria auch tatsächlich die ersten Akzente im zweiten Durchgang zu verzeichnen hatte. Doch dann brachte ein Fehlpass von Stindl die Freiburger ins Rollen, die den Konter durch Luca Waldschmidt zur 2:1 Führung abschlossen. Danach machten die Freiburger es so, wie man es von ihnen gewohnt ist. Die besseren Zweikampfwerte hatte zwar die Fohlen, doch die Freiburger verdichteten hinten die Räume durch ihre hohe Laufarbeit und machten es den Gästen mit zunehmender Spieldauer immer schwieriger, Lösungen zu finden. »Wir waren zwar immer noch leicht überlegen, aber einfach nicht mehr zwingend genug. Es hat uns die Zielstrebigkeit aus der ersten Halbzeit gefehlt, so dass wir uns keine gute Torchance mehr erarbeiten konnten«, brachte es Hofmann auf den Punkt. »Das ist dann insgesamt zu wenig, um etwas mitzunehmen. Deshalb stehen wir am Ende als Verlierer da.« 

Trainer Dieter Hecking schloss sich dem an. »Nach dem 1:2, das wir im Rückraum nicht gut verteidigt haben, hat Freiburg die Räume aber noch enger gemacht. Wir waren überlegen, aber nicht gefährlich, weil wir im letzten Spieldrittel nicht die Konsequenz hatten, die wir gebraucht hätten, um den Freiburgern noch mehr vor Probleme zu stellen. So waren wir recht leicht zu verteidigen«, sagte Hecking. Eine nennenswerte Torchance gab es in den zweiten 45 Minuten wahrhaftig nicht. In einem Spiel, das nach dem 2:1 wie gemacht für die Freiburger war, ging die Borussia letztlich durchaus verdient als Verlierer vom Platz.

»Haben es nicht geschafft, genug Druck aufzubauen«

»Die Niederlage ist schmerzhaft, aber kein Weltuntergang. Wir haben uns den Abend natürlich ganz anders vorgestellt. Die ersten beiden Gegentore sind absolut vermeidbar und resultieren aus unseren eigenen Fehlern, weil wir nicht gut stehen. Das wurde von Freiburg eiskalt bestraft wurden. In beiden Situationen standen wir nicht gut. Es ist schade, dass wir insbesondere nach der Pause nicht mehr genug Lösungen gefunden haben, um zu Torchancen zu kommen und die gute Defensive der Freiburger zu knacken. Wir haben es nicht geschafft, genug Druck aufzubauen. Deshalb muss man sagen, dass wir verdient verloren haben«, fasste Yann Sommer das Spiel treffend zusammen. 

Das dritte Gegentor, das nach einem missglückten Befreiungsschlag von Sommer fiel, war an diesem Abend nur noch was für die Statistik. »Ich wollte den Ball wegschlagen, das hat nicht geklappt«, so Sommer, der damit sowohl am unglücklichen Start als auch am Schlusspunkt der Partie beteiligt war. So blieb Borussia Mönchengladbach auch nach 16 Jahren weiterhin ohne Sieg an der Dreisam und wird nach diesem Spieltag vermutlich um einige Plätze abrutschen. Schon am Mittwoch wartet mit dem Heimspiel im DFB-Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen ein ganz anderes Spiel auf