Umschaltmoment: Florian Neuhaus treibt die Kugel in Richtung 1:1-Ausgleich. Foto: Dirk Päffgen

Die VollGAS-Analyse, powered by Kessels, beäugt Spielszenen, die für Marco Roses Spielidee stehen. Beim Unentschieden gegen Hertha BSC Berlin zeigten die Borussen gute Ansätze, ließ dann aber in den entscheidenden Momenten die Durchschlagskraft vermissen. Am Ende sorgte der VollGAS-Moment zwanzig Minuten vor Schluss für den 1:1-Ausgleich.

Dass Borussia Mönchengladbach beim 1:1-Remis gegen die Hertha aus Berlin auch im 22. Bundesliga-Heimspiel in Folge mindestens einen Treffer erzielen konnte, lag vor allem am tollen Umschaltmoment in der 70. Minute, als Breel Embolo für den verdienten Ausgleich gesorgt hatte. Eine Szene, die für Marco Roses VollGAS-Fußball steht und die wir gemeinsam mit der Kessels GmbH aus Mönchengladbach etwas genauer beäugen – unsere VollGAS-Analyse!

Stockenden Motor im ersten Durchgang

Apropos VollGAS. Davon war bei den Borussen vor der Pause kaum etwas zu sehen. Das hatte vor allem auch mit den prominenten Zuschauern zu tun. Die Haupttribüne im Borussia-Park, wo die Auswechselspieler saßen, war hochkarätig besetzt: Alassane Plea, Kapitän Lars Stindl, Marcus Thuram, Tony Jantschke und Stefan Lainer waren alle zunächst nicht mit von der Partie. Zudem fehlte Yann Sommer aufgrund von Adduktorenproblemen.

Rose schonte also seine erste Elf nach dem Champions-League-Spiel in Madrid und nahm gleich sechs Änderungen vor – so viele wie noch nie im Kalenderjahr 2020. Diese mit Blick auf die Belastungssteuerung zweifelsohne nötige Rotation führte auch dazu, dass es im ersten Durchgang kaum Umschaltmomente, eben VollGAS-Momente, geschweige denn nennenswerte Torchancen gab. Die Fohlenelf tat sich schwer gegen die Hertha und kam offensiv nicht zum Zuge. Gerade im letzten Drittel mangelte es an Ideen und an Durchschlagskraft. »Das war nicht so prickelnd«, brachte es Vize-Präsident Rainer Bonhof in der Halbzeitanalyse bei Sky auf den Punkt.

 

In der Druckphase folgt die entscheidende VollGAS-Situation

Die kalte Dusche in Form des Rückstands gleich nach der Pause machte die Sache nicht leichter, doch die Fohlenelf rappelte sich auf, drückte aufs Gaspedal und drängte auf den Ausgleich. Und dieser kam dann auch zwanzig Minuten vor Schluss verdient. Das war er, einer dieser tollen und von Marco Riese gewünschten Pressing- und Umschaltmomente. Nach einer tollen Kombination chipte Florian Neuhaus die Kugel technisch versiert in den Strafraum zu Matthias Ginter, der per Kopf ablegte zu Breel Embolo. Der Angreifer stand genau richtig und drückte die Kugel über die Linie.

Nahezu logisch, dass der Schweizer gegen die ‚Alte Dame‘ traf. Zwei seiner letzten drei Bundesliga-Tore erzielte Embolo gegen die Hertha, auch beim 2:1 am 34. Spieltag der Vorsaison hatte er getroffen. Zudem traf der 23-Jährige erstmals seit über einem Jahr wieder in zwei Bundesliga-Spielen in Folge. Zuletzt war ihm das im August 2019 in Mainz und gegen Leipzig gelungen. Und mit 32.53 km/h war Embolo zudem der fünftschnellste Spieler auf dem Platz.

Der Akku ist fast leer

Zwar gab es nach dem Ausgleich noch Möglichkeiten zum Sieg, doch unter dem Strich musste man sich mit einem Punkt begnügen. Es ist sichtbar, dass die Fohlenelf so langsam aber sicher auf dem Zahnfleisch geht. Der Motor und die VollGAS-Momente geraten ins Stocken. Doch sie ist weiter gefordert, denn es bleibt nach wie vor nicht großartig viel Zeit, um den Motor im Standgas laufen zu lassen. Am kommenden Dienstag gilt es bei Eintracht Frankfurt nochmals alles herauszuholen und das letzte Bundesliga-Auswärtsspiel des Jahres 2020 positiv zu gestalten. Und dann werden die Adlerträger im besten Fall mit vielen schönen VollGAS-Momenten gerupft…