Auch beim Spiel in Stuttgart stand das Schiedsrichtergespann im Mittelpunkt. Archivfoto: Dirk Päffgen.

Eine krasse Fehlentscheidung brachte Borussia Mönchengladbach im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart um den Sieg und gleichzeitig um die verpasste Möglichkeit, bis auf einen Punkt an die Champions League-Plätze ranzurücken. Die Borussen hatten hinterher nachvollziehbar Schaum vor dem Mund. SO kann und darf der VAR nicht ins Spiel gebracht werden. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dass sich der VfB Stuttgart am Ende über einen Punkt freuen dürfte, geht in Ordnung. Der in der Liga gut angekommene Aufsteiger aus Baden-Württemberg hat sich das Unentschieden erarbeitet. Wie dieser Punkt und das 2:2 aber zustande gekommen ist, ist – um es milde auszudrücken – für die Borussen höhst unglücklich und ärgerlich.

VollGAS-Moment: Lars Stindl auf Denis Zakaria

Aber der Reihe nach. Diese Analyse beäugt Spielzenen, die für Marco Roses Spielidee von überfallartigen Umschaltmomenten nach Ballgewinn stehen. In Stuttgart gab es einen dieser Momente, den die Borussen nach einer Stunde zur erneuten Führung nutzten. Nach einem Einwurf von Stefan Lainer gelang die Kugel über Christoph Kramer und Ramy Bensebaini zum in diesem in diesen Wochen bärenstarken Lars Stindl. Borussias Kapitän bediente Denis Zakaria mit einem tollen Steilpass genau in den Lauf. Und dann nahm der Schweizer Fahrt auf und legte mit starken 34.62 km/h einen Sololauf hin, nachdem Landsmann Gregor Kobel im Tor des VfB chancenlos war und nur noch hinterherschauen konnte, Das war ganz stark von Zakaria, der seinen ‚Mitläufer‘ Pascal Stenzel einige Meter auf und davon lief und dann vor dem Tor die nötige Ruhe behielt.

VollGAS-Interviews nach VAR-Entscheid

Ein toller Spielzeug der Fohlenelf, die in der Folgezeit alles gab und versuchte, den VfB vom Tor wegzuhalten. Das gelang auch weitestgehend und die Borussen waren auf dem Weg zum dritten Sieg im dritten Ligaspiel nach der Winterpause, doch dann kam eben bekannte Szene, die dem VfB doch zum Punkt verhalf und der Rose-Truppe den nahezu sicheren Sieg klaute.

Schiedsrichter Dr. Felix Brych war ein Zweikampf zwischen Ramy Bensebaini und Saša Kalajdžić im Strafraum zu wenig für einen Elfmeter – zurecht. Denn ehe Kalajdžić von der Fallkraft Gebrauch machte, war ihm Kollege Waldemar Anton auf den Fuß gestiegen, was Kalajdžić zu Fall brachte.  Doch im ‚Kölner Keller‘ meldete sich Video-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus und gab Brych den Hinweis, sich die Szene noch einmal anzuschauen. Alleine schon dieser Hinweis entbehrt sich jeglicher Grundlage, da Brych zuvor keine klare Fehlentscheidung begannen hatte. Und dann fehlte dem Unparteiischen auch eine Einstellung, in der besagte Szene genau unter die Lupe genommen werden konnte.

So macht der VAR keinen Sinn

SO kann und darf der VAR, der den Fußball gerechter machen soll und sicherlich auch ein probates Mittel ist, wenn er denn richtig und sinnig angewandt wird, nicht ins Spiel gebracht werden. Selbst Brych stellte sich hinterher hin und zuckte ob der zur Verfügung gestellten Bilder in der Video-Area mit den Schultern und gab zu, dass der VfB mit dieser Entscheidung das Glücksschwein geküsst hatte. Das lässt die Sinnigkeit doch arg infrage stellen und muss DFB aufarbeiten.

Nachvollziehbar, dass sich die Protagonisten in der Analyse hinterher arg am Riemen reißen mussten, um nicht eine ‚Nachverfolgung‘ durch den DFB zu bekommen. So etwas kann und darf man nicht einfach so hinnehmen und abtun. Dafür geht es in diesem Geschäft einfach um zu viel. So wie Jonas Hofmann, der kurz nach Spielende ein buchstäbliches VollGAS-Interview gab und seinem Ärger freien Lauf ließ. Von »Wahnsinn« und »einer absoluten Frechheit« sprach der Mittelfeldmann, der ebenso wie Marco Rose stinksauer war. Es war nicht das erste Mal, dass die Borussen durch Fehlentscheidungen benachteiligt wurden. Dass die Protagonisten da eben auch wie auf dem Platz mit VlllGAS zu Werke gingen, ist richtig so und eben auch ein Moment des Spiels der unterstreicht, dass man sich da klar positioniert.

Am Ende wurden die Borussen also so um den verdienten Lohn gebracht und müssen sich mit dem einen Punkt arrangieren. Viel Zeit bleibt eh nicht, um sich weiter zu grämen. Bereits am kommenden Dienstag kommt der SV Werder Bremen in den Borussia-Park. Eine Mannschaft, die mit dem 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg frisches Selbstvertrauen getankt hat und auf dem Werg nach oben ist. Die Fohlenelf wird alles dafür tun, für die nächste VollBremsung zu sorgen. Und das am besten mit erfrischendem Angriffs-Fußball und eine effizienten Chancenverwertung – damit ein eventueller VAR keinen Einfluss auf das Ergebnis nimmt…