Marcus Thuram war an der einzigen Umschaltsituation beteiligt. Foto: Dirk Päffgen

Im Jahr 2021 ist Borussia Mönchengladbach nach dem Remis bei Union Berlin zwar weiter ungeschlagen, musste sich am Ende aber mit einem Punkt zufrieden geben. Und das vor allem, weil Union die Fohlenelf an ihrem berüchtigtem Umschaltspiel gehindert hat. Unsere VollGAS-Analyse, präsentiert von der Kessels GmbH – Schweißen & Gase – aus Mönchengladbach.

Borussia Mönchengladbach hatte sich einiges vorgenommen für das Spiel in Berlin-Köpenick. Man wollte die drei Punkte aus der Bundeshauptstadt entführen, um die Konkurrenz im Kampf um die internationalen Plätze und vor allem um die Königsklasse unter Druck zu setzen. Dass daraus am Ende nur bedingt etwas wurde, lag daran, dass ‚Die Eisernen‘ etwas dagegen hatten und die Borussen ausbremsten.

Erst VollGAS-Start, dann stotternder Motor

Der ‚Spielfilm‘ zu der Begegnung ist relativ schnell erzählt. Die Fohlenelf kam gut in die Partie und hatte gleich eine starke Umschaltsituation, die eine frühe Führung durchaus verdient gehabt hätte. Alassane Plea und Marcus Thuram brachten Marvin Friedrich in der eigen Hälfte mit ihrem Anlaufen in eine Stresssituation und provozierten den Fehlpass des mit aufgerückten Union-Verteidigers. Danach ging es ganz schnell. Thuram trieb die Kugel nach vorne und spielte einen schönen Steilpass genau in den Lauf von Hannes Wolf, der zu Christoph Kramer quer legte. Der Weltmeister spielte ab zu Jonas Hofmann, der aus spitzem Winkel direkt abzog und an Keeper Luthe scheiterte.

Eine tollte und starke Umschaltsituation, die jedoch die einzige dieser Art bleiben sollte. In der Folgezeit erwiesen sich die Köpenicker als der erwartet knifflige Gegner, der den Borussen das Leben schwer machte und kaum Raum zur Entfaltung gab. VollGAS-Situationen waren Fehlanzeige.

Top-Speed-Fohlen und VollGAS-Rose

Zwar liefen die Borussen in Person von Hannes Wolf (32.60 km/h und Stefan Lainer (31.95 km/h) als schnellste Spieler der Partie mit viel Tempo an, prallten aber immer wieder an den defensiv gut eingestellten Gastgebern ab. Das traf allerdings auch auf die Fohlenelf zu, weshalb es bezeichnend war, dass eine Standardsituation dafür herhalten musste, um Union in Führung zu bringen.

Neun Minuten vor der Pause war es dann so ziemlich der einzige Aufreger, als sich Marco Rose nach einem Zweikampf im Mittelfeld derart echauffierte und von Schiedsrichter Bastian Dankert für seine Reklamation an einer allerdings diskutablen Foulentscheidung im Mittelfeld die Gelbe Karte abholte. Aber eben auch eine Situation die zeigt, wie wichtig diese Partie für die Borussen war.

Nach einer knappen Stunde sorgte dann Alassane Plea mit seinem dritten Saisontreffer für den Punkt. Auch wenn der Ausgleich ebenso überraschend kam, wie die Führung von Union, so war er verdient und sorgte unter dem Strich für ein gerechtes Remis zweier Teams, die aus dem Spiel heraus wenig zugelassen hatten.

Fehlende Kreativität im Mittelfeld

Der Fohlenelf war anzumerken, dass die zuletzt bärenstarken Lars Stindl und Florian Neuhaus zunächst geschont wurden. So fehlte es an der nötigen Kreativität aus dem Mittelfeld heraus und Union hat, sofern mal ein Pass in die Tiefe kam, die Bälle meistens direkt abgefangen. Auch über die Außen gab es zu wenig Bewegungen.

In der Nachbetrachtung zeigten sich die Borissen etwas enttäuscht, weil sie sich eben mehr ausgemalt hatten und die drei Punkte wollten. Das ist ein gutes Zeichen und untermauert, dass man am linken Niederrhein immer das Maximum herausholen und stets gewinnen will.

Bereits am Mittwoch wieder gefordert

Apropos. Das will und muss man auch am kommenden Mittwoch im DFB-Pokal-Spiel beim VfB Stuttgart, um nicht auf dem Weg nach Berlin zu stolpern. Auch das wird – ähnlich wie gegen Union Berlin – eine knifflige Aufgabe, denn der Aufsteiger geht mit einem 2:0-Sieg gegen Mainz in die Partie. Es werden gleichermaßen Geduld und volle Konzentration, gespart mit zielführenden Umschaltsituationen gefordert sein – damit man eben keine VollBremsung erlebt… Da wird man das 2:2 aus der Hinserie abgesehen von dem bekannten fall in der Nachspielzeit nochmal analysieren und als Anhalt nehmen.