Ausgelassener Jubel bei den Borussen nach dem Sieg gegen Freiburg. Foto: Dirk Päffgen.

Gegen den SC Freiburg gelang Borussia Mönchengladbach der zweite Sieg in Folge. Unter dem Strich war er gegen die Streich-Truppe zwar etwas glücklich, aber wichtig. Es sind drei Punkte, die Mut machen.

Borussia Mönchengladbach ist wieder rangerückt an die internationalen Plätze. Vier Punkte entfernt ist man von Bayer Leverkusen. Die in diesen Wochen alles andere als überzeugende Werkself rangiert mit 43 Punkten auf Platz 6, die Fohlenelf mit 39 Punkten auf Platz 9. Die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb ist also wieder zum Greifen nahe. 

Dass die Fohlenelf also weiterhin von Europa träumen darf, ist schön und das Produkt des Sieges gegen den SC Freiburg, den man sich nach der Pause erarbeitet hat. Natürlich war gerade aufgrund des zurecht nicht gegebenen Abseitstreffers der Freiburger in der Nachspielzeit auch Glück dabei, aber genau das ist eben auch das des Tüchtigen. Nach einer wirklich schwachen ersten Hälfte hatten sich die Borussen mit ihrem Coach Marco Rose in der Kabine zusammengesetzt und einen Plan entwickelt. Er sollte aufgehen.

Roses Umstellung fruchtet

Marco Rose schickte Denis Zakaria ins Rennen, stellte damit sein System auf Dreier-/Fünferkette um und schaffte damit mehr Präsenz. Fortan, war seine Mannschaft breiter aufgestellt, hatte mehr Zugriff und Ballgewinne, aus denen auch die beiden Tore resultierten.

Apropos Marco Rose. Der Fußball-Lehrer hat an diesem Abend gezeigt, dass er noch etwas erreichen will mit den Fohlen und diese auch erreichen kann. Denn das in der Kabine offensichtlich Besprochene nahm seine Mannschaft an und agierte fortan viel besser auf dem grünen Geläuf, auf dem die Gäste aus dem Breisgau dann wenig zu bestellen hatten. Die Fohlen legten der Streich-Truppe noch zwei Eier ins Nest und nahmen am Ende die drei Punkte mit. Erfreulich, dass man wieder eine taktische Maßnahme bei den Borussen fruchtete und dazu geführt hat, einen Rückstand in einen Sieg umzumünzen. 

Auch, weil Yann Sommer mit starken Paraden im ersten Durchgang zur Stelle war und einen durchaus möglichen höheren Rückstand verhinderte. Der zum zweiten Mal werdende Vater zeigte da, wie wichtig er für die Fohlenelf ist. Dann kippte das Spiel mit einem Thuram-Doppelpack. Sechs Torschüsse gab der schnellste Borusse (33.24 km/h) ab, zwei davon saßen. Die Saisontore fünf und sechs werden dem Franzosen auch gutgetan haben.

Die Punkte zählen

Am Ende stehen drei wichtige Punkte für die Borussen, die in vielerlei Hinsicht guttun und Mut machen. Einen Rückstand gedreht, taktische Maßnahmen haben gefruchtet und zwei schöne Tore geschossen. Alles schön war dennoch aber gewiss nicht. Das hatte auch Marco Rose gesehen. »Wir haben aus diesem Spiel sicherlich auch Dinge aufzuarbeiten«, so der Coach bei DAZN. Das wird er mit seiner Mannschaft unter der Woche tun, um dann auch am nächsten Wochenende bei Hertha BSC Berlin nachlegen zu können.

Denn in diesen Tagen sind drei Punkte wichtiger denn je, der Kampf um Europa hat sich mittlerweile zu einem Sechskampf entwickelt. Die Champions League werden die Borussen angesichts der elf Punkte Rückstand nicht mehr erreichen können, aber das europäische Geschäft wäre sportlich und auch finanziell äußerst wichtig. Und eben für ein oder anderen Spieler sicherlich noch ein Argument mehr, auch in der nächsten Saison am linken Niederrhein zu spielen. Sicherlich hätte Max Eberl auch dann ein noch größeres Repertoire, um den Nachfolger von Marco Rose nach Mönchengladbach zu locken… 

Apropos Rose: In den letzten Wochen hagelte es für den 44-Jährigen zwar viel Kritik, aber er scheint seine Mannschaft auf jeden Fall noch zu erreichen. Das hat nämlich die starke zweite Hälfte gegen Freiburg gezeigt. Im Endspurt der laufenden Saison sollten nämlich alle rund um den Borussia-Park an einem Strang ziehen, um noch irgendeinen Wettbewerb in Europa zu erreichen. Der Sieg gegen Freiburg, macht dahingehend Mut…