Josip Drmic weiß schon seit dem Ende der letzten Saison, dass er Borussia Mönchengladbach bei einem passenden Angebot verlassen darf. Das hat ihm Max Eberl noch vor der Weltmeisterschaft mitgeteilt. Doch noch ist Drmic Borusse und laut eigener Aussage auch bereit, im Falle eines Verbleibes, weiterhin für seine Einsätze zu kämpfen.

Zwei Pflichtspiele hat der VfL bisher absolviert und in keinem von beiden stand Josip Drmic im Kader. Gut 48 Stunden vor Schließung des Transferfensters am Freitagabend um 18 Uhr ist er offiziell immer noch Borusse. Fraglich ist, ob sich das noch ändern wird und es ernsthafte Interessenten gibt. Dabei wäre für Drmic auf jeden Fall eine Ablöse fällig, die nicht für jeden Verein zu stemmen ist.

Leihe nicht möglich

Ein Leihgeschäft ist vor allem deshalb kein Thema, weil sein auslaufender Vertrag in Gladbach dafür verlängert werden müsste, was von Vereinsseite keine Option ist. Max Eberl, das betont Drmic, mache er dabei überhaupt keinen Vorwurf. »Er hat andere Pläne. Das hat er mir ­immer ehrlich gesagt. Was eine Ausnahme im heutigen Fußball ist. Mal abwarten, was noch passiert. Das Transferfenster ist ja noch eine kurze Zeit offen. Ich bin bereit – für eine neue Herausforderung. Und zur Not nehme ich auch die Herausforderung an, mich neu bei Gladbach zu beweisen und zu zeigen, dass sie mit ihrer Idee, mich abzugeben, falsch lagen«, so der Schweizer Nationalspieler in einem ausführlichen Interview gegenüber dem ›Blick‹. 

»Ich bin kein Schnäppchen im Ausverkauf«

Bei der Ablösesumme müsste ein neuer Klub schätzungsweise bis zu fünf Millionen Euro für den Stürmer hinlegen, der seinen Marktwert nicht nur durch die WM-Teilnahme in Russland gesteigert hat, sondern auch durch seine starken Auftritte im Ligaendspurt. »Ich weiß nur: Ich bin kein Schnäppchen im Ausverkauf. Ich habe in der Schlussphase der letzten Saison gegen Bayern, Freiburg und Hamburg getroffen. Ich habe bei der WM gegen Costa Rica getroffen und stand im Achtelfinale gegen Schweden 90 Minuten auf dem Platz. Ich habe wahnsinnig hart gearbeitet, und in mir steckt noch richtig viel«, ist Drmic überzeugt. Abschrecken könne einen Verein seine langen Krankenakte, glaubt er. Doch das sei für ihn kein Grund, nicht auf ihn zu setzen. »Ich bin hundert Prozent fit, und mein Knie bereitet mir überhaupt keine Probleme mehr.«

Ganz egal, ob Drmic noch ein neues Arbeitspapier unterzeichnet oder nicht. Sicher ist, dass er sich auch bei Borussia weiter reinhängt, um am Ende vielleicht doch mehr Spielzeit zu bekommen, als man ihm zutraut. Dass er sich nicht aufgibt, hat kürzlich auch Dieter Hecking registriert, wie Drmic erzählt: »Er meinte, dass ich mich sehr positiv verhalte und mich voll reinhänge. Meine ­Körpersprache und meine Einstellung gefallen ihm.«